10. Januar 2021 / 08:25 Uhr

Dreierpack gegen Hoffenheim sorgt für Schalke-Aufatmen: Das ist S04-Youngster Matthew Hoppe

Dreierpack gegen Hoffenheim sorgt für Schalke-Aufatmen: Das ist S04-Youngster Matthew Hoppe

Leon Schaefer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Matthew Hoppe hat sich bei Schalke zum Hoffnungsträger entwickelt.
Matthew Hoppe hat sich bei Schalke zum Hoffnungsträger entwickelt. © Getty Images (Montage)
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Mit einem Dreierpack im Spiel gegen die TSG Hoffenheim hatte Matthew Hoppe großen Anteil am ersten Bundesliga-Sieg des FC Schalke seit fast einem Jahr. Der SPORTBUZZER stellt den jungen US-Amerikaner vor.

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Manche Geschichten, die der Fußball schreibt, könnte man sich so wohl kaum ausdenken: Fast ein Jahr wartete der FC Schalke 04 in der Bundesliga auf einen Sieg. Immer wieder und immer mehr machte sich der Traditionsklub in den vergangenen Monaten zum Gespött. Zwei Trainer – David Wagner und Manuel Baum – verheizte man während der Negativ-Serie, Interimsweise versuchte es sogar Huub Stevens noch einmal. Und beinahe hätte Königsblau am Samstag den Rekord für die meisten Liga-Spiele in Folge ohne Sieg eingestellt. Doch dann rettete ausgerechnet der 19 Jahre alte Matthew Hoppe die Schalker – mit einem Dreierpack.

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Im fünften Bundesliga-Spiel war es für Hoppe endlich der ersehnte Durchbruch. "Ich kann es nicht beschreiben, mir fehlen die Worte, ich bin einfach glücklich", sagte er nach dem 4:0-Erfolg gegen Hoffenheim etwas schüchtern. Dabei hatte er während der zweiten Halbzeit vor Selbstvertrauen nur so gestrotzt: Seinen ersten Profi-Treffer erzielte er mit einem schwierigen Lupfer aus spitzem Winkel (42.) – "ein tolles Tor", meinte Trainer Christian Gross nach der Partie. Zwei weitere Male blieb er nach Vorlage vom ebenfalls stark aufgelegten Amine Harit cool (57., 63.) und setzte eine erste Duftmarke, wo ihn sein bisheriger Werdegang noch hinbringen könnte. Dabei gelang ihm noch im ersten Durchgang wenig - genauso wie in den Partien zuvor. Es wurde mitunter deutlich, warum er selbst in der U23-Mannschaft nicht zum Stammpersonal gehörte. Dann aber der Dreierpack.

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Schalke verpflichtete Hoppe aus der Barca-Akademie in den USA

Anders als sein deutscher Nachname suggeriert, ist der junge Stürmer Vertreter einer jungen Generation US-amerikanischer Fußballer, die in Europa für Aufsehen sorgen. Den Namen lässt er daher auch am liebsten wie in seiner amerikanischen Heimat "Hoppie" aussprechen. Am 13. März 2001 in Yorba Linda in Kalifornien geboren, begann Hoppe das Fußballspielen beim FC Golden State. Über Stationen bei LA Galaxy und Strikers FC landete er in der Barca Youth Residency in Arizona, dem US Projekt des renommierten FC Barcelona. Mit 29 Toren in 20 Spielen machte er dort auf sich aufmerksam und hatte sich eigentlich schon der San Diego State University verschrieben. Dann wurde allerdings Schalke auf ihn aufmerksam und holte ihn im Sommer 2019 ablösefrei in die eigene Jugend. Maßgeblich daran beteiligt: Norbert Elgert. Der Schalker Jugendtrainer hat seit Jahren ein besonderes Auge für Talente.



In der Knappenschmiede hatte er kaum Eingewöhnungsschwierigkeiten, gehörte in der Schalker U19 gleich fest zur Stammelf. Elgert setzte auf ihn. Einzig vor dem Tor konnte er in der A-Junioren-Bundesliga noch nicht ganz an die Erfolge in der Heimat anknüpfen: In 20 Pflichtspielen in der Saison 2019/20 erzielte er nur fünf Tore. Dennoch beförderte der Klub ihn im vergangenen Sommer zur Schalker Reserve. Dort konnte er sich aber in der bisherigen Saison nicht durchsetzen.

Lob und Vertrauen von Baum und Gross

Jüngst war Schalkes Pech dann Hoppes Glück: Der ohnehin schon dünn besetzte S04-Sturm wurde durch Verletzungsprobleme noch weiter geschwächt. Bei der 1:4-Niederlage in Gladbach im vergangenen November war es daher so weit: Der damalige Trainer Manuel Baum verhalf Hoppe überraschend zu seinem Debüt und brachte ihn sogar gleich von Beginn an. Hoppe zeigte eine solide Leistung, blieb vor dem Tor aber noch glücklos. "Wenn man Spieler aus der Jugend hochzieht, gibt es zwei Arten", erklärte Baum hinterher. "Die, die überwältigt sind und drei bis vier Wochen brauchen, bis sie Leistung bringen. Und es gibt Spieler, die interessiert das gar nicht. Und Matthew habe ich bislang so erlebt." Unter Baum folgten für Hoppe noch zwei weitere Einsätze.

Auch der neue Trainer Christian Gross hat aber offenbar Gefallen am 1,91-Meter-Mann gefunden: Schon beim Auswärtsspiel bei Hertha BSC am vergangenen Wochenende durfte Hoppe über 81 Minuten ran. Zwar blieb er erneut glücklos, erhielt jedoch abermals großes Lob auch vom neuen Trainer: "Das ist ein Junge, der unheimlichen Ehrgeiz hat, ein großes Commitment und ganz klar nur Schalke im Kopf hat. Der will alles dafür tun, dass wir aus dieser Situation herauskommen, wirklich ein vorbildlicher Profi." Folglich stellte er Hoppe auch gegen Hoffenheim wieder auf – und bekam das Vertrauen nun ausgezahlt.