20. Oktober 2021 / 12:54 Uhr

Michael Rummenigge: Warum sich Matthias Sammer Auftritte als BVB-Experte sparen sollte

Michael Rummenigge: Warum sich Matthias Sammer Auftritte als BVB-Experte sparen sollte

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Matthias Sammer ist Berater des BVB und TV-Experte bei Amazon Prime Video
Matthias Sammer ist Berater des BVB und TV-Experte bei Amazon Prime Video © IMAGO / Ulrich Hufnagel (Montage)
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SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge ist vom Dortmunder Auftritt beim 0:4 in Amsterdam schockiert. Verärgert zeigt er sich zudem über die Analyse von Amazon-Experte und BVB-Berater Matthias Sammer.

Ich saß am Dienstagabend fassungslos vor dem Fernseher. Da war zum einen die Leistung von Borussia Dortmund - ein absoluter Wahnsinn, wie sich der BVB von Ajax Amsterdam hat vorführen lassen. Da waren zum anderen die Analysen von Matthias Sammer - absolut fragwürdig, wie der Berater des Borussen-Managements die Gründe für die desaströse Vorstellung der Dortmunder erklärte. Müde Beine? Folge des Verletzungspechs in dieser Saison? Also bitte! Der BVB ist nicht mit dem letzten Aufgebot und als Favorit in dieses Spiel gegangen. Dann hat man einen fast 90-minütigen Blackout, der so manche Unzulänglichkeit offenbarte, hingelegt.

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So etwas muss Sammer nicht nur als BVB-Berater, sondern auch als Amazon-Experte klar benennen. Will oder kann er dies aus Befangenheit nicht, darf er bei Spielen der Borussia nicht mehr auf dem Bildschirm in Erscheinung treten. Mein ehemaliger Klub ist von Ajax nach allen Regeln der Kunst vorgeführt worden und hätte sieben Tore eingeschenkt bekommen können, wenn Amsterdam bis zum Ende alles gegeben hätte. Sammer, der ja nachweislich viel vom Fußball versteht, können die viel weitreichenderen Ursachen für das Debakel doch nicht verborgen geblieben sein.

Warum sucht er nach scheinheiligen Ausreden und tut einmal mehr so, als er hätte er dieses Spiel erfunden? Ihn habe der Verlauf der Partie "nicht verwundert", meinte Sammer. Na dann. Sollte dies tatsächlich so sein, hat er offenbar keine allzu hohe Meinung vom Kader und dem Leistungsstand des BVB.

Beim BVB überschätzt sich mancher kräftig

Zumindest hier würde ich ihm sogar zustimmen. Es ist Quatsch, jetzt über Müdigkeit zu reden oder die nächste Mentalitätsdebatte zu eröffnen. Es muss eine Qualitätsdebatte geführt werden. Einige Spieler, die am Dienstag auf dem Feld standen, verfügen einfach nicht über die nötige Klasse. Bei anderen Profis geht es aufgrund ihres fortschreitenden Alters sukzessiv bergab. Während die Ajax-Truppe Fußball vom Allerfeinsten geliefert hat, überschätzt sich mancher beim BVB kräftig.

Für die Dortmunder Mannschaft gilt nach diesem Imageschaden das, was ich auch Sammer raten würde: Man sollte den Fußball nicht unnötig kompliziert machen und eine schonungslose Analyse des Gezeigten betreiben. Dabei geht es nicht darum, draufzuhauen oder sich zu zerfleischen. Es geht darum, Fehler und Defizite deutlich zu benennen - präzise und ohne Umschweife.