12. Mai 2022 / 10:59 Uhr

Ginter über Gladbach-Abschied: "Wenn Rose unser Trainer geblieben wäre, wäre es wohl nicht so gekommen"

Ginter über Gladbach-Abschied: "Wenn Rose unser Trainer geblieben wäre, wäre es wohl nicht so gekommen"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Matthias Ginter (M.) kam in Gladbach unter Ex-Trainer Marco Rose (r.) offenbar besser klar, als unter Adi Hütter (l.)
Matthias Ginter (M.) kam in Gladbach unter Ex-Trainer Marco Rose (r.) offenbar besser klar, als unter Adi Hütter (l.) © imago images/Team 2/Kirchner-Media (Montage)
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Matthias Ginter hat erstmals ausführlich über die Hintergründe seines Abschieds von Borussia Mönchengladbach gesprochen. Er habe nie wechseln wollen und vermutet, dass der Trainerwechsel den Ausschlag für die Entscheidung des Klubs gegeben haben könnte. 

Am Samstag wird Matthias Ginter bei Borussia Mönchengladbach verabschiedet. Nach fünf Jahren verlässt der Verteidiger den Klub und wechselt ablösefrei zurück zum SC Freiburg, wo er zu Beginn seiner Karriere zum Profi reifte. Der Abschied aus Gladbach verlief allerdings nicht ohne Störgeräusche. Nachdem seine sportliche Zukunft nun geklärt ist, hat der 28-Jährige in dem Fan-Podcast "MitGeredet" ausführlich über die gescheiterte Vertragsverlängerung gesprochen und seine Sicht der Dinge erklärt.

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Dass er sich zuvor nie geäußert habe, liege daran, dass er "keine Unruhe stiften" wollte: "Das war schon so die härteste Zeit, da man sich nicht wehren konnte. Ich wollte eben auch Ruhe im Verein und keine Interviews, in denen geschossen wird, denn das bringt ja auch ehrlicherweise nichts. Da hat man sich schon etwas hilflos gefühlt, aber das gehört wahrscheinlich auch zum Profi-Fußball dazu", so der Abwehrspieler.

"Es war wahnsinnig viel los die vergangenen Monaten und deshalb bin ich sehr froh, dass bei mir Klarheit herrscht", sagte Ginter erleichtert. Enttäuscht ist er jedoch über die Entwicklung in der Vergangenheit, denn nach eigener Aussage, war es nie sein Plan, die Borussia zu verlassen: "Im Sommertrainingslager 2020 habe ich mit Max (Eberl; d. Red.) zusammengesessen und er hat mir gesagt, wie zufrieden er ist." Der Klub habe signalisiert, seinen Vertrag verlängern zu wollen.

Gladbach wollte zunächst mit Ginter verlängern

"Die Hinrunde unter Marco Rose lief dann sehr gut. Hannes Wolf wurde für elf Millionen fest verpflichtet, zudem wurde Manu Koné aus Toulouse geholt und andere Verträge verlängert. Da habe ich mir dann schon Gedanken gemacht, dass es mit mir bis dahin noch keine Gespräche gab", erinnerte Ginter sich an erste Zweifel seinerseits, die jedoch zunächst wieder verflogen waren, denn "dann gab's im Februar aber endlich das erste Gespräch mit meinem Berater und mir".

In diesem sei klar kommuniziert worden, dass man in Zukunft auf ihn als Führungsspieler im Team setze und langfristig plane. "In dem Moment habe ich gedacht: ‚Wie geil ist das denn?‘ Für mich gab's in dem Moment nichts besseres", so der Nationalspieler.

Der Wendepunkt sei für ihn die Sommerpause gewesen, als Adi Hütter als Nachfolger für den nach Dortmund gewechselten Rose geholt wurde. "Dann hieß es immer, wir müssen schauen, wie es mit den Finanzen aussieht." Irgendwann sei dann sein Berater auf ihn zugekommen: "Er teilte mir mit, dass es für Max und den Klub die Ideallösung wäre, mich im Sommer zu verkaufen."


Ginter hat zwei Theorien für die Kehrtwende

Er sei von der Information überrascht und enttäuscht gewesen: "Es war für mich ehrlicherweise hart und bitter. Und dabei ist dann schon auch etwas kaputtgegangen. Ich hatte zuvor das Gefühl, hier weiter etwas aufzubauen und mich voll und ganz mit dem Verein identifiziert."

Über die Beweggründe des Klubs, seinen Vertrag nicht zu verlängern und sogar einen vorzeitigen Wechsel anzustreben, kann er nur mutmaßen. Aus seiner Sicht gebe es allerdings "nur zwei Möglichkeiten": "Bei der EM haben, was mögliche Verkaufskandidaten betrifft, eigentlich nur Marcus Thuram und ich gespielt. Denis (Zakaria; d. Red.) war ja lange verletzt. Vielleicht hat man versucht, da man dann ja auch Luca Netz für vier Millionen Euro von Hertha verpflichtet hat, mit einem Transfer das Geld wieder reinzuholen".

Variante zwei: Hütter. "Vielleicht hat der neue Trainer – warum auch immer – gesagt, er braucht mich nicht, oder es wäre gut, mich zu verkaufen." Die Chemie zwischen Ginter und Hütter jedenfalls schien nicht zu stimmen. Der 28-Jährige geht sogar soweit, dass er sagt: "Ich bin der Überzeugung, wenn Marco Rose unser Trainer geblieben wäre, wäre es wohl nicht so gekommen. Aber man weiß natürlich nie."

Nun jedenfalls geht es für den gebürtigen Freiburger mit Vorfreude zurück zu seinen fußballerischen Wurzeln: "Ich freue mich, ab kommendem Sommer wieder in der Heimat zu sein."