15. Januar 2022 / 21:36 Uhr

Wegen Ausbootung von Matthias Ginter: Gladbach-Trainer Hütter und Matthäus liefern sich Wortgefecht

Wegen Ausbootung von Matthias Ginter: Gladbach-Trainer Hütter und Matthäus liefern sich Wortgefecht

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Gladbach-Trainer Adi Hütter (links) hat sich wegen der Ausbootung von Matthias Ginter (Kreis) ein Wortgefecht mit Rekordnationalspieler Lothar Matthäus geliefert.
Gladbach-Trainer Adi Hütter (links) hat sich wegen der Ausbootung von Matthias Ginter (Kreis) ein Wortgefecht mit Rekordnationalspieler Lothar Matthäus geliefert. © IMAGO/Kirchner-Media/Jan Huebner/Pressefoto Baumann/Montage
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Lothar Matthäus hat nach der Pleite von Borussia Mönchengladbach gegen Bayer Leverkusen harte Kritik an der Reservistenrolle von Matthias Ginter geübt. Gladbach-Trainer Adi Hütter konterte und machte deutlich: "Das ist immer noch meine Entscheidung."

Nach der Ausbootung von Matthias Ginter bei Borussia Mönchengladbach hat sich Trainer Adi Hütter im Anschluss an die 1:2-Heimniederlage gegen Bayer Leverkusen ein intensives Wortgefecht mit Lothar Matthäus geliefert. Der Rekordnationalspieler hatte kurz nach dem Ende der Partie sein Unverständnis über die Reservistenrolle des Innenverteidigers geäußert - als Hütter mit diesen Aussagen konfrontiert wurde, konterte er am Sky-Mikrofon: "Mir ist klar, dass jetzt dieses Fass aufgemacht wird. Nochmal: Bei uns gewinnt kein Einzelner ein Spiel und es verliert auch kein Einzelner ein Spiel."

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Matthäus wollte dies so nicht stehen lassen und startete ein weiteres Plädoyer für den Nationalspieler, der kurz vor dem Jahreswechsel angekündigt hatte, dass er seinen auslaufenden Vertrag bei der Borussia nicht verlängern werde. "Ginter hat sich nichts zu schulden kommen lassen und beim Sieg gegen Bayern ein Riesenspiel gemacht", meinte der Sky-Experte und kritisierte, dass Tony Jantschke in der Startelf und der junge Jordan Beyer als Einwechselspieler den Vorzug erhalten hatten. "Gladbach steckt im Abstiegskampf. Da muss ich die besten Spieler spielen lassen. Außer man hat klar die Ansage: Die Spieler verlassen uns am Ende der Saison, also bauen wir schon für die Zukunft auf. Aber mir ist die Gegenwart wichtiger - auch als Fan von Borussia Mönchengladbach."

Einmal in Fahrt legte der 60-Jährige nach: "Er ist einer des besten Innenverteidiger in Deutschland und nicht umsonst bei Hansi Flick dabei. Deswegen müssen wir uns schon die Frage stellen: Was ist das Ziel mit Ginter in den kommenden Wochen und Monaten? Will man ihn auf der Bank verhungern lassen oder kann Gladbach ihn noch gebrauchen? Ich hoffe: Ja." Hütter lauschte und startete die nächste Replik. "Ich nehme das gerne auf. Wir haben auch in vier Spielen 17 Tore bekommen, wo er gespielt hat. Das darf man nicht vergessen. Ihr macht euch das meiner Meinung nach viel zu einfach", sagte der Österreicher, der den bereits jetzt als Ginter-Nachfolger verpflichteten Marvin Friedrich in die Anfangsformation gestellt hatte.

"Matthias Ginter ist ein guter Spieler. Das habe ich immer gesagt", fuhr Hütter fort: "Nichtsdestotrotz hat er sich entschieden, den Verein zu verlassen. Ich habe nicht gesagt, dass die Tür zu ist. Wir haben heute Marvin Friedrich spielen lassen." Und weiter: "Das ist immer noch meine Entscheidung. Wir müssen mit oder auch ohne Matthias Ginter aus dieser Situation herauskommen." Einfacher dürfte dieses Unterfangen durch die nun entfachte Debatte um Ginter nicht werden.

Ob der Abwehrspieler den Klub noch im Winter verlässt, hatten Hütter und auch Manager Max Eberl schon vor der Partie offengelassen. "Er hat Vertrag bei uns, bei uns wird kein Spieler weggeschickt", sagte Eberl bei Sky. "Dann wird man sehen, was bis zum 31. Januar passiert. Bis heute gab es kein Angebot für Matthias Ginter, das ist Spekulation." Hütter ergänzte: "Was Matthias Ginter mit der Situation macht - er ist Profi genug, er weiß, dass man ihn noch brauchen kann. Bis zum 31. ist das Transferfenster offen."