09. Januar 2021 / 10:00 Uhr

Matchwinner gegen Bayern: Jonas Hofmann ist bei Gladbach zum Unterschiedspieler gereift

Matchwinner gegen Bayern: Jonas Hofmann ist bei Gladbach zum Unterschiedspieler gereift

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Wichtiger Gladbach-Spieler: Jonas Hofmann traf gegen den FC Bayern doppelt.
Wichtiger Gladbach-Spieler: Jonas Hofmann traf gegen den FC Bayern doppelt. © imago images
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Gegen den FC Bayern war er der Schlüsselspieler von Borussia Mönchengladbach: Jonas Hofmann schoss gegen den Rekordmeister einen Doppelpack und legte den Siegtreffer durch Florian Neuhaus auf. Der Trainer Marco Rose schwärmt von ihm.

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Erst den Ball auf der linken Seite abgeschirmt, dann durchgelaufen und vor Manuel Neuer eiskalt geblieben: Der erste Treffer von Jonas Hofmann am Freitagabend gegen den FC Bayern war wohl so etwas wie ein Paradebeispiel für seine Stärken. Diese stellte er dann noch vor der Pause erneut unter Beweis. Er erkannte den freien Raum, stach hinein und tauchte vollkommen ungedeckt erneut von Neuer auf und erzielte den Treffer zum 2:2 nach 0:2-Rückstand für Borussia Möchengladbach. "Die Tore haben wir genauso erzielt, wie wir uns das auch vorgestellt haben", sagte er nach der Partie.

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Hätte Hofmann sich ein Traumspiel gegen den FC Bayern ausmalen können - es hätte wohl ähnlich ausgesehen. Der 28-Jährige avancierte mit einem Doppelpack zum Matchwinner für die Borussia - das dritte Tor durch Florian Neuhaus legte er nebenbei noch auf. "Jonas Hofmann hat dann nach zwei klasse Läufen in die Tiefe zwei Tore erzielt und auch bei meinem Treffer zum 3:2 hat er mir den Ball stark rübergelegt", schwärmte Neuhaus nach der Partie über seinen Mitspieler, der nach einem Muskelbündelriss erst in der vergangenen Woche gegen Arminia Bielefeld sein Comeback gab - und den Siegtreffer auflegte. Aber das nur am Rande.

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Hofmann ist unter Gladbach-Trainer Marco Rose inzwischen ein Unterschiedsspieler geworden. Er erkennt die tiefen Räume, startet hinein und zwingt seine Mitspieler so immer wieder auch wirklich vertikal zu spielen - genau die Art und Weise wie es der Trainer sehen will. "Er denkt sehr vertikal in seinem Spiel, macht unglaublich viele Meter. Er bespielt sehr viele Räume, hat eine gewisse Spielfreude, entscheidet Dinge auch intuitiv, arbeitet mit nach hinten. Hofi in sehr guter Form ist für uns ein wichtiger Faktor, gerade für die Art und Weise, wie wir spielen wollen", schwärmte Rose schon vor dem Spiel gegen den FC Bayern.

In seinen bisher 14 Pflichtspielen für die Borussia stellte Hofmann immer wieder heraus, wie wichtig er wirklich für die Mannschaft ist. Sechs Treffer erzielte er dabei selbst, acht weitere Tore legte der gebürtige Heidelberger auf. Längst ist er nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft von Rose, der ihm nach seiner Verletzung sogar eine Art Einsatzgarantie gab. Heißt: Ist Hofmann fit, wird er spielen. Der frühere Profi von Borussia Dortmund überzeugt in seinen Einsätzen regelmäßig mit Übersicht, Passgenauigkeit und Laufbereitschaft - Attribute, die er übrigens schon beim BVB an den Tag legte. Doch dort reichte es für ihn damals nicht für den absoluten Durchbruch, er wurde nach Mainz verliehen - und hatte große Verletzungsprobleme.

Hofmann debütierte im DFB-Team

"Persönlich haben mich die Verletzungen weitergebracht", sagte er damals zwar. Doch die Chance, nach der Leihe beim BVB Fuß zu fassen, war dahin. Im Januar 2016 wechselte er dann zur anderen Borussia nach Mönchengladbach. "Als Gladbach mir ein Angebot gemacht hat, musste ich nicht lange überlegen. Gladbach zähle ich, vom Gesamtpaket her, zu den ganz Großen - hinter Bayern und Dortmund. Für mich als junger Spieler ist das der perfekte Klub, um mich weiterzuentwickeln." Das hat er geschafft, ist dort inzwischen zum deutschen Nationalspieler geworden. Am 7. Oktober 2020 debütierte er im Länderspiel gegen die Türkei, durfte im November gegen Tschechien auch noch einmal ran. "Es hat mir noch mehr Selbstvertrauen gegeben, das war noch mal ein i-Tüpfelchen auf der Karriere, weil ich schon als Kind davon geträumt habe", sagte Hofmann zuletzt der Rheinischen Post. "Ich habe auch das Gefühl, dass mir das Erlebnis noch mehr Konstanz gibt."

Diese war - auch verletzungsbedingt - bisher tatsächlich das größte Problem des Jonas Hofmann. Das weiß auch sein Trainer Rose. "Mal gucken, was nachhaltig passiert. Wichtig ist, dass er gesund bleibt, die Form bestätigt und sich möglicherweise auch richtig in Nationalmannschaftsverfassung bringt", sagte er zuletzt. Mit Spielen wie gegen den FC Bayern ist er da sicherlich auf dem richtigen Weg. Wenn er diese Form über die Saison halten kann und wirklich verletzungsfrei bleibt, wird er auch für Bundestrainer Joachim Löw im Sommer für die EM mehr als nur eine Option sein.