23. Oktober 2021 / 17:23 Uhr

Marsch wechselt Sieg ein: RB Leipzig überzeugt und siegt gegen Fürth in Halbzeit zwei

Marsch wechselt Sieg ein: RB Leipzig überzeugt und siegt gegen Fürth in Halbzeit zwei

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
Traf an seinem 30. Geburtstag per Elfmeter zum 3:1: Emil Forsberg.
Traf an seinem 30. Geburtstag per Elfmeter zum 3:1: Emil Forsberg. © Picture Point
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45 Minuten lang bot RB Leipzig gegen Greuther Fürth eine mehr als schwierige Vorstellung, wurde zur Pause von einem Pfeifkonzert in die Kabine begleitet. Dann kam Yussuf Poulsen und mit ihm der 4:1-Sieg für die inzwischen im fünften Ligaspiel ungeschlagenen Sachsen.

Leipzig. Sie pirschen sich weiter an die Champions-League-Plätze heran. 4:1 (0:1) gewann RB Leipzig am Samstag seine Partie gegen Greuther Fürth, rückte mit dem Sieg auf Rang sechs der Bundesliga-Tabelle vor. Bis die Fans in der Red Bull Arena allerdings Grund zum Jubeln hatten, dauerte es eine Weile, genauer gesagt eine geschlagene Halbzeit. Und es brauchte ein Eingreifen von Coach Jesse Marsch, der mit seinen Wechseln das sprichwörtliche goldene Händchen bewies.

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Fürth so wie Leipzig in Paris

Dass Fürth nicht Paris ist, hatte Marsch am Vortag betont. Es ist davon auszugehen, dass er das genauso auch dem Team um Geburtstagskind Emil Forsberg (wurde 30) mit auf den Weg gab. Nur schienen seine Kicker irgendwie verstanden zu haben: Der Gegner ist nicht Paris, dann müssen wir uns auch nicht so reinhängen wie bei den Franzosen. Ein Fehler, und zwar ein dicker. Denn während die Spielvereinigung machte, was sie angekündigt hatte - auf Fehler und Umschaltmomente lauern und die möglichst konsequent zu Ende bringen - hakte es bei RB gleich an Diversem. Der Aufbau aus der Dreierkette heraus gelang mehr schlecht als recht. Die Impulse aus dem Mittelfeld - nicht wirklich vorhanden. Über rechts, wo Benjamin Henrichs erstmals von Beginn an ran durfte, gelang wenig. Christopher Nkunku bemühte sich, fand aber zu selten Abnehmer für seine Pässe. Immer wieder wurde Angelino auf links gesucht. Aber die Qualität seiner Hereingaben blieb dürftig.

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Nicht mehr als ein Pflichtsieg: RB Leipzig gewinnt nach ganz schwacher erster Halbzeit und Rückstand gegen die SpVgg Greuther Fürth mit 4:1. Zur Galerie
Nicht mehr als ein Pflichtsieg: RB Leipzig gewinnt nach ganz schwacher erster Halbzeit und Rückstand gegen die SpVgg Greuther Fürth mit 4:1. ©

Und Fürth? Die machten, was Leipzig in Paris gemacht hatte. Laufen, ackern, fighten - und das gut. Branimir Hrgota hatte gleich mehrere Gelegenheiten. In der 23. Minute landete der Ball das erste Mal im Netz, aber Schiri Christian Dingert pfiff den Treffer ab, weil Cedric Itten Peter Gulacsi behindert hatte. Der musste in der 42. Minute in höchster Not retten und blieb dann kurz darauf beim Elfmeter von Hrgota ohne Chance. Nordi Mukiele war zuvor Jamie Leweling im Sechzehner wenig regelkonform ins Kreuz gesprungen. Das 0:1 war verdient. RB agierte pomadig, die Körpersprache passte nicht, die Laufintensität ebensowenig. Das Pfeifkonzert zur Pause hatte es in sich.

Poulsens Einwechslung bringt die Wende

Marsch reagierte mit einem Doppelwechsel, brachte Mohamed Simakan für Henrichs und Yussuf Poulsen für Kevin Kampl. Der Däne stach sofort. Silva stürmte über rechts nach vorn, spielte den Ball nach hinten. Dingert erkannte zunächst auf Abseits, gab den Treffer aber nach Hinweis von VAR Pascal Müller. Poulsen stand auch wenig später im Mittelpunkt, als er mit Ball in den Strafraum zog und zu Fall gebracht wurde. Forsberg beschenkte sich selbst zum Ehrentag und rund acht Minuten nach Wiederanpfiff war die Partie auf den Kopf gestellt und zumindest das Zwischenergebnis so, wie es aus Sicht der Hausherren sein sollte. Super-bitter für die zuvor so tapferen Kleeblätter. Während die Fürther Fans schwiegen, kam der RB-Bock nun in Fahrt und nahm den Rest des Stadions mit. Der Auftakt zu einem dann doch noch versöhnlichen Nachmittag.

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(1) Peter Gulacsi: Verhindert aus Nahdistanz das 0:1, ist beim Elfmeter machtlos. Nach der Halbzeit ungeprüft. Note: 3 Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Verhindert aus Nahdistanz das 0:1, ist beim Elfmeter machtlos. Nach der Halbzeit ungeprüft. Note: 3 ©

Denn Marsch bewies auch beim zweiten Wechselschwung ein gutes Gespür. Denn kaum hatte Dominik Szoboszlai den Platz betreten (er kam im Paket mit Tyler Adams in der 63. Minute) stand es 3:1. Nkunku hatte in die Mitte gepasst. Plötzlich wirkte das Angriffsspiel der Leipziger zumindest phasenweise locker und leicht, saßen die Pässe, war mal eine Anspielstation da, wenn sie gebraucht wurde. Das war auch in der 86. Minute so. Szoboszlai nahm Tempo auf, fand Hugo Novoa - natürlich gerade eingewechselt - und der hatte keine Mühe. Ein Treffer eines Nachwuchstalents in der Red Bull Arena, auch das gibt es offenbar.

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Gulacsi - Henrichs (46. Simakan), Orban, Gvardiol - Mukiele, Angelino - Haidara, Kampl (46. Poulsen) - Nkunku (85. Novoa), Forsberg (63. Adams) - Silva (63. Szoboszlai).


Fürth: Funk - Meyerhöfer, M. Bauer, Viergever, Willems (72. Itter) - Griesbeck, Christiansen, Leweling, Dudziak (82. Abiama) - Itten (82. Barry), Hrgota (72. Tillmann).

Tore: 0:1 Hrgota (44./FE); 1:1 Poulsen (46.); 2:1 Forsberg (53.); 3:1 Szoboszlai (65.); 4:1 Novoa (88).

Zuschauer: 24.758