12. Juli 2020 / 19:01 Uhr

Multi-Sportanlage in Godshorn? ZAG-Gründer Martin Weiß plant nächstes Millionenprojekt

Multi-Sportanlage in Godshorn? ZAG-Gründer Martin Weiß plant nächstes Millionenprojekt

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Vinnhorst-Chef und ZAG-Gründer Martin Weiß hat große Pläne. 
Vinnhorst-Chef und ZAG-Gründer Martin Weiß hat große Pläne.  © Florian Petrow
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Für die Handballer des TuS Vinnhorst entsteht eine neue 15-Millionen-Halle am Mittellandkanal, unweit davon entfernt soll in Godshorn ein weiteres Millionenprojekt umgesetzt werden. Martin Weiß, Mäzen der TuS-Handballer und ZAG-Gründer, will auf einer Fläche von 40.000 m² eine Multi-Sportanlage errichten - die Heimat des neu gegründeten Vereins "ZAG Norddörfer 2020 e.V.". Der Knaller: Eine Seilbahn soll die Halle in Vinnhorst mit dem Gelände in Godshorn verbinden. 

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Martin Weiß, Mäzen der Drittligahandballer des TuS Vinnhorst hat Ideen und vor allem das Geld, um diese auch in die Tat umzusetzen. Anfang Januar wird die neue 15-Millionen-Halle am Mittellandkanal eröffnet, in der die Mannschaft bald in der zweiten Liga spielen soll. Nur etwas mehr als einen Steinwurf entfernt plant der 71-Jährige in Godshorn das nächste Millionenprojekt.

Auf dem seit Jahren brach liegenden Gelände des früheren Hallenfreibades, das Weiß von der Stadt Langenhagen erwerben will, soll auf einer Fläche von 40.000 m² eine Multi-Sportanlage entstehen. Heimat des neu gegründeten Vereins „ZAG Norddörfer 2020 e.V.“, der sich die Förderung des Breitensports zum Ziel gesetzt hat. Weiß war immer dem TuS Vinnhorst eng verbunden und versteht nicht, warum Menschen Mitglieder in Fitnessstudios werden, aber Vereinen den Rücken kehren. Deshalb sagt er: „Ich werde das Verhalten nicht ändern, also muss ich das Angebot der Vereine verändern.“

Bilder vom Handball-Spiel der 3. Liga Nordost zwischen Handball Hannover-Burgwedel und dem TuS Vinnhorst

Der Burgwedeler Lennart Koch hat freie Bahn zum Tor der Vinnhorster. Zur Galerie
Der Burgwedeler Lennart Koch hat freie Bahn zum Tor der Vinnhorster. ©

Nach Vorbild der Arena auf Schalke

Bis zu 100 Millionen will Weiß dafür in die Hand nehmen. Herzstück ist ein Stadion für 5000 Zuschauer mit ausfahrbaren Tribünen, die Platz für 2000 zusätzliche Plätze bieten. Nach Vorbild der Arena auf Schalke ist optional ein Dach geplant. Unter anderem sollen alle Ballsportarten, Sommerbiathlon und Schießsport angeboten werden. Begeistern tut sich Weiß auch für Darts. Die Euphorie, die dort in England herrscht, möchte er mit diesem Spiel auch in Godshorn erzeugen. Doch damit nicht genug. Es soll sich ein Lauftreff etablieren, bei dem nach einer Leistungsdiagnostik die Gruppen gleichstarker Läufer eingeteilt werden. „Es muss doch möglich sein, 300 bis 400 Leute zusammenzubringen“, wünscht sich Weiß.

Für die Verwaltung der Sportanlagen wurde eine Betreibergesellschaft gegründet. Dazu hat sich Weiß prominente Unterstützung geholt. Geschäftsführer wird ab dem 1. August Thorsten Meier, der 15 Jahre als Stadionchef bei Hannover 96 wirkte. „Er bringt die nötige Kompetenz mit“, freut sich Weiß. Geld wolle er mit dem Projekt nicht verdienen. Lediglich Abschreibung und Betriebskosten von insgesamt bis zu drei Millionen Euro müssten erwirtschaftet werden. Deshalb werde es beispielsweise Open-Air-Konzerte geben.

"Es wird eine Seilbahn geben"

All das klingt fantastisch, der eigentliche Knaller ist etwas anderes. „Es wird eine Seilbahn geben“, verrät Weiß. Die soll das neue Gelände in Godshorn mit der nur einen Kilometer Luftlinie entfernten Halle in Vinnhorst verbinden. Ursprünglich wollte der ZAG-Gründer im nördlichen Stadtteil investieren. Die Stadt Hannover sei aber „unbeweglich.“ Deshalb entschied sich der Multimillionär für seinen früheren Wohnort auf der anderen Seite der Autobahn. Kaum vorstellbar, dass es eine Baugenehmigung für die Querung der A2 mittels der Seilbahn oder einem angedachten Skywalk gleich dem am Messegelände gibt.

Wenn es nach Weiß geht soll, sogar die Stadtbahn bis Godshorn verlängert werden. Eher unwahrscheinlich, zumal diese Entscheidung bei der Region liegt. Fraglich scheint auch, ob wie geplant am 1. Oktober der Spatenstich für das Godshorner Mammutprojekt erfolgen kann. Noch sind es nur Lippenbekenntnisse von Martin Weiß, der nach Aussage von Godshorns Ortsbürgermeisterin Ute Biehlmann-Sprung auch den Firmensitz der ZAG von Hannover nach Langenhagen verlegen will.

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„Die Stadt Langenhagen ist sehr interessiert an den Ideen von Herrn Weiß. Wir freuen uns über das Engagement. Auf die Pläne, die uns demnächst vorgelegt werden sollen, warten wir gespannt“, erklärt Pressesprecherin Inga Sievert auf Nachfrage. Bis ein Kaufvertrag unterzeichnet werden kann, wird es also noch dauern. Für Martin Weiß steht der Eröffnungstermin mit dem 3. Oktober 2022 dennoch längst fest. Tina Turner und die Toten Hosen sollen dann spielen. Noch so eine verrückte Idee.