02. Mai 2021 / 19:26 Uhr

Matchwinner Melchiori: "Spiel zwei wird noch härter!"

Matchwinner Melchiori: "Spiel zwei wird noch härter!"

Jürgen Braun
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Julian Melchiori von den Grizzlys Wolfsburg erzielt das Tor zum 2:3 während des Spiels zwischen den Eisbären Berlin gegen die Grizzlys Wolfsburg am 02.05.2021 in Berlin, Deutschland. (Foto von City-Press GmbH)
Nerven aus Stahl: Julian Melchiori (Nr. 44, 2. v. r.) schoss Wolfsburg in Berlin mit toller Einzelleistung zum Sieg in Finalspiel Nummer 1. © City-Press / Grizzlys Wolfsburg
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Der Wolfsburger Eishockey-Wahnsinn geht weiter! Jetzt ist sogar der Titel zum Greifen nah. Mit 3:2 nach Verlängerung gewannen die Grizzlys am Sonntag Spiel eins der Play-Off-Final-Serie bei den Eisbären Berlin. Ein Sieg fehlt noch, doch alle bleiben auf dem Teppich.

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Der Wolfsburger Eishockey-Wahnsinn geht weiter! Jetzt ist sogar der Titel zum Greifen nah. Mit 3:2 nach Verlängerung gewannen die Grizzlys am Sonntag Spiel 1 der Play-Off-Final-Serie bei den Eisbären Berlin. Gerrit Fauser, Garrett Festerling und Julian Melchiori mit einer Super-Einzelleistung ließen die Braunbären am Ende tanzen. Sie brauchen nur noch einen Sieg aus maximal zwei Spielen, um deutscher Eishockey-Meister zu werden. Am Mittwoch (19.30 Uhr) ist die erste Chance. Matchwinner Melchiori nach seinem Tor in der Verlängerung: "Das ist ein Traum, kaum zu beschreiben, nach dem, was wir in dieser Saison alles erlebt haben. Das war nur der erste Schritt! Spiel zwei wird noch härter."

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Erst am Freitag hatten die Grizzlys in einer Nervenschlacht mit 2:1 beim Top-Titelfavoriten Adler Mannheim gewonnen und den Final-Einzug klargemacht. Knappe Spiele können die Grizzlys. Das war nicht erst am Freitag und am Sonntag so.

Es war nur der erste Schritt - dennoch war natürlich auch Melchiori überglücklich. Nur ein Tor war dem Vielspieler in der Saison bis dahin geglückt, oft hatte er einfach Pech gehabt. "Wenn man oft auf dem Eis ist, lernt man, ruhig zu bleiben. Manchmal auf die harte Tour." Sprich: Weil man hart gecheckt wird. Oder noch gestoppt wird. Aber Panik ist nie ein guter Ratgeber. Und in die verfiel Melchiori in der Defensive in der gesamten Saison nie. Und offensiv hat er auch Bärenruhe. "Die Emotionen, die so ein Spiel mit sich bringt, dürfen einen nicht zu sehr packen", erläuterte er. "Das ist etwas, was ich über all die Jahre gelernt habe. Und etwas, was wir auch als Mannschaft können. Wir waren in vielen Spielen unter hohem Druck beteiligt. Das ist einfach Erfahrung. Und die hat sich diesmal ausgezahlt."

Kapitän Sebastian Furchner, der als DEL-Akteur mit den zweitmeisten Play-Off-Einsätzen noch auf einen Meistertitel wartet, sagte: "Die Partie war hart umkämpft wie alle anderen Spiele auch. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Der letzte Biss, den wir hatten, hat den Ausschlag gegeben." Und zum Matchwinner meinte er: "Die individuelle Leistung vom Mel - das war ein richtig geiles Tor. Chapeau. Aber ein dreckiges Tor und ein tolles schauen am Ende gleich aus." Der Sieg zähle. Der erste im Finale. Der erste Schritt. Mit Blick auf Mittwoch sagt er: "Wir erwarten wieder einen harten Kampf über 60 Minuten oder mehr und spielen wieder auf Sieg."

Mit einem Sieg in die Play-Off-Final-Serie. Das ist Wolfsburg in seinen bisherigen drei Final-Anläufen noch nie geglückt. Daheim nicht, auswärts nicht.

Eine Serie hielt: Das Team von Trainer Pat Cortina gewann auch das fünfte Saison-Duell mit den Eisbären. Und eine Serie riss: Die Eisbären verloren im vierten Anlauf erstmals ein Play-Off-Heimspiel gegen Wolfsburg, nachdem die Final-Serie 2011 mit 3:0 und das Viertelfinale 2018 mit 4:1 an sie gegangen war.

Cortina sagte: "Es hat Spaß gemacht, dabei zu sein. Es war ein gutes Eishockey-Spiel von beiden Mannschaften, unglaubliches Tempo in der Verlängerung. Großes Kompliment an beide Mannschaften." Jetzt gelte es, mit endlich mal wieder zwei Tagen Pause nach 21 Partien in 42 Tagen "Energie zu finden und mit dem Kopf im Hier und Jetzt" zu bleiben "vor der großen Aufgabe im nächsten Spiel".

Fauser: Dynamik halten, um etwas Großes zu schaffen!

Gerrit Fauser sagte: "Am Ende haben wir das gut gemacht, gut verteidigt, haben vorn gut Druck machen können, haben vielleicht die ein, zwei kleinen Fehler besser gemacht - und das hat es dann am Ende entschieden. Das war für uns ein super wichtiger Schritt in die richtige Richtung, aber der große und schwerste kommt noch."

Die Grizzlys haben eine starke Form. Fauser kann es erklären: "Es opfert sich jeder für die Mannschaft, jeder macht seinen Job, wenn jeder seinen Teil beträgt, dann entwickelt sich eine Dynamik, und die haben wir gerade in der Kabine. Die müssen wir beibehalten, dann haben wir eine gute Chance, dass wir was Großes schaffen."