17. Juni 2020 / 07:06 Uhr

Marvin Ducksch und Cedric Teuchert: Das Traumpaar von Hannover 96 ist getrennt

Marvin Ducksch und Cedric Teuchert: Das Traumpaar von Hannover 96 ist getrennt

Dirk Tietenberg
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Cedric Teuchert (links) bereitete in Wiesbaden das 1:0 für Marvin Ducksch klasse vor. Das Sturmpaar „Duckschert“ teilte sich sogar ein Hotelzimmer. Nun riecht es nach Trennung, 
weil 96 sich bei Teuchert und seiner Konstanz nicht mehr so sicher ist. 
Cedric Teuchert (links) bereitete in Wiesbaden das 1:0 für Marvin Ducksch klasse vor. Das Sturmpaar „Duckschert“ teilte sich sogar ein Hotelzimmer. Nun riecht es nach Trennung, weil 96 sich bei Teuchert und seiner Konstanz nicht mehr so sicher ist.  © imago images / Hartenfelser
Anzeige

Stürmer Marvin Ducksch ist zurzeit bei Hannover 96 in Topform. Anders sieht es bei Offensiv-Kollege Cedric Teuchert aus. Nach zuletzt schwachen Leistungen des Schalker Leih-Stürmers wackelt ein Transfer zu den Roten. 

Anzeige

Wenn Marvin Ducksch sauer wird, ist er kaum zu halten. Der frühere Trainer Mirko Slomka wird sich erinnern an die Gala des Sturmduos beim 3:0 in Wiesbaden: Ducksch und Cedric Teuchert. Slomka schimpfte auf das Traumpaar, das sich rund um die Mittellinie herum kurz mal ausruhte.

Teuchert nickte einsichtig, Ducksch meckerte zurück. Die Zündschnur beim mittlerweile treffsichersten 96-Torjäger ist kurz.

Kocak hat neues Bild von Ducksch

In Darmstadt ging Ducksch hoch nach dem Eckballgegentreffer in der Nachspielzeit. Er fuchtelte mit den Armen, schrie: Dies könne alles wieder nicht wahr sein – und ob der Schiedsrichter demnächst statt eines Eckballs nicht gleich Elfmeter gegen 96 geben könne.

Trainer Kenan Kocak hatte den Wutausbruch bemerkt, sogar „registriert, dass ihm diese Niederlage ungemein wehgetan hat. Es ist ein Spiegelbild von dem, wie er sich bei uns gegeben hat, auch in der Corona-Zeit.“ Kocak hat mittlerweile ein neues Bild von Ducksch, ein gutes. Das war nicht immer so.

Der Trainer hatte einst den Eindruck, der Stürmer gebe zu schnell auf, setze nicht nach, hadere zu viel. Ducksch kennt das, ob zuletzt von Düsseldorf oder von St. Pauli. Die Hamburger lobten ihn nach Kiel weg – das dürfte Ducksch seinem Ex-Klub nicht verziehen haben.

Die Karriere von Cedric Teuchert in Bildern:

Der 22-jährige Cedric Teuchert begann seine Fußballkarriere beim 1.FC Nürnberg und durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften. Dort spielte er unter anderem in der U17- und U-19-Bundesliga. Zur Galerie
Der 22-jährige Cedric Teuchert begann seine Fußballkarriere beim 1.FC Nürnberg und durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften. Dort spielte er unter anderem in der U17- und U-19-Bundesliga. ©

Ein bis in die Zopfspitze motivierter Stürmer kann 96 am Mittwochabend nicht schaden. Seit der Corona-Pause reißt er sich zusammen. Folge: Er wurde aktueller Torschützenkönig nach dem Neustart mit fünf Treffern.

Kocak beurteile einen Stürmer nicht nur nach Toren. „Er trainiert sehr gut, ist mit Einstellung und Mentalität bei der Sache“, sagt der Trainer. „Das macht er sehr gut momentan, konstant auf hohem Niveau. Ich hoffe, dass er das Level beibehält und wir sogar noch ein Stück weiter gehen können.“

Behält Ducksch seine Quote, kann er 96 nächste Saison sogar in die Bundesliga schießen.

Teuchert fehlt die Konstanz

Konstant. Hohes Niveau. Das hatte sich 96 auch von Teuchert gewünscht – und wurde in den vergangenen Wochen enttäuscht. So sehr, dass sogar der Transfer wackelt. Der Schalker ist nur geliehen, 96 ließ die Kaufoption (1,5 Millionen Euro) am 30. April verstreichen. Beide Klubs verhandeln neu. Aber auf welcher Basis, wenn Teuchert nicht spielt?

„Kontinuität ist ein Qualitätsmerkmal“, sagt Kocak. Genau diese Konstanz zeigte Teuchert bisher bei keinem Klub. „Er hat eine enorm hohe Konkurrenz“, erklärt Kocak, „und hat trotzdem von Anfang an gespielt.“ Und enttäuscht.

In Osnabrück fing er an, aber die Wende kam nach seiner Auswechslung (58. Minute) und mit dem doppelten Ducksch. Der ehemalige Sturmpartner hat Teuchert inzwischen abgehängt.

Mehr zu Hannover 96

Es riecht nach Trennung in der kommenden Saison. „Das Leistungsprinzip gilt für alle, auch für ihn“, sagt Kocak über Teuchert. In Sandhausen blieb er im Prinzip harmlos. 96 verlor dort 1:3 – der Trainer hat sich das gemerkt. Dann war Teuchert draußen, aus „leistungstechnischen Gründen“, erklärt Kocak.

Der Trainer hat seine Meinung bei beiden Spielern der Aktualität angepasst. Danach lautet der Plan: Mit Ducksch in die nächste Saison, mit Teuchert nicht unbedingt.