12. September 2020 / 13:27 Uhr

Dreierpack führt zu Hertha-Horror: Das ist Pokal-Held Martin Kobylanski von Eintracht Braunschweig

Dreierpack führt zu Hertha-Horror: Das ist Pokal-Held Martin Kobylanski von Eintracht Braunschweig

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ein Dreierpack für ein Stück DFB-Pokal-Geschichte: Martin Kobylanski von Eintracht Braunschweig
Ein Dreierpack für ein Stück DFB-Pokal-Geschichte: Martin Kobylanski von Eintracht Braunschweig © imago images/Jan Huebner
Anzeige

Martin Kobylanski drückte dem Pokal-Auftakt am Freitagabend seinen Stempel auf. Wer ist der Profi von Eintracht Braunschweig, der Hertha BSC mit einem Dreierpack aus dem Wettbewerb warf? 

Anzeige

Eigentlich hätte Hertha BSC den Braunschweiger Pokal-Helden auch gleich nach dem Spiel mit nach Berlin nehmen können. Denn zum einen fuhr Martin Kobylanski am freien Tag nach dem 5:4 (3:2)-Spektakel im DFB-Pokal sowieso dorthin, um nach eigener Aussage seine Schwester zu besuchen. Zum anderen ist die Sache ja so: Hertha sucht noch dringend zwei Verstärkungen für die Offensive. Und viel prominenter, als Kobylanski das zuletzt getan hat, kann man sich Fußballer aus der zweiten oder dritten Liga kaum ins Schaufenster stellen.

Erst vor zwei Monaten schoss der 26-Jährige den deutschen Meister von 1967 mit 18 Saisontreffern in die 2. Bundesliga zurück. Dann am Freitag das: drei Tore in einem der spektakulärsten Pokalspiele der vergangenen Jahre, in dem ein Zweitliga-Aufsteiger einen ambitionierten Bundesliga-Klub in Runde eins aus dem Wettbewerb warf. "Das war mein erstes DFB-Pokalspiel. Ich denke, das werde ich nicht so schnell vergessen", sagte Kobylanski.

Mehr vom SPORTBUZZER

Dass es für ihn "ein besonderes Spiel ist", das wusste er schon vorher. Denn genau wie ein weiterer Torschütze (Suleiman Abdullahi) und auch der vorerst letzte von elf Braunschweiger Neuzugängen (Felix Kroos) hat auch der frühere U21-Nationalspieler Polens eine Vergangenheit als Spieler des großen Hertha-Rivalen 1. FC Union. "Meine Schwester wohnt gefühlt 500 Meter vom Stadion an der Alten Försterei entfernt", erzählte Kobylanski am späten Abend: "Ich habe auch von ganz vielen Köpenickern und Eisernen schon Glückwünsche bekommen. Ich hatte eine schöne Zeit bei Union."

Vater Andrzej Kobylanski spielte einst in der Bundesliga

Allein deshalb dürfte es mit Kobylanski und der Hertha schwer werden. Zu den deutlich gewichtigeren Gründen zählt aber auch: Die Berliner suchen einen Mittel- und einen Flügelstürmer, aber der Sohn des früheren Cottbusser Bundesliga-Profis Andrzej Kobylanski ist als Nummer 10 hinter zwei Spitzen weder das eine noch das andere - und verfügt trotz seines Pokal-Dreierpacks möglicherweise auch nicht über das nötige Renommee, um für den "Big City Club" interessant zu werden.

Pokal-Held Kobylanski mauert bei Transfer-Gerüchten

Trotzdem mischt sich unter die Pokal- und Aufstiegseuphorie einiger Fans von Eintracht Braunschweig langsam auch die Sorge, ob ihr wichtigster Spieler der vergangenen Monate auch nach dem Ende der Transferfrist am 5. Oktober noch in Braunschweig spielt. Kobylanskis Vertrag ist zwar noch zwei Jahre gültig, aber die Bild berichtete bereits Anfang August über ein Interesse des 1. FC Heidenheim an dem Mann mit der feinen Schusstechnik. Auch nach seinen drei Toren am Freitagabend kam die Frage auf, ob er womöglich schon in Kontakt mit anderen Vereinen stehe. Und Kobylanski antwortete darauf: "Es wäre nicht schlau, wenn ich das jetzt kommentiere. Das lasse ich alles auf mich zukommen."

Kobylanski schon mit 17 Jahren in der 2. Liga

Allerdings betont der Pokalheld bei jeder Gelegenheit auch, wie wohl er sich in Braunschweig fühlt und wie viel Vertrauen ihm dort entgegengebracht wird. Aktuell ist er sogar Kapitän der Eintracht. In das taktische Konzept des neuen Trainers Daniel Meyer passt er genauso perfekt wie in das des Aufstiegscoaches Marco Antwerpen. Auf der anderen Seite ist Kobylanski mit 26 Jahren gerade wieder dort angekommen, wo er schon mit 17 bei Energie Cottbus war: in der 2. Liga.

Karriere mit vielen verpassten Chancen

Danach konnte er sich weder bei Werder Bremen, noch bei Union, noch beim polnischen Erstligisten Lechia Danzig durchsetzen, ehe er über Preußen Münster vor einem Jahr nach Braunschweig kam. Kobylanski hat also auch schon viel verpasst in seiner Karriere, das er vielleicht noch einmal nachholen will. Meyer wurde nach dem Hertha-Spiel jedenfalls gefragt, ob er jetzt Angst habe, dass sein bester Torschützen ein wenig die Bodenhaftung verlieren könnte. Der Trainer sagte: "Ich werde mal beobachten, ob er jetzt mit einem offenen Bus durch die Stadt fährt. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass ich ihn einfangen muss."