28. Juni 2018 / 08:20 Uhr

Martin Kind nennt Gehaltsobergrenze bei Hannover 96

Martin Kind nennt Gehaltsobergrenze bei Hannover 96

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Martin Kind, Präsident von Hannover 96.
Martin Kind, Präsident von Hannover 96. © Peter Steffen/archiv
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Für Klubchef Martin Kind ist die Sache klar: Spielergehälter jenseits der Drei-Millionen-Euro-Grenze pro Jahr wird es bei Hannover 96 in absehbarer Zukunft nicht geben. Zudem ärgert es den 74-Jährigen, dass Rekordneuzugang Jonathas noch nicht gezündet hat - und wünscht sich stattdessen Spieler mit Entwicklungspotenzial.

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Hannover 96 will besser werden, Trainer André Breitenreiter hat gefordert, „die Qualität im Kader deutlich anzuheben“. Wer aber gute Spieler verpflichten will, muss dafür zahlen – diese einfache Gleichung gilt erst recht auf einem Markt, der völlig durchgeknallt ist. Da wird mit den Euro-Millionen hantiert, als wären es Gummibärchen. Noch ein Griff in die Tüte, damit er auch wirklich kommt.

Das ist nicht nur so bei den Ablösesummen, sondern auch beim Gehalt. Da galt bei 96 bisher die Zwei-Millionen-Euro-Grenze pro Jahr, doch „die ist ge­knackt“, bestätigt der 96-Chef, „es ist schon viel, was wir jetzt zahlen“, sagt Martin Kind, „aber in Relation zum Markt ist es noch moderat. Die Zahlen, die ich von anderen Vereinen höre, sind da doch noch deutlich anders.“

Das waren die Sommertransfers von Hannover 96 seit 2010:

Sommer 2019: Samuel Sahin-Radlinger (Hannover 96 -> Barnsley FC, ablösefrei nach Vertragsablauf) Zur Galerie
Sommer 2019: Samuel Sahin-Radlinger (Hannover 96 -> Barnsley FC, ablösefrei nach Vertragsablauf) ©
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​"Drei Millionen Euro werden wir nicht zahlen"

So hat der Stürmer Bobby Wood, den 96 verpflichten will, beim HSV 3,6 Millionen Euro pro Jahr kassiert. Bei 96 wird er weniger bekommen – oder der HSV muss die Lücke auffüllen, „so wie wir es auch machen“, erklärt Kind. Bei dem zu Zweitligist Union Berlin gewechselten Manuel Schmiedebach zahlt 96 weiter große Teile des Gehalts.

Zu den aktuellen Topverdienern bei 96 ist Kevin Wimmer nach dem Abgang von Salif Sané zu Schalke aufgestiegen. Der gerade vom HSV verpflichtete Olympiasieger Walace liegt im oberen Drittel.

Auch wenn die zwei Millionen überboten sind, ist für Kind klar: „Drei Millionen Euro Gehalt pro Saison werden wir nicht zahlen.“ Seine Begründung: „Das würde die Struktur von 96 aushebeln. Das wäre kontraproduktiv.“ Kind zieht bei der inflationären Entwicklung eine neue Gehaltsobergrenze ein – die Drei vor dem Komma soll es auf 96-Gehaltszetteln nicht geben. Schwierig genug wird es, das Mannschaftsgefüge auszutarieren. Wer viel leistet, der soll viel bekommen – und nicht derjenige, der zuletzt den Vertrag unterschrieben hat und von explodierenden Spielerpreisen profitiert.

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Schatzschneider fordert: Keine Millionen für Mitläufer

Kind kündigt deshalb an, Profis mit geringer dotierten Altverträgen eventuell besser zu stellen. „Da werden wir uns im Laufe der Saison Gedanken machen“, sagt Kind, „und überlegen, ob wir schrittweise eine moderate Anpassung hinbekommen.“

96-Legende Dieter Schatzschneider hat auch eine klare Meinung zu den Gehältern: „Die Topspieler sollen viel verdienen, aber das Mittelmaß darf nicht so viel bekommen.“ Millionen für Mitläufer will Schatzschneider nicht zahlen.

Kind bremst auch bei den Ablösesummen: „Teure Spieler kaufen, um die Garantie zu haben, dass sie uns helfen, dass kann nicht unser Weg sein.“ Die zehn Millionen Euro für Jonathas , der noch nicht gezündet hat, ärgern den 96-Chef. Sein Wunsch: „Wir sollten auf Spieler mit Entwicklungspotenzial setzen. Der Markt ist groß genug, um Spieler zu finden.“

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