13. April 2021 / 18:19 Uhr

Matthäus fordert nach Streit beim FC Bayern zwischen Flick und Salihamidzic: "Es muss und wird einer gehen"

Matthäus fordert nach Streit beim FC Bayern zwischen Flick und Salihamidzic: "Es muss und wird einer gehen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der Machtkampf zwischen Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic spitzt sich weiter zu. Lothar Matthäus hat eine klare Meinung dazu.
Der Machtkampf zwischen Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic spitzt sich weiter zu. Lothar Matthäus hat eine klare Meinung dazu. © IMAGO/Sven Simon/dpa/Montage
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Beim FC Bayern München dreht sich aktuell fast alles um den schwelenden Zoff zwischen Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic. Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat genug und fordert vom FCB, dass einer der Beteiligten gehen müsse. Der "Sky"-Experte hat eine klare Meinung, wer von beiden wichtiger für die Münchner ist.

Beim FC Bayern München herrschte in den vergangenen Wochen große Unruhe - vor allem wegen zwei handelnden Personen: Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic sind laut übereinstimmenden Medienberichten zuletzt immer wieder intern aneinander geraten. Flick machte aus dem Disput öffentlich keinen Hehl. Für Lothar Matthäus ein Unding beim FCB. Der Rekordnationalspieler hat in seiner Kolumne für den Pay-TV-Sender Sky deshalb eine klare Reaktion von den Bossen eingefordert. "(...) mehr denn je steht für mich fest: Hasan Salihamidzic und Hansi Flick werden in der nächsten Saison nicht mehr zusammenarbeiten. Es muss und wird einer gehen", ist sich Matthäus sicher.

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Bereits seit Wochen liegen sich Flick und Salihamidzic öffentlich in den Haaren. Im Kern geht es um Kompetenzgerangel, der Trainer soll auf Mitspracherecht bei Personalentscheidungen pochen, die der Sportchef allein in seinem Ressort verortet. Am Mittwoch knallte es nach einem zwischenzeitlichen Burgfrieden rund um den Fall Jerome Boateng erneut. Wenige Minuten vor dem PSG-Spiel gab Hasan Salihamidzic gegenüber Sky bekannt, dass der auslaufende Vertrag des Weltmeisters nicht verlängert wird. Flick, der sich für eine Verlängerung mit dem 32-Jährigen ausgesprochen hatte, reagierte darauf nach Abpfiff kryptisch. Die Münchner Chefetage versucht vor dem Champions-League-Rückspiel in Paris, den Konflikt zu relativieren. "Die müssen auch kein Liebespaar sein, wichtig ist, dass sie professionell zusammenarbeiten und für den Erfolg des FC Bayern München", sagte Präsident Herbert Hainer bei Sky. Er gehe "fest" davon aus, dass Flick seinen bis 2023 laufenden Vertrag erfüllt - unter Salihamidzic als Sportvorstand.

Matthäus kritisiert Verhalten von Hansi Flick: "Hat er nicht nötig"

Matthäus glaubt das nicht: "Jeder weiß, dass es in dieser Konstellation nicht weiter geht." Der ehemalige Bayern-Kapitän forderte die Konflikt-Parteien zudem auf, öffentlich Klartext zu sprechen. Dass Flick am Wochenende im Sky-Interview mehrmals Moderator Patrick Wasserziehr, der Fragen über das Verhältnis zu Salihamidzic gestellt hatte, mit der Antwort "nächste Frage, bitte" abkanzelte, missfiel dem Weltmeister von 1990. "In Interviews und Pressekonferenzen auf die wichtigen Fragen hauptsächlich mit "nächste Frage" zu antworten, hilft keinem weiter. Ihm selbst am allerwenigsten", kritisierte Matthäus. "Das gibt kein gutes Bild ab und schwächt seine Position. Das hat er nicht nötig. Der Trainer, der die erfolgreichste Saison in der Geschichte des FC Bayern zu verantworten hat, muss anders auftreten. Klarer, deutlicher, ehrlicher und geschickter."

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Stattdessen sollten die FCB-Verantwortlichen sich auf eine einheitliche Sprachregelung einigen. "Hansi könnte sich beim nächsten Mal hinstellen und beispielsweise sagen: 'Ja, es gibt Redebedarf. Wir setzen uns alle nach dem für uns so wichtigen Spiel gegen Paris zusammen und besprechen, wie es nach dieser Saison weiter geht'", so Matthäus' Vorschlag. Dadurch würden alle "Ruhe, Zeit und die Oberhand" gewinnen.

Matthäus: Flick für Gesamterfolg des FC Bayern "wichtiger" als Salihamidzic

Und wenn es nach Matthäus gehen würde, würde er als Bayern-Verantwortlicher lieber Flick als Salihamidzic behalten. So hätten sich nicht nur zahlreiche Führungsspieler wie Manuel Neuer und Robert Lewandowski öffentlich zum Triple-Trainer Flick, der dem FCB laut dem Experten "wieder die Spiel-DNA zurückgegeben" habe, bekannt, sondern mit dem Coach seien auch "Freude, Attraktivität und maximaler Erfolg" beim FCB zurückgekehrt. Matthäus' Fazit: "Darum bin ich der Meinung, dass Hansi für den Gesamterfolg dieses Klubs wichtiger ist, als Brazzo. Und wenn beide nicht mehr miteinander können, würde ich an Bayerns Stelle Flick behalten."