18. März 2021 / 14:46 Uhr

Mathias Springer: Karriere fast beendet, jetzt Westerbecks Kapitän

Mathias Springer: Karriere fast beendet, jetzt Westerbecks Kapitän

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Auf einer Jogging-Runde beobachtete er Spieler des SV Westerbeck beim Training: „Da juckte es sofort wieder in meinen Füßen und keine zwei Wochen später war ich im Verein angemeldet“, erinnert sich Mathias Springer (r.).
Auf einer Jogging-Runde beobachtete er Spieler des SV Westerbeck beim Training: „Da juckte es sofort wieder in meinen Füßen und keine zwei Wochen später war ich im Verein angemeldet“, erinnert sich Mathias Springer (r.). © Lea Rebuschat
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Er ist der Kopf der Mannschaft, sein Wort hat auf dem Platz und in der Kabine Gewicht: Der Fußball-Kapitän. In der Corona-Krise ist vieles anders, er aber nicht weniger gefordert. Wie funktioniert Zusammenhalt trotz Lockdown? Wie geht Gemeinsamkeit trotz Einsamkeit? Wie geht Fitness ohne Teamtraining? Der Sportbuzzer fragt nach: Wie ist die Lage, Kapitän?

Das Kapitel Fußball hatte Mathias Springer vor acht Jahren für beendet erklärt. Der 34-Jährige spielte viele Jahre in Mecklenburg-Vorpommern bei seinem Heimatverein Grevesmühlener FC in der Landesliga, 2013 zog es ihn beruflich nach Wolfsburg, zudem traten zunehmend Knie-Probleme auf. „Ich hatte eigentlich gedacht, das war es mit Fußball für mich“, sagt der defensive Mittelfeldspieler. Auf einer Jogging-Runde beobachtete er dann aber Spieler des SV Westerbeck beim Training. „Da juckte es sofort wieder in meinen Füßen und keine zwei Wochen später war ich im Verein angemeldet“, sagt Springer mit einem Lachen.

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Seit vergangener Saison ist er der Kapitän der Westerbecker, doch reicht dem ehemaligen Landesliga-Spieler die Kreisliga? „Ich hatte keine Ansprüche mehr, wieder höher spielen zu wollen, da es auch berufsbedingt und durch meine Familie nicht mehr passt“, sagt der Vater zweier Söhne, der in der Motorenentwicklung bei Volkswagen arbeitet. Im Verein fühlte Springer sich vom ersten Tag an super aufgehoben. „Es ist ein sehr aufgeschlossenes und familiäres Umfeld. Ich wurde so aufgenommen, wie man es sich wünscht.“

Dieses familiäre Gefühl möchte Springer auch an künftige Zugänge weitergeben. „Zudem versuche ich, Grundwerte wie Respekt und Disziplin auf und neben dem Platz vorzuleben, wie auch ein hohes Maß an Einsatz und Kampfbereitschaft.“ Der SV-Kapitän übernimmt gern Verantwortung, bezeichnet sich selbst aber „nicht als Lautsprecher auf dem Platz. Ich versuche, die Ordnung auf dem Feld aufrechtzuerhalten.“

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Die laufende Saison verlief für Westerbeck „durchwachsen“. Auf einen 2:0-Sieg beim SV Osloß folgten gegen Aufsteiger FSV Vorhop-Schönewörde (1:5) und Tabellenführer SV Rühen (0:7) deutliche Niederlagen. „Wir hatten viel Verletzungspech, wodurch uns einige wichtige Säulen weggebrochen waren. Dadurch wurde auch die Stimmung in der Mannschaft schlechter“, sagt Springer. Der langjährige Trainer Hartmut Müller schmiss hin, Andi Königsmann übernahm das Amt. Die letzte Begegnung vor der Unterbrechung bei Schlusslicht Wesendorfer SC gewann der Tabellenfünfte der Kreisliga A Gifhorn mit 3:1. Für eine mögliche Rückrunde wünscht Springer sich „einen guten Start und dass wir von Verletzungen verschont bleiben“.

An Gifhorns Gewässern

Durch die Corona-Pause hat der SV-Kapitän mehr Zeit für seine Familie – und ein Hobby. Vor drei Jahren machte der 34-Jährige den Fischereischein und war in letzter Zeit häufiger an Gifhorns Gewässern anzutreffen „Meine Beute ist sicherlich ausbaufähig, aber ich arbeite daran“, sagt der SVW-Kapitän mit einem Lachen.

Die Kapitäns-Tipps für die Corona-Zeit

Freizeit-Tipp: „Angeln. Der Moment, wenn ein Fisch anbeißt und man darum kämpft, ihn einzuholen, gefällt mir. Es ist ein richtiger Adrenalin-Schub.“

Film-Tipp: „Blow, die Geschichte und wie der Film gemacht ist, gefällt mir. Außerdem mag ich Johnny Depp.“

Youtube-Tipp: „Varion. Er ist ein Youtuber aus Mecklenburg-Vorpommern, der in kurzen Sketchen über Alltagssituationen für das ein oder andere Schmunzeln sorgen kann.“