17. Januar 2020 / 15:59 Uhr

Markus Weinzierl: Das macht die Vorbereitung so wichtig für Spieler, Trainer und Vereine

Markus Weinzierl: Das macht die Vorbereitung so wichtig für Spieler, Trainer und Vereine

Markus Weinzierl
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Markus Weinzierl erklärt in seiner ersten Kolumne für den SPORTBUZZER, warum die Vorbereitung essentiell für eine erfolgreiche Saison ist. Der frühere Stuttgart-Trainer besuchte selbst einige Vereine in Andalusien (kl. Foto), darunter Mainz 05.
Markus Weinzierl erklärt in seiner ersten Kolumne für den SPORTBUZZER, warum die Vorbereitung essentiell für eine erfolgreiche Saison ist. Der frühere Stuttgart-Trainer besuchte selbst einige Vereine in Andalusien (kl. Foto), darunter Mainz 05. © imago images/Kirchner-Media/Rene Schulz
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In seiner ersten Kolumne für den SPORTBUZZER schreibt Markus Weinzierl über die Bedeutung der Rückrunden-Vorbereitung und wirft einen Blick auf den Winter-Transfermarkt.

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Die Vorbereitungszeit ist für einen Trainer immer mit die wichtigste des Jahres. Ich war gerade gut eine Woche in Spanien unterwegs und habe bei ein paar Klubs vorbeigeschaut, die ihr Trainingslager in Andalusien absolviert haben. Andere Teams wie RB Leipzig sind zu Hause geblieben, wofür es sicher auch genügend Argumente gibt. Die Vorbereitung ist sehr kurz, man verliert zwei Reisetage und hat zu Hause ebenfalls gute Bedingungen, auch klimatisch.

Dennoch bin ich persönlich der Meinung, dass ein Trainingslager mehr Vorteile bringt, weil man die Mannschaft und seinen Staff rund um die Uhr zusammen hat. Man kann die Zeit intensiv nutzen, um viele Gespräche zu führen in alle Richtungen, um Videoanalysen zu machen, um neue Spieler zu integrieren, auch der Teamgedanke kann gefördert werden. Die Trainingssteuerung ist das Entscheidende – unabhängig davon, ob man Erster oder Letzter ist und ob man die letzten drei Spiele gewonnen oder verloren hat.

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Ich habe in Marbella Trainer gesehen, die sehr viele und sehr intensive Einheiten abgehalten haben, andere haben die Schwerpunkte woanders gesetzt – da hat jeder seine eigenen Vorstellungen, natürlich ist es auch vom Ist-Zustand der jeweiligen Mannschaft abhängig. Das kann man von außen schwer beurteilen. Wer da richtig oder falsch lag, wird sich in den ersten Rückrundenspielen zeigen.

Winter-Trainingslager in den USA & Co.: Für einen Trainer ein schmaler Grat

Einige Klubs waren, teils aus vereinseigenen Marketingverpflichtungen, teils aus Gründen der für die Liga bedeutsamen Internationalisierungsgedanken, im Mittleren Osten und in den USA – für einen Trainer ein schmaler Grat. Grundsätzlich sollte der sportlich Verantwortliche den Rahmen vorgeben, darf diese Aktivitäten dennoch nicht außer Acht lassen. Aber es macht natürlich keinen Sinn, aus PR-Gründen nach China zu fliegen, wenn man ohnehin nur zehn Tage Vorbereitung hat – im Sommer ist das sicher eher möglich.

Die Testspiele und Ergebnisse während der Vorbereitung sollte man wie immer nicht zu hoch hängen – auch hier habe ich viele Mannschaften gesehen, die aus unterschiedlichen Gründen nicht Vollgas gegeben haben. Es will sich niemand mehr verletzen oder die vorherige Belastung war unter Umständen sehr hoch. Eine intensive Trainingswoche mit taktischen Schwerpunkten bringt meiner Meinung nach mehr wie halbherzige Testspiele.

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Dass ein Spieler in der kurzen Pause so über die Stränge geschlagen hat, dass es sich auf den körperlichen Zustand auswirkt, halte ich mittlerweile übrigens nahezu für ausgeschlossen. Zumal die Spieler heutzutage – im Gegenteil zu früher – rund um die Uhr kontrolliert werden und so professionell sind, dass keiner mehr seine Pulsuhr dem Hund oder seiner Frau beim Joggen umhängt – so etwas gibt es heute nicht mehr.

Auch auf dem Winter-Transfermarkt gibt es spannende Spieler

In einer Sache bin ich übrigens bei Bayerns Trainer Hansi Flick: Es gibt auch im Winter durchaus Spieler, die spannend und interessant sind, mit denen man gewisse Dinge korrigieren kann - was bei Bayern München natürlich schwieriger ist als bei anderen Vereinen. Ich habe selbst oft sogar sehr, sehr gute Erfahrungen gemacht mit Wintereinkäufen, zum Beispiel mit Finnbogason und Ji in Augsburg oder auch Burgstaller auf Schalke.

Nach Abschluss seiner aktiven Karriere, in der er unter anderem für den FC Bayern auflief, wechselte SPORTBUZZER-Kolumnist Markus Weinzierl auf die Trainerbank. Der heute 45-Jährige begann seine Laufbahn als Coach bei Jahn Regensburg, dann führte ihn sein weg zum FC Augsburg, zu Schalke 04 und zuletzt zum VfB Stuttgart.

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