15. April 2021 / 16:31 Uhr

Matthias Salzmann: „Mögliche Corona-Auswirkungen sind kaum erörtert worden“

Matthias Salzmann: „Mögliche Corona-Auswirkungen sind kaum erörtert worden“

Peter Konrad
Peiner Allgemeine Zeitung
Matthias Salzmann sieht den Saisonabbruch als alternativlos an. Mit den Spielen seiner Jungs ist er zufrieden.
Matthias Salzmann sieht den Saisonabbruch als alternativlos an. Mit den Spielen seiner Jungs ist er zufrieden. © verein
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Erstmals in ihrer Vereinshistorie spielten die Fußballer des TSV Sievershausen in der Bezirksliga – und mit dem, was der Aufsteiger in den neun Spielen bis zum Saison-Abbruch bot, war Meistercoach Matthias Salzmann zufrieden. Denn sein Team holte zehn Punkte und stellte zudem den zweitstärksten Angriff. 

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Zwar hat er in seiner Premieren-Saison in der Fußball-Bezirksliga nur neun Spiele absolviert, dennoch fällt das Fazit des TSV Sievershausen durchweg positiv aus. „Ich bin rundum zufrieden, da die Jungs etliche gute Spiele abgeliefert haben“, betont Coach Matthias Salzmann. Auch der Blick auf die Tabelle erfreut ihn. Denn dort steht seine Mannschaft auf Platz sechs und ist somit einen Rang und fünf Punkte besser als der Rivale aus dem Nachbarort Hämelerwald. Und aufgrund des Saisonabbruchs steht bereits jetzt fest, dass der TSV auch in der neuen Serie in der Bezirksliga mitmischen wird. „Damit haben wir unser Ziel erreicht“, sagt Salzmann, der für den TSV noch in der 1. Kreisklasse kickte und ihn in der vergangenen Saison zum Titelgewinn in der Kreisliga führte. In der Bezirksliga will der 33-Jährige aber nicht mehr auflaufen, „da ich für diese Klasse nicht das Niveau habe“, erklärt Salzmann lachend. Dass die Saison jüngst abgebrochen wurde, bedauert er zwar, hält diesen Entschluss jedoch für richtig. Die Gründe dafür erläutert er im Gespräch mit der PAZ.

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Meine Bilanz der Hinrunde: „Für uns als Verein war es das erste Mal, dass wir Bezirksliga spielen. Deshalb wollten wir erst einmal abwarten, wie es nach der tollen Kreisliga-Saison weitergeht – und die Jungs haben das richtig gut gemacht. Zwar haben wir am Ende der Hinserie nur den sechsten Platz belegt, aber es waren einige knappe und auch ärgerliche Spiele dabei, in denen uns letztlich nur die Erfahrung fehlte. Zum Beispiel haben wir gegen den Tabellenzweiten aus Lehrte schon mit 4:1 geführt, aber dann noch verloren. Insgesamt jedoch hat die Mannschaft gezeigt, dass sie das Niveau für diese Klasse hat und in der Lage ist, auch gegen Spitzenteams gut mitzuspielen, so dass ich absolut zufrieden bin. Schade, dass die Saison dann unterbrochen wurde, denn ich hätte gerne mal gesehen, wie wir nach den 14 Spielen dagestanden hätten.“

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Die aktuelle Situation: „Richtige Vorgaben von meiner Seite gibt es nicht, so dass jeder individuell für sich selbst trainiert. Denn ich halte nichts von Trainingsplänen, weil wir überhaupt nicht wissen, wann es wieder losgeht. Aber sobald das Training auf dem Platz wieder erlaubt ist, werden wir das Ganze deutlich intensivieren, weil es dann hoffentlich auch voraussehbar ist, wann man wieder spielen darf. Aber bis dahin halten sich die Jungs selbst fit – und das machen sie auch alle wirklich gut. Mein Co-Trainer Thorsten Fricke, der viel mehr läuft als ich, kann in seiner WhatsApp-Gruppe genau sehen, wie viele Kilometer die Jungs machen.“

War der Abbruch der Saison richtig?: „Ja, absolut, weil keiner zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mal ansatzweise sagen kann, wann es weitergeht. Auch die Annullierung war aus meiner Sicht die einzig richtige Entscheidung, da es in vielen Klassen viel zu wenige Spiele gab, um die Quotienten-Regel anwenden zu können. Was mir bei den ganzen Diskussionen über Saisonabbruch oder Weitermachen gefehlt hat, sind die Folgen, die Corona haben kann. Ich habe einen Spieler, dessen Frau schwanger gewesen ist. Hätte er sich angesteckt, wäre das für seine Frau ein großes Risiko gewesen. Zudem gibt es bei uns zwei Landwirte, die im Familienbetrieb arbeiten. Wäre einer von beiden infiziert worden, hätte die komplette Familie in Quarantäne gehen müssen. Solche Einschränkungen sind oft viel zu wenig dargestellt worden. Es hieß immer nur, dass bei einem Corona-Fall vielleicht mal ein oder zwei Spiele ausfallen, aber die möglichen Auswirkungen für die Betroffenen sind kaum erörtert worden. Hinzu kommen noch die gesundheitlichen Gefahren, die man auf keinen Fall unterschätzen sollte. Deswegen war der Abbruch auch der einzige Weg, den man gehen konnte.“

Meine persönliche Zukunft: „Ich werde auch in der neuen Saison Trainer in Sievershausen sein, wobei mein Vertrag schon im Sommer nach dem Aufstieg um ein weiteres Jahr verlängert worden ist. Das hat mich gefreut, weil mir der Verein damit auch das Vertrauen ausgesprochen hat – unabhängig davon, wie unsere erste Saison in der Bezirksliga läuft. Die Verantwortlichen scheinen also mit mir glücklich und zufrieden zu sein – zumindest bisher.“

Zu- und Abgänge: „Lennart Renken ist aus Arpke zu uns gewechselt, aber bislang hat er noch nicht einmal trainieren können.“

Von Peter Konrad