17. März 2020 / 09:34 Uhr

Nach Söder-Appell: Auch Ex-DFL-Chef Rettig fordert Gehaltsverzicht von hochbezahlten Profis 

Nach Söder-Appell: Auch Ex-DFL-Chef Rettig fordert Gehaltsverzicht von hochbezahlten Profis 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Markus Söder und Andreas Rettig (von links) sind der Meinung, dass Profis auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten sollten. 
Markus Söder und Andreas Rettig (von links) sind der Meinung, dass Profis auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten sollten.  © imago images/Sven Simon/imago images / Martin Hoffmann
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Den Bundesligisten drohen wegen der Liga-Pause hohe Verluste. Bayerns Ministerpräsident ist deshalb dafür, dass die Profis auf einen Teil ihres Gehalts verzichten sollen. Auch der ehemalige DFL-Chef Andreas Rettig hat sich dafür ausgesprochen und warnt vor dem Wegfall von Arbeitsplätzen. 

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Auch der frühere DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig hat angesichts der drohenden finanziellen Probleme der Vereine aufgrund des Coronavirus die Profis nachdrücklich zum Gehaltsverzicht aufgefordert. "Jeder sollte bedenken, dass in dem Fall, dass es keinen Gehaltsverzicht der Spieler gibt, die Kosten woanders gespart werden müssen. Also werden die Vereine die Kader von 30 auf vielleicht 25 Spieler reduzieren", sagte Rettig am Montag in der Sendung "100 Prozent Bundesliga - Spezial", beim TV-Sender Nitro.

"Damit fallen Arbeitsplätze auch bei den Spielern weg. Darüber sollte sich jeder klar sein", fügte Rettig hinzu. Im Falle eines Abbruchs der Saison würden den Vereinen Einnahmen in Höhe von rund 750 Millionen Euro verloren gehen.

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Söder mit Appell: Jeder soll seinen Beitrag leisten - auch die Profis

Zuvor hatte bereits der bayerische Ministerpräsident Markus Söder gefordert, dass die hochbezahlten Profis auf einen Teil ihres Gehalts verzichten sollen. Söder sagte gegenüber der Bild, er fände es in Ordnung, wenn viele derjenigen Spieler, "die ganz große Gehälter bekommen", ihren Arbeitgebern gegenüber nun etwas zurückhaltender wären.

Hier würden jedes Jahr Millionen verdient. Und um die Phase jetzt zu überbrücken, sei Solidarität nicht nur von den Vereinen, sondern auch von den Spielern gefragt - die lebten schließlich von den Vereinen. "Deswegen wäre vielleicht jetzt mal die Idee, dass da jeder seinen Beitrag macht, damit sein Verein, die Liga und der Sport auch dann wieder stattfinden kann, wenn - so hoffen wir - die Krise überwunden wurde."

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Watzke über Gehalts-Verzicht: "Das könnte ein Thema werden"

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke will einen freiwilligen Gehalts-Verzicht der Profis nicht ausschließen. "Das könnte ein Thema werden. Aber ich bin da nicht so zuversichtlich", so der Geschäftsführer der Borussia. Finanzielle Ausgleiche zwischen den Bundesliga-Klubs schließt er jedoch aus. "Und ehrlicherweise sind wir auch Konkurrenten. Und da muss man das sehr genau miteinander austarieren, was noch Wettbewerb ist und was kein Wettbewerb mehr ist", sagte der BVB-Funktionär. Von Fortuna-Chef Thomas Röttgermann erntete Watzke für seine Aussagen Kritik. "Ich weiß nicht, was ihn dazu getrieben hat, das zu sagen. Ich halte das für absolut unsolidarisch. Es war weder der richtige Zeitpunkt noch der richtige Inhalt", sagte der Fortuna-Vorstandsvorsitzende der Rheinischen Post.