24. November 2020 / 07:50 Uhr

Matthäus über die Krise bei Schalke 04 und beim 1. FC Köln: "Einstellung und Mentalität das größte Manko"

Matthäus über die Krise bei Schalke 04 und beim 1. FC Köln: "Einstellung und Mentalität das größte Manko"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lothar Matthäus spricht über die Gründe, warum es auf Schalke und in Köln aktuell nicht läuft.
Lothar Matthäus spricht über die Gründe, warum es auf Schalke und in Köln aktuell nicht läuft. © Getty Images/dpa/Montage
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Der FC Schalke 04 und der 1. FC Köln befinden sich in der Bundesliga auf Talfahrt. Die beiden Traditionsklubs müssen sich mit dem Thema Abstiegskampf beschäftigen. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus schätzt die Lage der beiden Drei-Punkte-Klubs ein.

Der 1. FC Köln stellte bei der 1:2-Niederlage gegen Union Berlin in einem einzigen Spiel gleich drei Minus-Rekorde ein. Köln ist seit 18 Spielen ohne Sieg, blieb 19 Mal in Folge nicht ohne Gegentor und wartet seit zehn Spielen auf einen Heimerfolg. Für einen anderen Bundesliga-Klub läuft es aber aktuell noch schlechter - FC Schalke 04. Für die Königsblauen war die 0:2-Niederlage am Samstag gegen den VfL Wolfsburg bereits die 24. Liga-Partie nacheinander ohne Sieg. Mit jeweils drei Punkten stehen S04 und der Effzeh am Tabellenende.

"Was dort gerade passiert, ist einfach nur traurig", schreibt Rekordnationalspieler Lothar Matthäus in seiner Sky-Kolumne mit Blick auf die Lage in Gelsenkirchen und Köln: "Da hilft auch langsam kein Reden mehr und die Trainer können offensichtlich auch nichts mehr groß ausrichten. Wenn diese Teams einen besseren Charakter hätten, würden sie das von sich aus schaffen, sich zusammenreißen und endlich mal ein Spiel gewinnen."

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Beiden Klubs machen im Kampf um den Klassenerhalt derzeit vor allem drei Dinge Hoffnung. Sie heißen: Bielefeld, Mainz und Freiburg. Die Schwäche der Konkurrenz und das Schnecken-Rennen im Tabellenkeller sind derzeit der größte Mutmacher für Köln und Schalke. "Beide Mannschaften können von Glück reden, dass es zum einen noch so früh in der Saison ist, und zum anderen mit Mainz, Bielefeld und Freiburg noch drei andere Mannschaften ähnliche Schwierigkeiten haben. Die Hertha ist finanziell anders aufgestellt und deshalb nicht ganz so sehr in Gefahr", meint Matthäus.

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Nach dem fatalen Dreifach-Rekord stellte Köln-Trainer Markus Gisdol die Charakter-Frage, er selbst muss aber noch nicht um seinen Job bangen. Sportchef Horst Heldt glaub weiter an die Wende mit Gisdol. Auf Schalke kommt auch keine Trainer-Diskussion auf. Manuel Baum ist noch frisch im Amt. Matthäus sieht auch gar nicht die Probleme auf der Trainerbank. "Klar ist, dass im Abstiegskampf nicht nur die Qualität, sondern oftmals die Einstellung und Mentalität ausschlaggebend sind. Und das ist aktuell das größte Manko, sowohl in Köln auch bei S04. Da ist bei beiden wenig bis nichts zu spüren in Sachen Zusammenhalt, Einheit, Teamgedanke. Anders lassen sich so unendlich lange Negativserien kaum erklären", meint der Rekordnationalspieler. Schalkes Mark Uth habe es ehrlich auf den Punkt gebracht und zugegeben, dass sie einfach schlecht spielen.

Matthäus: "Einstellung der Mannschaft gefragt"

Matthäus nimmt Baum und Gisdol trotz Krise in Schutz. "Eine Trainer-Entlassung ist nicht immer das Allheilmittel und ich denke sowohl Manuel Baum als auch Markus Gisdol können nicht viel mehr machen, als sie aktuell tun. Es ist zu einem Großteil jetzt die Mannschaft und ihre Einstellung zum Beruf gefragt", schreibt der frühere Bayern-Profi. Aufgrund der Corona-Krise können die Klubs laut Matthäus froh sein, dass die Fans nicht den Einfluss im Stadion haben, den sie ohne Corona hätten. "Es wäre seit Monaten ziemlich ungemütlich für die Profis geworden, wenn sie solche Nicht-Leistungen vor ihren großartigen Anhängern abgeliefert hätten. Gut möglich natürlich, dass die Stimmung von den Rängen die Mannschaft aber eventuell wenigstens zu einem Sieg getragen hätte", so der Sky-Experte.