16. Juli 2020 / 18:27 Uhr

Bundesliga-Lizenz der Recken: Vinnhorst-Mäzen Martin Weiß gründet 1. Handball-Club Hannover

Bundesliga-Lizenz der Recken: Vinnhorst-Mäzen Martin Weiß gründet 1. Handball-Club Hannover

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Die Gründer des 1. Handball-Clubs Hannover. 
Die Gründer des 1. Handball-Clubs Hannover.  © Uwe Serreck
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Der Gründungsort passt zu den hohen Zielen von Martin Weiß: Der Multimillionär und Mäzen des TuS Vinnhorst lud ins elfte Stockwerk des „Consulting Tower Hannover“ geladen, um den 1. Handball-Club Hannover (1. HC) ins Leben zu rufen. Sein skurriler Plan: Unter dem Dach des neuen Klubs sollen sich die Vereine im Umkreis von 82 Kilometern um Hannover für den Leistungssport engagieren.

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"Burgdorf ist von einem Großsponsor abhängig. Das ist nicht gut", findet Martin Weiß. Um das zu ändern, will der 71-Jährige demnächst einen „100er-Club“ gründen, an dem sich 100 Sponsoren mit einer Einlage von je einer Million Euro beteiligen sollen – gerade in Corona-Zeiten ein ziemlich ambitioniertes Ziel...

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Her mit dem Ball: Neuzugang Johan Hansen erwartet das Spielgerät sehnsüchtig. Zur Galerie
Her mit dem Ball: Neuzugang Johan Hansen erwartet das Spielgerät sehnsüchtig. ©

"Handball Niedersachsen GmbH" als wirtschaftliche Grundlage

Durch die jährlichen Erträge solle der Etat der Recken aufgestockt werden. Kontakt zu Geschäftsführer Eike Korsen nahm Weiß im Vorfeld aber nicht auf. Seine lakonische Begründung: „Wir wollten das anschubsen und werden im August konkrete Gespräche mit Burgdorf führen.“ Auch Gerald Oberbeck (Eintracht Hildesheim) und Ex-Recken-Manager Benjamin Chatton, laut Protokollentwurf als Gründungsmitglieder vorgesehen, wussten von nichts.

Als wirtschaftliche Grundlage für das Projekt wurde die „Handball Niedersachsen GmbH“ gegründet. Ge­sell­schaf­ter sind der 1. HC mit 52 Prozent der Anteile, die ZAG GmbH Kinder-Art (40 Prozent) und TuS Vinnhorst (3,8 Prozent). Den Rest sollten die eingeladenen Vereine in Anteilen zu je 100 Euro zeichnen. „Badenstedts Frauen wollen das machen“, erzählte Weiß. Der TVB-Vorsitzende Martin Pfeiffer relativiert die Aussage: „Ich würde als Privatperson einen Anteil erwerben. Für unseren Verein habe ich lediglich angefragt, ob wir in der neuen Vinnhorster Halle unsere Topspiele austragen dürfen.“

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Interesse geht gen Null...

Bei den 42 Vereinen, die gerade mal einen Tag vor der Gründungsveranstaltung eingeladen worden waren, ging das Interesse gen null. Außer den Vertretern von TuS Vinnhorst nahm nur Markus Mücke teil. Der Burgwedel-Sprecher: „Ich wollte mich informieren, worum es geht.“ Kein Wunder, das Konstrukt ist nicht leicht zu verstehen. Vorteil für sich beteiligende Klubs sei die Nutzung der Markenrechte, sagt Weiß. Er möchte auch eine engere Fangemeinschaft erreichen, um zu Bundesliga-Spielen mehr Zuschauer in die ZAG-Arena zu locken. Der ZAG-Gründer räumt auch wirtschaftliche Interessen ein: „Es geht darum, die Arena auszulasten.“

Weiß wurde zum Vorsitzenden des 1. HC gewählt. Die weiteren Vorstandsämter blieben unbesetzt: Die vorgesehenen Vertreter von TuS Vinnhorst – Uwe Jan­kows­ky, Axel Schmidt und Stefan Schmidt – lehnten ab.