15. September 2020 / 07:24 Uhr

Matthäus über Alaba-Poker mit dem FC Bayern: "Wird nicht das sein, was ihn noch glücklicher macht"

Matthäus über Alaba-Poker mit dem FC Bayern: "Wird nicht das sein, was ihn noch glücklicher macht"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
„Mehr Gehalt nicht die klügste Entscheidung“ Lothar Matthäus hält es nicht für die klügste Entscheidung von David Alaba, in den Vertragsverhandlungen mit dem FC Bayern mehr Gehalt zu fordern. 
„Mehr Gehalt nicht die klügste Entscheidung“ Lothar Matthäus hält es nicht für die "klügste Entscheidung" von David Alaba, in den Vertragsverhandlungen mit dem FC Bayern mehr Gehalt zu fordern.  © imago images/opokupix
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Der Vertragspoker zwischen dem FC Bayern und dem österreichischen Profi David Alaba zieht sich seit Wochen hin. Angeblich soll der Defensivspezialist ein höheres Gehalt fordern. Für Sky-Experte Lothar Matthäus wäre das "nicht die klügste Entscheidung". 

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Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat mit Blick auf die Vertragsverhandlungen zwischen David Alaba und dem FC Bayern München wenig Verständnis für den Poker des Österreichers um mehr Geld. "Sollte es wirklich so sein, dass es ihm und seinem Berater nur noch darum geht, mehr Gehalt zu bekommen, wäre das in meinen Augen nicht die klügste Entscheidung“, schrieb der 59-Jährige in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky. Auch er hätte zu seiner Zeit bei einigen Verträgen mehr Geld herausholen können. "Aber ich kann David versichern, dass es am Ende seiner Karriere nicht das sein wird, was ihn noch glücklicher macht.“

Der Weltmeister von 1990 sieht beim Champions-League-Sieger Bayern München Torhüter Manuel Neuer und Stürmer Robert Lewandowski an der Spitze des Gehaltsgefüges. Wenn Alaba durch seinen neuen Vertrag bei Bayern in die Top 3 oder Top 5 aufsteige, sei das völlig in Ordnung. "Vor allem in der heutigen Zeit und bei einer Verbindung wie die von David und den Bayern sollte Geld nicht das wichtigste Kriterium sein“, schrieb Matthäus.

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Die Alaba-Seite um seinen Berater Pini Zahavi fordert als Gehalt für Alaba ein Jahressalär von 20 Millionen Euro (er wäre damit Spitzenverdiener der Münchner), die Bayern sollen elf Millionen Euro Grundgehalt und Prämienzahlungen in Höhe von sechs Millionen Euro bieten. Zudem soll der 77-jährige Israeli, der schon mehrere spektakuläre Transfers prominenter Spieler eingefädelt (u.a. den Rekordwechsel von Neymar zu PSG) sowie kontroverse Vertragsgespräche gehandelt hatte (u.a. die von Lewandowski bei den Bayern), von den Münchnern für eine Unterschrift seines österreichischen Klienten eine gewaltige Summe als Provision für einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen verlangen. Demnach handle es sich dabei um eine einmalige Zahlung von 20 Millionen Euro. Uli Hoeneß bezeichnete Zahavi im Doppelpass daher als "geldgierigen Piranha" - worauf die Alaba-Seite wiederum gereizt reagierte.

Matthäus könnte Alaba-Wechselwunsch ins Ausland nachvollziehen

Verständnis hingegen hätte der Sky-Experte, wenn Alaba den Verein verlassen wollte, um etwas Neues kennenzulernen. "Sollte er den großen Wunsch haben, für einen Verein wie Real (Madrid) spielen zu wollen, die Premier League Woche für Woche zu erleben oder mit Messi zu zaubern, wären das Argumente, die ich nachvollziehen kann“, sagte Matthäus. Der 28-jährige Alaba ist seit 2010 beim deutschen Rekordmeister. Sein Vertrag bei den Bayern läuft im kommenden Sommer aus.