02. Januar 2022 / 07:51 Uhr

Mathis Mönninghoff: Vom Trainings- zum Stammspieler bei der BG Göttingen

Mathis Mönninghoff: Vom Trainings- zum Stammspieler bei der BG Göttingen

Kathrin Lienig
Göttinger Tageblatt
Familie Mönninghoff hat Heiligabend zu viert verbracht.
Mathis Mönninghoff im Kreis seiner Familie. © r/privat
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Er ist der dienstälteste Spieler bei der BG Göttingen. Danach sah es im Sommer 2020 allerdings nicht aus, als Mathis Mönninghoff ohne Vertrag war und sich als Trainingsspieler fit gehalten hat. Unter Headcoach Roel Moors ist der Familienvater zum festen Bestandteil des Teams geworden.

Hinter Mathis Mönninghoff liegt ein ereignisreiches Jahr 2021 – sowohl privat als auch sportlich. Anfang Oktober ist der Basketballer zum zweiten Mal Vater geworden, drei Jahre nach Leno wurde Emil geboren. Bei seinem Verein BG Göttingen gehört er zur Stammbesetzung, bekommt von Headcoach Roel Moors regelmäßig viel Spielzeit und hat Anfang Dezember in Heidelberg die 1500-Punkte-Marke geknackt.

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Der Jahreswechsel bietet sich aber immer auch an, voraus zu schauen: „Ich hatte noch nie besondere Vorsätze und möchte so weitermachen wie bisher“, sagt der 29-Jährige, der im März seinen 30. Geburtstag feiert und zugibt, „vielleicht ein kleines Problem damit zu haben. Aber meine Frau wird einen Monat vor mir 30, da kann ich mir das schon einmal anschauen.“ Dass diese Drei vor der Null in seinem Leben vielleicht dazu führt, sich mehr Gedanken über die Zukunft zu machen, verneint er. Über das, was nach dem Basketball kommen könnte, habe er schon nachgedacht. „Als ich vor eineinhalb Jahren ohne Vertrag dastand, habe ich ans Aufhören gedacht. Ich habe Ideen und Pläne, was nach der sportlichen Laufbahn kommen könnte“, sagt Mönninghoff, der zugibt, in dieser Phase der Unsicherheit im Sommer 2020 „mental in einem Tief“ gesteckt zu haben. „Ich konnte verstehen, warum man mich nach der schwachen Saison zuvor nicht haben wollte und bin Roel Moors sehr dankbar, dass ich als Trainingsspieler weiter dabei sein konnte und die Chance bekommen habe, mich ins Team zurück zu kämpfen“, sagt der Forward.

Derby am Sonntag gegen Braunschweig

Dass ausgerechnet das Derby gegen die Basketball Löwen Braunschweig am Sonntag um 15 Uhr in die sogenannte Weihnachtsruhe fällt, ist für die Fans beider Teams bedauerlich. Denn nur 500 Zuschauer dürfen die Partie live in der Sparkassen-Arena verfolgen. Einen freien Ticketverkauf wird es daher nicht geben. Mit den Ostniedersachsen haben die Göttinger noch eine Rechnung offen, denn das Team von Löwen-Trainer Jesus Ramirez warf die BG im Oktober aus dem BBL-Pokal. Die Moors-Truppe schaffte es im Pokalspiel nicht, die offensiv-starken Braunschweiger (86,6 Punkte pro Spiel) mit ihrer Verteidigung zu stoppen und musste sich am Ende deutlich 77:97 geschlagen geben. Die Löwen unterlagen am Mittwoch bei Tabellenführer Telekom Baskets Bonn mit 83:89, hatten dafür aber einen Tag länger als die Göttinger Zeit, sich für das Derby zu regenerieren.

Auf seinen Trainer lässt Mönninghoff nichts kommen. „Er macht nicht viel anders, aber ich habe mich unter ihm weiterentwickelt und er ist ein super Mensch. Wir alle haben Spaß im Training, er macht Witze und ist schon ein besonderer Trainer“, sagt der Basketballer, der durchaus Vergleichsmöglichkeiten hat. „Ich kenne die Trainer der verschiedenen Nationalmannschaften, da habe ich alle Altersklassen ab U16, über A2 und A1 bei den Herren durchlaufen. Ich war in den USA am College und habe auch in der BBL einige Trainer kennengelernt.“

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Bilder vom Spiel gegen Ulm:

ratiopharm Ulm - BG Göttingen 2021/22

Das dramatische Spiel zwischen der BG Göttingen und ratiopharm Ulm in Bildern. Zur Galerie
Das dramatische Spiel zwischen der BG Göttingen und ratiopharm Ulm in Bildern. © Michael Schmidt/Eibner-Pressefoto

Auf die Frage, ob er in dieser Saison in einem Team ohne Stars spiele, überlegt er einen Moment. „Eigentlich schon, aber wenn man ehrlich ist, brauchen wir die Punkte von Kamar Baldwin“, sagt Mönninghoff dann. Insgesamt habe man sich „gut gefunden – sowohl defensiv als auch offensiv“. Das habe auch der „Charakter-Sieg“ gegen den SYNTAINICS MBC gezeigt. Er gehe gern in die Halle zum Training. „Jeder hat in dieser Mannschaft etwas zu sagen und hat auch eine Stimme, auch Marios“, spielt der Routinier auf den jüngsten Spieler im Kader, Marios Giotis, an. Die Tatsache, dass zwei Spieler Anfang Dezember die Mannschaft verlassen haben, habe den Teamgeist noch gestärkt. „Wir mussten näher zusammenrücken, in dieser Situation wurde von jedem noch etwas mehr verlangt.“ Dass derzeit Wochen der Wahrheit, die auch Moors so genannt hat, laufen, sei jedem bekannt. Natürlich schaue er gern auf die Tabelle, wenn die BG weiter oben mitspielt. „Das kann man auch cool finden, darf sich aber auch nicht darauf ausruhen. Wichtig ist, wo wir Anfang Mai stehen.“

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Über das Erreichen der 1500-Punkte-Marke habe er sich gefreut. Dass er im Januar seine 300. Partie in der easyCredit BBL spielen wird, findet er sogar noch besser: „Vor dem Hintergrund, dass ich fast aufgehört hätte, zeigt mir diese Zahl, dass ich doch den richtigen Weg eingeschlagen habe und dass sich all die Anstrengungen in den vergangenen eineinhalb Jahren gelohnt hat.“ Eine Extra-Motivation geben die Fans: „Die sind so wichtig, auch die der Gegner. In der vergangenen Saison fand ich es schwierig, ohne Zuschauer in der Halle zu spielen. Das hat sich oft angefühlt wie im Training“, sagt Mönninghoff.

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Er ist aber nicht nur sportlich zufrieden, auch persönlich läuft es rund beim 29-Jährigen. Wann immer es geht, nimmt er sich Zeit für seine beiden Söhne Leno (3 Jahre) und Emil (3 Monate), der Familienhund „Cookie“ wird gerade von Mönninghoffs Schwiegermutter in Bamberg verwöhnt. So bleibt ihm zwischen Training, Spielen und Auswärtsfahrten genug Zeit, seine Frau Catharina zu entlasten. „Sie macht einen super Job, studiert ja auch noch nebenbei“, berichtet der Basketballer, der seinen älteren Sohn auch immer mal mit in die Trainingshalle nimmt oder aber mit ihm auf dem Fußballplatz neben seinem Domizil im Kiesseekarree kickt. „Er geht gern in die Halle und schnappt sich einen Ball. Aber ich würde ihn nie zwingen, Basketballer zu werden.“