03. September 2021 / 10:27 Uhr

Sportler auf dem Trockenen: Blaualgen machen Maschsee-Triathlon zum Duathlon

Sportler auf dem Trockenen: Blaualgen machen Maschsee-Triathlon zum Duathlon

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Schwimmen verboten: Der Maschsee-Triathlon wird wegen der
Blaualgen in diesem Jahr ein Duathlon.
Schwimmen verboten: Der Maschsee-Triathlon wird wegen der Blaualgen in diesem Jahr ein Duathlon. © Maike Lobback
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Nicht nur wegen Corona kommt die 14. Ausgabe des Maschsee-Triathlon am Samstag anders als üblich daher. Das Schwimmen zum Auftakt fällt aus, Grund ist ein Badeverbot aufgrund von Blaualgen. Stattdessen gibt es nun einen weiteren kurzen Lauf, die Veranstaltung wird also zum Duathlon.

Ein normaler Maschsee-Triathlon wäre diese 14. Ausgabe ohnehin nicht geworden wegen der Pandemie. 1000 Starter sind maximal zugelassen, der Nachwuchswettbewerb und die beliebten Staffeln entfallen. Und nun verwässern den Startern auch noch Blaualgen die Freude – wegen des Badeverbots fällt das Schwimmen zum Auftakt aus, stattdessen gibt es einen weiteren kurzen Lauf.

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„Das ist natürlich sehr bedauerlich, aber uns sind da leider die Hände gebunden“, sagt der Sportliche Leiter Jan Raphael vom Veranstalter Eichels. Event. Am Samstag geht es um 9 Uhr mit dem Volkstriathlon los. Um 12 Uhr beginnt die 2. Bundesliga der Männer mit Hannover 96, um 14 Uhr steht das Rennen über die Olympische Distanz mit Hemminger Christian Haupt an.

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Der doppelte Hawaii-Champion und 96-Triathlet Haupt hat gerade das Aloha-Mondsee-Rennen in Österreich in der 40-Klasse gewonnen, er wurde Gesamtsiebter. Einen kälteren Wettbewerb habe er noch nie bestritten, so Haupt, „auf dem Rad habe ich nur gezittert“. Das dürfte ihm am Maschsee kaum passieren, zumal ihm ein Konkurrent einheizen will: der Hamburger Julian Fritzenschaft ist Halbdistanz-Europameister.

Haupt erwartet nach drei Siegen am Stück ein „ausgeglichenes Duell, das sich möglicherweise erst auf den letzten Metern entscheiden wird“. Der zweifache Ironman-Vizeeuropameister Raphael sagt: „Endlich mal jemand, der Christian richtig Feuer machen wird.“ Das sollte auch für die Zuschauer am Strandbad spannend werden. Zwar dürfen nur Teilnehmer die Wechselzone und das Eventgelände betreten, gute Sicht ist aber auch Insel-Beachclub möglich.

Sprung unter die besten fünf "ein Muss"

In der 2. Bundesliga über die Sprintdistanz wollen sich die Männer zum Saisonfinale noch verbessern. Aktuell liegen sie auf dem siebten Platz. Schaffen sie es am Maschsee aufs Treppchen, ist der Sprung unter die besten fünf möglich. „Das ist ein Muss“, bekräftigt 96-Kapitän Sven Kiene.

Zum Aufgebot gehören Philipp Fahrenholz, Hauke Horstmann, Tim Mignon sowie der aus Köln zu 96 gestoßene bundesligaerfahrene Mirko Homann. Haupt verzichtet auf einen Doppelstart, für ihn ist das nächste große Ziel der Langdistanz-Triathlon am ersten Oktoberwochenende, der „Frenchman“ in Hourtin an der Atlantikküste.


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Das Zweitliga-Rennen der Frauen beginnt um 13.15 Uhr. In diesem Jahr hat 96 keine Mannschaft gemeldet. Anlässlich des Maschsee-Triathlons werden in diesem Jahr sowohl die Landesmeister als auch die Titelträger der Region Hannover ermittelt.

Für den 41-jährigen Raphael wird es ein besonderer Triathlon, er hat 2018 seine aktive Karriere am Maschsee beendet. Dass wegen der Blaualgen die guten Schwimmer diesmal Nachteile haben, sei nicht zu ändern. Entscheidend ist für ihn, dass es überhaupt wieder losgeht und dass alle Spaß zu haben – auch die Zuschauer. „Es ist immer wieder Gänsehaut pur zu sehen, welche Freude da manchmal auf der Ziellinie aufkommt“, sagt Raphael.