16. März 2020 / 19:33 Uhr

Bayerns Ministerpräsident Söder: Fußball-Profis sollen in Corona-Krise auf Gehalt verzichten

Bayerns Ministerpräsident Söder: Fußball-Profis sollen in Corona-Krise auf Gehalt verzichten

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Markus Söder ruft die Bundesliga-Profis zu einem Gehaltsverzicht auf.
Markus Söder ruft die Bundesliga-Profis zu einem Gehaltsverzicht auf. © dpa
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Den Fußball-Bundesligisten drohen wegen der Liga-Pause hohe Verluste. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht nun die Spieler in der Pflicht. Er glaubt: Mit einem Gehaltsverzicht ihrer Stars könnten die Klubs die Krise überbrücken.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Fußball-Stars dazu aufgerufen, auf Millionen zu verzichten, um ihren Vereinen in der Corona-Krise zu helfen. Denn er sieht dies derzeit nicht als zentrale Aufgabe der Politik an. "Ganz ehrlich: Es ist nicht die wichtigste und vordringlichste Aufgabe jetzt, dafür zu sorgen, dass die Profivereine wirtschaftlich überleben können", sagte Söder am Montag in einem Live-Interview der Bild. Wichtiger sei nun die Sicherstellung der medizinischen Versorgung.

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Söder sagte stattdessen, er fände es in Ordnung, wenn viele derjenigen Spieler, "die ganz große Gehälter bekommen", ihren Arbeitgebern gegenüber nun etwas zurückhaltender wären. Hier würden jedes Jahr Millionen verdient. Und um die Phase jetzt zu überbrücken, sei Solidarität nicht nur von den Vereinen, sondern auch von den Spielern gefragt - die lebten schließlich von den Vereinen. "Deswegen wäre vielleicht jetzt mal die Idee, dass da jeder seinen Beitrag macht, damit sein Verein, die Liga und der Sport auch dann wieder stattfinden kann, wenn - so hoffen wir - die Krise überwunden wurde."

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Die Bundesliga und die 2. Liga unterbrechen ihren Spielbetrieb aufgrund der Coronavirus-Krise bis mindestens 2. April. Doch was, wenn die Saison komplett abgebrochen wird? Christian Seifert, Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hat zu dieser Frage bei der Pressekonferenz zur Sitzung der 36 Klubs der Bundesliga und der 2. Bundesliga am Montag ausführlich Stellung genommen. Die Antwort klingt dramatisch. Seifert sagte unter anderem: "Es geht nicht mehr darum, wer in der Öffentlichkeit am besten da steht. Sondern es geht für die Klubs der Bundesliga und der 2. Liga ums Überleben."

BVB-Boss Watzke über Gehaltsverzicht: "Nicht so zuversichtlich"

Ähnlich wie Söder äußerte sich mit Hans-Joachim Watzke am Sonntag bereits der Geschäftsführer von Borussia Dortmund: Watzke stellte klar, dass es ihm nicht darum gehe, bei zu erwartenden Einnahmeverlusten im Fall einer lang andauernden Spielpause, Hilfe vom Steuerzahler einzufordern. "Es schreit niemand aus dem Profigeschäft nach dem Staat", betonte Watzke. Große Vereine wie der FC Bayern München oder der BVB würden die Krise schon meistern, weil sie ein genügendes finanzielles Polster hätten. Auf kleine Vereine, vor allem im Amateurbereich könne die Krise jedoch fatale Auswirkungen haben. Selbst einen freiwillige Gehaltsverzicht von gut verdienenden Fußball-Profis schloss Watzke als solidarischen Beitrag nicht aus. "Das könnte ein Thema werden. Aber ich bin da nicht so zuversichtlich."