03. September 2021 / 11:23 Uhr

Matthias Fink: "Ich sehe mich nur als Interimslösung"

Matthias Fink: "Ich sehe mich nur als Interimslösung"

Christian Falkenberg
Ostsee-Zeitung
Matthias Fink mahnt die Wismarer Hintermannschaft zu mehr Konzentration.
Matthias Fink (hier noch als Spieler des FCA) sieht seine Zukunft eher im Nachwuchs © Johannes Weber
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Der FC Anker wird auch weiterhin einen neuen Trainer suchen müssen, denn Matthias Fink übernimmt nur zeitweise die Doppelfunktion bestehend aus Cheftrainer und Nachwuchskoordinator.

Der FC Anker Wismar hat im Kalenderjahr 2021 mit Matthias Fink bereits Trainer Nr. 4 an der Seitenlinie stehen. Auf Publikumsliebling Dinalo Adigo folgte „Wunschkandidat“ Denny Jeske, der allerdings noch vor Saisonstart entlassen wurde. Sportchef Danny Pommerenke übernahm für zwei Partien Verantwortung als Interimscoach und präsentierte letzte Woche Nachwuchskoordinator Matthias Fink als Nachfolger. Der Neue verfüge über „eine hohe Sozial-und Fußballkompetenz“ und könne der jungen Mannschaft einen Schub geben, heißt es in der Pressemitteilung. Ein Mann für die Zukunft also? Weit gefehlt. „Bei meiner Verpflichtung ging es zunächst im Wesentlichen darum, den Verein in ruhigeres Fahrwasser zubringen. Anker ist für mich eine Herzensangelegenheit, deswegen habe ich zugesagt. Trotzdem bin auch ich eine Interimslösung“, stellt Fink klar.

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Schon jetzt scheint ebenfalls klar, dass noch in diesem Jahr ein fünfter Übungsleiter seinen Dienst bei den Hansestädtern aufnehmen wird, denn Finks Arbeitspapier gilt nur für die Hinrunde. Zwar hat man eine Option auf Verlängerung eingearbeitet, doch diese greift nur unter bestimmten Voraussetzungen. Anker-Trainer Matthias Fink betont, dass er sich und seine Zukunft eher im Nachwuchs sehe. „Mir ist wichtig, dass ich weiterhin Nachwuchskoordinator bleibe. Es gab schon einige Stimmen die besagten, dass man jetzt den Nachwuchs schwächen würde, indem ich Cheftrainer werde. Ich bin aktuell für beides verantwortlich“.

Matthias Fink, der zusätzlich DFB-Stützpunkttrainer in Wismar ist, bewertet die Cheftrainerrolle als wichtigen Schub für seine persönliche Entwicklung. „Als Cheftrainer einer Herrenmannschaft liegt ein ganz anderer Druck auf einem. Ich denke, dass ich daran reifen werde. Außerdem möchte ich bis zum Winter auch sportliche Ziele erreichen“, so Fink. „Ich strebe Platz 1 an. Auf jeden Fall hat die Mannschaft die Qualität, am Saisonende unter den ersten drei Mannschaften zu landen“, so Fink weiter.


Sollte man im Winter tatsächlich auf Platz 1 stehen, wäre es nicht nachvollziehbar, wenn man den Vertrag nicht verlängert. Andererseits hätte ein Tabellenführer mehr Strahlkraft für potentielle Nachfolger. Dieses Dilemma ist Fink bewusst. „Natürlich sieht das komisch aus, wenn die Option dann nicht gezogen werden würde. Aber trotzdem suchen aktuell wir einen Trainer, der langfristig für Anker an der Seitenlinie steht und dem Verein wieder ein gutes Gesicht verpasst. Sollten wir bis Winter noch keinen gefunden haben und es dem Club hilft, wenn ich länger bleibe, dann machen wir das natürlich so“.

Am kommenden Wochenende ist zunächst einmal Landespokal angesagt. Hier möchte man Wiedergutmachung leisten für das letzte Heimspiel, als man in der Verbandsliga dem SV Pastow vor heimischen Publikum knapp mit 0:1 unterlag. „Wir wollen natürlich weiterkommen und unser Spiel durchdrücken. Die Mannschaft ist stark genug, jeden in der Liga zu schlagen. Das ist auch das, was ich der Mannschaft vermitteln möchte“, blickt Fink voraus und ergänzt: „Am Schönsten wäre es, wenn wir bis ins Finale kommen. In den letzten Jahren immer früh ausgeschieden, das wollen und werden wir verhindern“.