18. Juni 2021 / 07:46 Uhr

Interesse des FC Barcelona, keine Gespräche mit Gladbach: DFB-Star Ginter und die Zukunfts-Frage

Interesse des FC Barcelona, keine Gespräche mit Gladbach: DFB-Star Ginter und die Zukunfts-Frage

Heiko Ostendorp und Tobias Manzke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nationalspieler Matthias Ginter steht vor einer ungewissen Zukunft.
Nationalspieler Matthias Ginter steht vor einer ungewissen Zukunft. © Getty Images (Montage)
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Der FC Barcelona plant nach SPORTBUZZER-Informationen eine Offerte für Matthias Ginter von Borussia Mönchengladbach. Gespräche über eine mögliche Vertragsverlängerung bei der Borussia mit dem Nationalspieler gab es bisher noch nicht.

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Der Kater nach dem Frankreich-Spiel dauerte bis zum Mittwoch an. "Alle waren noch sehr enttäuscht", bestätigte Matthias Ginter. "Aber nun hoffen wir auf den Jetzt-erst-recht-Effekt, wollen weiter positiv bleiben und die Energie aus der Vorbereitung wieder mitnehmen." Am Samstag ist der Druck aufs DFB-Team nach dem 0:1 gegen Weltmeister Frankreich beim EM-Auftakt im zweiten Gruppenspiel gegen Titelverteidiger Portugal gewaltig. "Aber wir haben eine geile Mannschaft und packen das", blickte auch Emre Can optimistisch nach vorne.

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Für Ginter geht es derweil bei dieser Europameisterschaft ganz nebenbei um Werbung in eigener Sache – auch wenn er davon nichts hören will: "Ich sehe mich als Mannschaftsspieler und hier geht es nur um unseren gemeinsamen Erfolg", sagte er dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Doch die Situation ist klar: Ginters Vertrag bei Borussia Mönchengladbach läuft 2022 aus, sein Arbeitgeber könnte mit dem Abwehrboss in diesem Sommer letztmalig Geld verdienen. Da mutet es fast schon verdächtig an, dass bislang keinerlei Gespräche über eine etwaige Vertragsverlängerung stattgefunden haben, wie Ginter bestätigte.

Ginter nach EM-Start ohne Kontakt zu Gladbach-Bossen

Und auch eine Gratulation zu seiner starken Leistung gegen die Franzosen (SPORTBUZZER-Note 2) gab es von Borussia nicht – weder vom neuen Trainer Adi Hütter noch von Sportdirektor Max Eberl. "Nein", antwortete Ginter auf SPORTBUZZER-Nachfrage sichtlich enttäuscht. In der abgelaufenen Saison stand er in allen 46 Gladbacher Pflichtspielen auf dem Platz.

Der Marktwert des 27-Jährigen liegt aktuell bei 30 Millionen Euro (Quelle: transfermarkt.de) – und Borussia braucht wie nahezu alle Bundesligisten in Corona-Zeiten dringend Geld. Ursprünglich sah der Plan der Bosse vor, den Schweizer Denis Zakaria zu verkaufen, allerdings halten sich nach dessen enttäuschender Spielzeit die Anfragen in Grenzen. Bei Ginter dagegen gibt es Interessenten genug. Sowohl Bayer Leverkusen als auch RB Leipzig und Inter Mailand haben die Fühler nach dem Defensivallrounder ausgestreckt, dessen Flexibilität nicht nur der Bundestrainer schätzt. Nach SPORTBUZZER-Informationen hat sich – im Gegensatz zu Gladbach – nach dem Frankreich-Spiel auch der FC Barcelona gemeldet und eine Offerte angekündigt. Verhandlungen sollen allerdings erst nach der EM stattfinden.

FC Barcelona plant Angebot für Ginter

Bis dahin kann Ginter im kontinentalen Schaufenster weiter auf sich aufmerksam machen. Am Samstag gilt es, nach Kylian Mbappé den nächsten Superstar zu stoppen: Cristiano Ronaldo, der sich mit seinem Doppelpack beim 3:0 der Portugiesen gegen Ungarn an die Spitze der ewigen EM-Torschützenliste gesetzt hat. "Er ist immer noch einer der besten Stürmer der Welt", sagte Ginter, der mit seinem Ex-Klub Borussia Dortmund in den Champions-League-Duellen gegen Real Madrid schon einige Male auf "CR7" traf. "Seine Best-of-Videos schaue ich mir besser nicht an", scherzte Deutschlands Verteidiger, "aber wir werden von unserer Scoutingabteilung mit allen möglichen Infos zu unseren Gegnern versorgt. Wir werden bestmöglich vorbereitet sein. Ich freue mich auf Ronaldo."

Dass Ginter auch gegen den amtierenden Europameister in der Startelf stehen wird, daran gibt es unabhängig von allen Taktikdebatten kaum Zweifel – schließlich liefert er ab wie ein Uhrwerk. Joachim Löw schwärmte schon während der Vorbereitung: "Matze hat uns noch nie enttäuscht, seit er bei der Nationalmannschaft ist. Er ist unglaublich verlässlich, erfüllt immer die Aufgaben, die man ihm stellt. Er versteht sehr schnell und lernt. Er ist die Zuverlässigkeit in Person, bringt Torgefahr in der Offensive mit und ist wichtig fürs Gefüge.“ Nur einen Auftrag hat der Bundestrainer an seinen Zögling: "Er muss lauter werden, mehr dirigieren und korrigieren." Vielleicht macht er diesen Schritt demnächst dann ja in Barcelona.