05. Mai 2020 / 16:31 Uhr

Mats Facklam im LN-Sportbuzzer-Interview über seine Zeit in der 3. Liga und seine neue Aufgabe beim SV Eichede

Mats Facklam im LN-Sportbuzzer-Interview über seine Zeit in der 3. Liga und seine neue Aufgabe beim SV Eichede

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Mats Facklam spricht im großen LN-Sportbuzzer-Interview über seine sportliche Vergangenheit und seine weiteren sportlichen Ziele
Mats Facklam spricht im großen LN-Sportbuzzer-Interview über seine sportliche Vergangenheit und seine weiteren sportlichen Ziele © Agentur 54°
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Auch von "falschem Ehrgeiz" spricht der 1,96 Meter große Stürmer...

Der verlorene Sohn kehrt zurück. Mats Facklam geht in der kommenden Saison wieder für den Oberligisten SV Eichede auf Torejagd. Im Interview mit dem LN-Sportbuzzer spricht der 1,96 m große Stürmer, der noch in der Landeshauptstadt Kiel wohnt, aber längst eine neue Wohnung in Hamburg sucht, unter anderem über seine letzten drei Stationen und verrät, welche Rolle Trainer Denny Skwierczynski (46) bei seiner Verpflichtung gespielt hat.

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SV Eichede-Rückkehrer Mats Facklam schwärmt von Potential der Mannschaft und Neuzugang Marcello Meyer

Hallo Mats, herzlich Willkommen zurück beim SV Eichede. Was war ausschlaggebend für die Rückkehr an die Matthias-Claudius-Straße?

Die Perspektive, die mir durch die ganzen Verpflichtungen aufgezeigt wurde. Mit Marcello Meyer haben wir einen richtig guten Spieler an Land gezogen. Außerdem möchte ich wieder Spaß am Fußball haben und freue mich auf die Jungs, von denen ich noch viele von früher kenne.

Wie schätzt du das Potential der Truppe ein?

Ich habe in der gerade abgebrochenen Saison einige Spiele gesehen. Da konnte man schon das enorme Potential sehen, das in der Truppe steckt. Einzig die Abgeklärtheit fehlt. Um so wichtiger ist der Transfer von „Cello“ gewesen. Auch ich möchte meinen Teil dazu beitragen.

Wertvolle Zeit bei Drittligist SF Lotte und Regionalligisten Eintracht Norderstedt und Holstein Kiel

Es gibt nicht wenige Leute, die Eichede schon jetzt zu den Topfavoriten in der nächsten Saison zählen.


Das ehrt mich. Keine Frage, wir wollen oben mitspielen. Doch sehe ich noch paar andere Mannschaften oben. Vor allem den SV Todesfelde, der auch eine super Mannschaft hat und im Großen und Ganzen zusammenbleibt.

Was hast du bei den Stationen in der Dritten Liga (SF Lotte) und Regionalliga (Eintracht Norderstedt und Holstein Kiel II) gelernt?

Ich habe unglaublich viele neue Leute kennengelernt, die alles für den Fußball geben. Moritz Heyer, mit dem ich in Lotte zusammengespielt habe, gehört zu meinen besten Freunden. Wir hatten anfangs den gleichen Berater, saßen im Mannschaftsbus immer nebeneinander oder lagen bei den Auswärtsfahrten zusammen auf einem Zimmer. Obwohl Moritz jetzt beim VfL Osnabrück spielt, haben wir täglich Kontakt. Da ist eine richtige Freundschaft über den Fußball hinaus entstanden.

In Lotte fing es erst gut an, dann gab es Probleme.

Ich bin zu zehn Einsätzen gekommen, stand davon fünf Mal in der Anfangsformation und habe viermal über 90 Minuten gespielt. Das Feedback war durchweg positiv. Nachdem dann aber der Cheftrainer und der Co-Trainer gehen mussten, hat der neue Trainer alles komplett umgekrempelt, so dass für mich offenbar kein Platz mehr war.

Saison 20/21: Die Sommertransferhighlights aus der LN-Region im Überblick.

Bisher für den Wiener Zweitligisten Floridsdorf am Ball, jetzt für den VfB Lübeck: Osarenren Okungbowa (M.). Zur Galerie
Bisher für den Wiener Zweitligisten Floridsdorf am Ball, jetzt für den VfB Lübeck: Osarenren Okungbowa (M.). ©

27 Einsätze und 6 Saisontore für Mats Facklam bei Eintracht Norderstedt

Wieso der anschließende „Abstieg“ in die Regionalliga?

Das war eine ungünstige Zeit. Es waren noch zwei Wochen bis die Transferperiode geschlossen wurde. Da hatten die meisten Vereine ihre Kaderplanung schon abgeschlossen. Interessenten waren da. Doch hatten die Vereine kein Restbudget mehr offen.

Es ging zurück in den Norden – zunächst nach Norderstedt.

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Für mich war das eine sinnvolle Entscheidung, weil ich so meine berufliche Ausbildung fortsetzen konnte. Zudem war ich schon vorher in Verhandlungen mit dem Verein. Der Kontakt zu Präsident Reenald Koch war nicht abgebrochen.

Wie bewertest du die Saison rückblickend bei der Eintracht (27 Spiele, sechs Tore)?

Das war eine sehr schöne Saison, auch wenn es am Ende knapp mit dem Klassenerhalt beendet wurde. Ich finde, dass ich in dieser Zeit viel dazugelernt habe. Da ich meistens Außen gespielt habe, hat mich das variabler und unberechenbarer gemacht.

Bundesligatrainer Ole Werner bekundet Interesse an Mats Facklam

Danach bist du dem Lockruf der Kieler „Störche“ gefolgt.

Ole Werner (der heutige Trainer der Zweitliga-Mannschaft, die Red.) hatte mich zuvor schon auf dem Zettel gehabt. Ich durfte sogar bei den Profis mittrainieren. Das hat extrem viel Spaß gemacht mit den Jungs, die ich vorher nur aus dem Fernsehen kannte. Wenn meine Verletzung nicht gewesen wäre, die ich aus Norderstedt mitgebracht habe, wäre einiges anders gelaufen.

Das war deine erste schwerere Verletzung.

Im Nachhinein hätte ich die Verletzung richtig auskurieren sollen. Ich wollte es nie richtig sehen, dass die Verletzung da ist, und wollte unbedingt gegen meinen alten Klub aus Norderstedt spielen. Im Training habe ich es immer wieder gespürt. Ich konnte kaum laufen. Das war dumm und falscher Ehrgeiz.

SVE-Coach Denny Skwierczynski und Marcello Meyer überzeugen Facklam endgültig

Worauf freust du dich in Eichede am meisten?

Ich habe extrem Bock drauf. Nachdem Denny (Trainer Skwierczynski, die Red.) mich angesprochen und Marcello mich angeschrieben hat, war mir relativ schnell klar, dass das was Geiles werden kann. Wir haben ein gutes Team und wollen wie gesagt oben mitspielen.

Welche Rolle hat der Trainer bei der Verpflichtung gespielt?

Ich habe schon in der Jugend-Landesauswahl unter Denny gespielt. Das muss in der D- oder E-Jugend gewesen sein. Er zeichnet sich durch eine akribische Arbeit aus. Außerdem hat er den unbändigen Willen, Spiele zu gewinnen, will jeden Spieler besser machen und attraktiven Fußball spielen lassen. Das hat mich überzeugt.

Danke, Mats, für das Interview und viel Glück und Erfolg beim SV Eichede!