13. September 2020 / 12:34 Uhr

"Einige jenseits von Gut und Böse": Martin Pyka kritisch nach Hemminger Niederlage

"Einige jenseits von Gut und Böse": Martin Pyka kritisch nach Hemminger Niederlage

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hemmingens Trainer Martin Pyka hat sich vom Spiel in Bavenstedt mehr erhofft.
Hemmingens Trainer Martin Pyka hat sich vom Spiel in Bavenstedt mehr erhofft. © deisterpics/Stefan Zwing
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Der SC Hemmingen-Westerfeld hat sein Gastspiel beim SV Bavenstedt mit 0:1 verloren. Trainer Martin Pyka war mit der Teamleistung zufrieden, jedoch nicht mit jedem Spieler. Abstimmungsprobleme und Fehlpässe kosteten den Hemmingern einen Punktgewinn.

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Unterm Strich hat sich der SC Hemmingen-Westerfeld beim Gastspiel in Bavenstedt ordentlich verkauft, mehr aber auch nicht. Letztlich unterlag das Team von Martin Pyka verdient mit 0:1. Der Coach attestierte seinem Team zwar spielerische Fortschritte, sah aber auch die eigene offensive Harmlosigkeit: „Der Spielaufbau und das Übergangsspiel ins Mittelfeld waren okay, aber im Angriffsdrittel waren wir einfach nicht zwingend genug.“

Die Hausherren begannen druckvoll und liefen die Hemminger früh an. Dennoch bemühten sich die Gäste um spielerische Lösungen, versuchten immer wieder, sich durch Kombinationsfußball zu befreien, statt zu langen Bällen zu greifen. „Über das gesamt Spiel hat man schon gesehen, dass die Jungs das, was wir im Training erarbeiten, umsetzen wollen.“ Dass das auch Risiken birgt, bewiesen die beiden gefährlichsten Situationen der ersten halben Stunde: „In beiden Szenen verlieren wir auf der Sechs den Ball, und die Bavenstedter schalten schnell um.“

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Zu schwach im Eins-gegen-Eins

Nach knapp einer Viertelstunde war Servet Kizilboga der Nutznießer und schoss die Gastgeber in Führung (16. Minute), und nur zwölf Minuten später konnten die Hemminger Lennart Fiech nur per Foul bremsen, doch Bastian Hattendorf scheiterte mit seinem Strafstoß an SC-Keeper Timo Kroß (28.). Die Gäste hatten ihrerseits vor der Pause nur einen nennenswerten Abschluss zu verzeichnen (18.). „Bis 25 Meter vor dem Tor sah das ganz gut aus, aber danach war’s zu fehlerhaft: Entweder war der erste Kontakt nicht gut oder der letzte Pass nicht genau genug - oder wir konnten uns im Eins-gegen-Eins nicht durchsetzen.“

Mit der Defensivarbeit war Pyka alles in allem zufrieden: „Es gab ein paar Abstimmungsprobleme, sodass der Gegner einige Male durch brechen konnte. In letzter Konsequenz haben wir das dann aber alles noch gut verteidigt.“

Nach dem Wechsel sorgte vor allem der eingewechselte Mohammed Charour für etwas Belebung. Mit seiner individuellen Qualität brachte er die SVB-Defensive durchaus hin und wieder in Verlegenheit. „Aber so richtig in Fluss sind wir nicht gekommen, weil der Gegner unsere Offensivbemühungen oft regelwidrig unterbunden hat.“ Rund 20 Fouls habe er gezählt, „das hat es natürlich schwierig gemacht“.

"Nicht im Sinne des Teams"

Es wäre auf jeden Fall mehr drin gewesen, betont der Gästecoach, unverletzlich habe der Titelaspirant nicht gewirkt. „Die Bavenstedter konnten mit Druck schlecht umgehen: Immer wenn wir sie früh attackiert haben, gab es einen Fehlpass - oder sie haben den Ball ins Aus geschlagen.“ Am nächsten waren die Hemminger dem Ausgleich in den Schlussminuten, als Aljoscha Hyde zweimal per Freistoß an SVB-Torwart Lukas Broihan scheiterte (84., 87.).

„Als Mannschaft war die Leistung insgesamt ganz gut, aber in der Einzelbewertung sieht das anders aus: Da sind einige im Soll, andere aber jenseits von Gut und Böse“, resümierte Pyka kritisch, ohne allerdings Namen zu nennen. Er vermisse bei dem einen oder anderen Etablierten hier und da die angemessene Selbsteinschätzung der eigenen Darbietungen respektive des persönlichen Leistungsvermögens. „Das muss sich in Zukunft ändern, denn das ist sicherlich nicht im Sinne des Teams.“