01. Juni 2020 / 17:29 Uhr

Matthäus legt gegen Favre nach: BVB-Trainer vor dem Aus, Kovac wäre "sehr guter" Nachfolger

Matthäus legt gegen Favre nach: BVB-Trainer vor dem Aus, Kovac wäre "sehr guter" Nachfolger

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Trainer Lucien Favre wird mit den Dortmundern die Meisterschaft wohl nicht mehr gewinnen. Für Rekordnationalspieler Lothar Matthäus könnte die Zeit des Schweizers in Dortmund bald abgelaufen sein.
BVB-Trainer Lucien Favre wird mit den Dortmundern die Meisterschaft wohl nicht mehr gewinnen. Für Rekordnationalspieler Lothar Matthäus könnte die Zeit des Schweizers in Dortmund bald abgelaufen sein. © imago images/Revierfoto/Team 2
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Nach dem Zoff zwischen Lothar Matthäus und Lucien Favre hat der Rekordnationalspieler seine Kritik am BVB-Trainer erneuert. Im verlorenen Topspiel gegen den FC Bayern hätte Matthäus eine andere Aufstellung gewählt. Aus Sicht des 59-Jährigen wäre Ex-FCB-Coach Niko Kovac ein geeigneter Favre-Nachfolger.

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Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat sechs Tage nach dem verlorenen Spitzenspiel von Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München (0:1) erneut Kritik an BVB-Trainer Lucien Favre geübt - insbesondere an dessen Startaufstellung für die Partie gegen den Rekordmeister, in der Favre auf Superstar Jadon Sancho und Nationalspieler Emre Can verzichtet hatte. "Ich war weiß Gott nicht ein solch guter und erfolgreicher Trainer wie Lucien Favre. Aber ich war lange genug dabei um zu wissen, dass Can und Sancho auch 60, 70 Minuten oder gar das ganze Spiel im Tank gehabt hätten", kritisierte der Sky-Experte in seiner wöchentlichen Kolumne.

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Statt des Duos standen Mahmoud Dahoud und Thomas Delaney in der Anfangself des BVB. Matthäus: "Im wichtigsten Spiel des Jahres, vor über 200 Ländern an den Bildschirmen, hätte ich an Favres Stelle den Mentalitätsspieler Can und einen der besten Spieler und Top-Scorer der Liga, nämlich Sancho aufgestellt." In einem Topspiel "wären sie womöglich über sich hinaus gewachsen". Favre hatte die Nicht-Berücksichtigung der beiden zuvor angeschlagenen Stars mit Fitness-Gründen gerechtfertigt.

Matthäus über Favre-Abschied am Saisonende: "Bleibe bei meinem Impuls"

Unmittelbar nach dem Spiel hatten Favre und Matthäus mit Aussagen für Aufsehen gesorgt. Der Schweizer war gefragt worden, ob ihn Nachfragen bekümmern würde, wonach er nicht der richtige Trainer sei, um beim BVB Titel zu gewinnen. Seine Antwort, darüber werde er "in ein paar Wochen sprechen", wertete Matthäus im Sky-Studio als Vorwegnahme eines Rücktritts am Saisonende. Diese Interpretation bekräftigte er nun: "Wenn ich mir seine Reaktion nach dem Spiel nochmal vor Augen führe, bleibe ich bei meinem ursprünglichen Impuls. Ich glaube nicht, dass Favre in der nächsten Saison noch auf der BVB-Bank sitzt."

Für Matthäus sei Favre "ein total konsequenter Mensch (...), wenn er davon überzeugt ist, dass ein Weg zu Ende ist. Und mein Gefühl sagt mir, dass dieser Punkt für ihn nun auch in Dortmund erreicht ist". Der BVB-Trainer hatte Matthäus' Aussagen bereits nach dem Bayern-Spiel als "wirklich unglaublich und für mich auch nicht akzeptabel" bezeichnet. Favre: "Ich bin glücklich in Dortmund, habe einen Vertrag bis 2021 und will unbedingt auch nächste Saison auf der Bank sitzen." Oder will der Schweizer doch wechseln? Laut SPORTBUZZER-Informationen soll der spanische Erstligist FC Sevilla Interesse an einer Favre-Verpflichtung haben.

Matthäus: "Kann mir Kovac sehr gut als Trainer von Dortmund vorstellen"

Matthäus hatte sofort den früheren Bayern-Trainer Niko Kovac als möglichen Nachfolger ins Gespräch gebracht. Nun unterfütterte er diese Aussagen. "Diese Vermutung kommt nicht von ungefähr. Es ist bekannt, dass die Dortmunder im Winter das Gespräch mit Niko gesucht haben", erklärte der 59-Jährige. "Ich kann nur spekulieren, ob sie bei einer Zusage von Niko sofort gehandelt hätten oder ob sie sein generelles Interesse an einem Engagement für die Zukunft ausloten wollten." Im November hatte sich der FC Bayern von Kovac getrennt, der Kroate war im Frühjahr auch bei Hertha BSC im Gespräch.

Er könne sich Kovac "sehr gut als Trainer von Borussia Dortmund vorstellen", erklärte Matthäus, der die Dortmunder Trainer-Problematik allerdings nicht nur an Favre festmachen wollte - sondern auch an den Bossen um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc, die jeden Coach mit Ex-Trainer Jürgen Klopp vergleichen würden. "Egal ob Tuchel, Bosz, Stöger oder nun Lucien Favre. Sie alle mussten diesen Vergleich irgendwie ertragen und das färbt irgendwann mal auf die Laune und die Leistung ab."

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Allerdings könne man "weder Jürgen Klopp noch sonst irgendwen kopieren. Jeder ist auf seine Art einzigartig und jeder Trainer hat andere Qualitäten", sagte Matthäus. "Die von Lucien Favre sind unbestritten. Nicht umsonst ist er statistisch der erfolgreichste BVB-Mann der Geschichte an der Seitenlinie. Aber er holt eben nicht die Big Points, die nötig sind."