30. August 2018 / 20:42 Uhr

Martin Kind droht neuer Ärger: IG Pro Verein 1896 will Neuwahl des Aufsichtsrats 

Martin Kind droht neuer Ärger: IG Pro Verein 1896 will Neuwahl des Aufsichtsrats 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
96-Präsident Martin Kind ist mit seinem Antrag bei der DFL gescheitert
96-Boss Martin Kind droht neuer Ärger. Die IG Pro Verein 1896 will den Aufsichtsrat neu wählen. © imago/Jan Huebner
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Hannover 96-Boss Martin Kind droht im Streit mit der aktiven Fanszene neuer Ärger: Die IG Pro Verein 1896 hat einen Unterschriftenaufruf initiiert. Ziel ist die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Und zwar „umgehend“. 

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Die Interessengemeinschaft Pro Verein 1896 hat am Abend einen Unterschriftenaufruf initiiert. Ziel ist die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Und zwar „umgehend“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Das Ziel soll die Abwahl des Aufsichtsrats im 96-Mutterverein sein. Gelingt der Initiative dieser Schachzug gegen den 96-Präsidenten, droht Kind die Abwahl als Vorsitzender des Vereins.

Anlass für den Aufruf von Pro Verein ist die aktuelle Klage von Kind gegen die 50+1-Regel, die eine Mehrheit durch den Stammverein gewährleistet. Vereinfacht gesagt: Die Kind-Gegner wollen die Kind-Pläne so schnell wie möglich stoppen. Ob das durch eine Abwahl des Vereins-Vorsitzenden möglich ist, bleibt offen.

Mehr zu 50+1 und Hannover 96

Die ordentliche Aufsichtsrat-Wahl war ursprünglich fürs Frühjahr 2019 geplant. Hintergrund ist das Streitthema 50+1 und der damit einhergehende Verkauf von 51 Prozent der Hannover 96 Management GmbH zum Preis von 12. 750 Euro an Kind. Dieser „erfolgte in Unkenntnis des Wortlauts des gesamten Antrags auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung gegenüber der DFL, wie Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder auf der ordentlichen Mitgliederversammlung 2018 öffentlich einräumen mussten“, heißt der Mitteilung von Pro Verein 1896. Der Aufsichtsrat sei seinen Kontrollaufgaben nicht nachgekommen, heißt es weiter in dem Schreiben, das Pro Verein um 19.17 Uhr per E-Mail versendete. „Ich kann das erstmal nur so zur Kenntnis nehmen. Wir warten das Ergebnis ab“, sagte Kind in einer ersten Reaktion.

Auf der Mitgliederversammlung im April diesen Jahres verweigerten die Mitglieder sowohl dem Aufsichtsrat als dem Vorstand die Entlastung für das Geschäftsjahr 2017. „Bis zum heutigen Tag sind seitens der beiden Gremien keinerlei Ansätze erkennbar, irgendeine Konsequenz daraus abzuleiten“, heißt es weiter in der Mitteilung. Laut Satzung ist die Unterschrift von fünf Prozent aller Mitglieder notwendig sein, um eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Der Verein hat rund 21 000 Mitglieder, 1050 Unterschriften würden genügen.

Kind stärkte seine Position gestern mit einer neuen Personalie. Klaus Timaeus (73), früher Büroleiter der OBs Herbert Schmalstieg und Stephan Weil, ist neuer Mitarbeiter von Kind für Sonderaufgaben im Hannover 96 e.V. „Als mich Martin Kind gefragt hat, ob ich ihn unterstützen kann, musste ich keine Sekunde überlegen. 96 liegt mir am Herzen, und 96 ist mehr als das, was man auf dem Platz sieht“, erklärte Timaeus.

Von Tobias Manzke und Dirk Tietenberg

Diese Fanszene-Treffen der aktiven Fanszene von Hannover 96 fanden bisher statt - und diese Ergebnisse wurden beschlossen

1. Treffen: 11.08.2017 im Haus der Jugend. Ergebnis: Stimmungsverzicht beschlossen. Zur Galerie
1. Treffen: 11.08.2017 im Haus der Jugend. Ergebnis: Stimmungsverzicht beschlossen. ©
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Die Pressemitteilung der IG Pro Verein 1896 im Wortlaut:

Das Ansehen des Hannoverschen Sportvereins von 1896 e.V. hat durch die Übernahmebestrebungen von Martin Kind regional wie bundesweit stark gelitten. Die von Martin Kind nunmehr angestrebten Klageverfahren gegen den Deutsche Fußball Liga e.V., also gegen die Solidargemeinschaft der 1. und 2. Bundesliga, entsprechen nicht dem mehrheitlichen Willen der Mitglieder des Hannoverschen Sportvereins von 1896 e.V. Durch die Nichtakzeptanz der Entscheidung des Präsidiums der DFL durch Martin Kind drohen erneut jahrelange Rechtsstreitigkeiten. Dabei war es Martin Kind selber, der mangels nicht ausreichender clubbezogener Förderung die Ursache für die Ablehnung gesetzt hat.

Der Hannoversche Sportverein von 1896 e.V., aber auch die Bundesligamannschaft (die aktive Fanszene hat in Akzeptanz der DFL-Entscheidung den Stimmungsboykott beendet), dürfen nicht weiter Leidtragende der durch Martin Kind verursachten Situation sein. Das sogenannte "Hannover-Modell" ist gescheitert, die Gesellschafter der Hannover 96 Sales & Services GmbH streiten vor Gericht über die Verteilung von Erlösen. Pro Verein 1896 hatte Martin Kind daher aufgefordert, die Entscheidung der DFL zu akzeptieren und das bisher erfolgreiche Zwei-Säulen-Modell unter Geltung der 50+1 Regel fortzuführen.

Aufsichtsrat kommt seiner Kontrollpflicht nicht nach

Die Zustimmung des Aufsichtsrats zum Vorstandsbeschluss vom 14. Juni 2017 über den Verkauf von 51 % der Hannover 96 Management GmbH zum Preis von 12.750 Euro an den Vorstandsvorsitzenden des Vereins, Martin Kind, erfolgte in Unkenntnis des Wortlauts des gesamten Antrags auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung gegenüber der DFL, wie Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder auf der ordentlichen Mitgliederversammlung 2018 öffentlich einräumen mussten. Dabei handelt der Vorstand unseres Vereins entgegen einem eindeutigen Votum der Mitgliederversammlung vom 27. April 2017. Der Aufsichtsrat kommt dagegen seinen satzungsgegebenen Kontrollaufgaben nicht nach.

Am 19. April 2018 verweigerte die ordentliche Mitgliederversammlung daher sowohl Aufsichtsrat als auch Vorstand die Entlastung für das Geschäftsjahr 2017. Bis zum heutigen Tag sind seitens der beiden Gremien keinerlei Ansätze erkennbar, irgendeine Konsequenz daraus abzuleiten. Der Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung mit Begründung ist dem Aufsichtsrat bis heute immer noch nicht bekannt.

Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung für Neuanfang im Aufsichtsrat

Pro Verein 1896 verfolgt nun die umgehende Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung gemäß § 12, Ziffer 2b) der Satzung unseres Vereins. Die Neuwahl des Aufsichtsrates soll einen Neubeginn, aber auch einen Generationswechsel bewirken und dazu beitragen, das Ansehen von Hannover 96 als Ganzes nicht nur in der Solidargemeinschaft Bundesliga, sondern der gesamten Öffentlichkeit wieder herzustellen bzw. zu verbessern.

Mitglieder des Hannoverschen Sportvereins von 1896 e.V. können ab sofort ihre Unterstützung des Antrags auf Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit ihrer Unterschrift zum Ausdruck bringen.

Mit dem Formular auf unserer Seite erhalten die Mitglieder alle Informationen zu den Anträgen an die Mitgliederversammlung. Die notwendigen Angaben zur Mitgliedschaft bitten wir vollständig auszufüllen und postalisch einzusenden an die aufgeführte Rechtsanwaltskanzlei der Rechtsanwälte Scholz. Im Rahmen des Heimspiels unserer Bundesligamannschaft gegen Borussia Dortmund am 31. August 2018 können ebenfalls Anträge ausgefüllt und abgegeben werden. Weitere Anlaufstellen werden zeitnah bekanntgegeben.

Für eine erfolgreiche Einberufung sind laut Satzung 5 % aller Mitglieder notwendig. Somit können tatsächlich alle Mitglieder diesen Antrag unterstützen, unabhängig von Alter, Art der Mitgliedschaft und Eintrittsdatum. Bei Minderjährigen ist die Unterschrift eines Erziehungsberechtigten notwendig.

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