08. Januar 2020 / 18:28 Uhr

Männel schwört Aue ein: „Durchdrehen sollte hier niemand“

Männel schwört Aue ein: „Durchdrehen sollte hier niemand“

dpa
Martin Männel
Martin Männel dreht nach einem Treffer seiner Mannschaft beinahe durch. © dpa
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In Spanien bereiten sich die Fußballprofis von Erzgebirge Aue auf die zweite Saisonhälfte vor. Kapitän und Torwart Martin Männel weiß dank seiner Erfahrung, wie wichtig die gemeinsamen Tage im Trainingslager sind.

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Novo Sancti Petri. Sonnenschein, blauer Himmel und frühlingshafte Temperaturen um 18 Grad. Viel Zeit, das schöne Wetter in Andalusien zu genießen, werden die Profis von Zweitligist FC Erzgebirge Aue in den nächsten Tagen nicht bekommen. Das wollen sie auch gar nicht. „Das Trainingslager wird sehr hart. Aber wir wissen auch, wofür wir das machen“, sagt Martin Männel. Der 31 Jahre alte Kapitän der Sachsen und sein Team bereiten sich noch bis zum 17. Januar im Südwesten Spaniens auf die restliche Rückrunde vor: „Aktuell ist keine Zeit zum Genießen, sondern zum Ranklotzen. Wir können uns als Mannschaft einschwören und die Zeit gut nutzen, um einige Sachen zu verbessern, die in der Hinrunde noch nicht so perfekt liefen.“

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Auer 4:1 im Sachsenderby

In Aue setzt es für Dynamo Dresden eine bittere Niederlage. Am Ende geht das Derby mit 4:1 an Erzgebirge Aue. Zur Galerie
In Aue setzt es für Dynamo Dresden eine bittere Niederlage. Am Ende geht das Derby mit 4:1 an Erzgebirge Aue. ©

Dabei zeigt der Blick auf die Tabelle, dass es nur wenige Stellschrauben gibt, an denen die Auer drehen müssen. Die Mannschaft von Trainer Dirk Schuster rangiert auf dem fünften Platz. Der Rückstand auf den Zweiten Hamburger SV beträgt nur zwei Zähler. „Es ist eine außergewöhnliche Situation, aber durchdrehen sollte hier am besten niemand. Die 29 Punkte werden zum Klassenverbleib nicht reichen. Da liegen noch ein paar Schritte vor uns. Das wird kein leichter Weg“, betont Männel. Er verweist vor allem auf die finanzkräftigeren Vereine der 2. Liga: „Es gibt Clubs, die ganz andere Ansprüche und Möglichkeiten haben, um sich beispielsweise mit neuen Spielern zu verstärken. Wir müssen unser komplettes Potenzial abrufen, um drin zu bleiben.“

FCE spielt besser als 2010/2011

Der erfahrene Kapitän nennt zudem die Würzburger Kickers als „warnendes Beispiel“. Die Franken mussten in der Spielzeit 2016/2017 nach 27 Punkten zum Abschluss der Hinrunde am Saisonende absteigen. Ein ähnliches Schicksal soll Aue erspart bleiben. „Es ist immer gut, nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Erst wenn die ominöse Marke von 40 bis 42 Punkten erreicht ist, kann man sich über andere Dinge unterhalten. So sind wir auch in der Saison 2010/2011 verfahren und haben uns von Ziel zu Ziel gehangelt“, erklärt der Torhüter und dienstälteste Aue-Profi rückblickend.

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Mit einem leichten Grinsen erinnert sich Männel, der 2008 von Energie Cottbus zu den „Veilchen“ kam, gern an das bis dato erfolgreichste Zweitligajahr des FC Erzgebirge zurück. Die Auer wurden nach dem Gewinn der Herbstmeisterschaft am Ende der Spielzeit 2010/2011 Fünfter. „Fußballerisch sind wir weiter als vor neun Jahren. Wir haben damals ziemlichen Rumpelfußball auf die Wiese gebracht, aber als Mannschaft keinen Zentimeter auf dem Platz verloren gegeben. Diesbezüglich stehen wir dem Team von damals in nichts nach“, sagt Männel. Inzwischen sei man als Mannschaft gewachsen. „Jeder einzelne Spieler verfügt über viel Zweitliga-Erfahrung, das macht uns noch ein Stück weit besser als damals.“

Um auch in der nahen Zukunft erfolgreich zu sein, soll im Trainingslager der Grundstein gelegt werden. „Es wird die eine oder andere Einheit geben, die auch ein bisschen weh tut“, kündigt Schuster ein straffes Programm in Spanien an. „Ein Thema in der Vorbereitung ist die Fitness, um uns die Kraft für die Rückrunde zu holen. Wir haben viele Gegentore gegen Spielende oder nach Standards kassiert. Das müssen wir hier angehen und in der zweiten Saisonhälfte abstellen“, ergänzt Männel.

Sebastian Wutzler