08. September 2021 / 10:28 Uhr

BVB-Berater Matthias Sammer verteidigt PSG-Einkaufstour: "So bleibt das System in Bewegung"

BVB-Berater Matthias Sammer verteidigt PSG-Einkaufstour: "So bleibt das System in Bewegung"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Matthias Sammer sieht in den kritisierten Mega-Transfers des vergangenen Sommers auch Vorteile für den Fußball.
Matthias Sammer sieht in den kritisierten Mega-Transfers des vergangenen Sommers auch Vorteile für den Fußball. © IMAGO/ANP/Norbert Schmidt (Montage)
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Im vergangenen Transfer-Sommer sorgten einige große Deals für Aufsehen – und auch Kritik. Insbesondere Paris Saint-Germain sorgte auf dem Martk für Furore. TV-Experte und BVB-Berater Matthias Sammer hat die Mega-Deals nun aber verteidigt. Der Fußball insgesamt profitiere, wenn das System in Bewegung ist.

Diesen Transfer-Sommer muss der eine oder andere Fan und Fußball-Funktionär erst einmal verdauen. Trotz der anhaltenden Corona-Krise schlugen einige wenige europäische Spitzenklubs auf dem Transfermarkt kräftig zu – allen voran Paris Saint-Germain. Die Franzosen zahlten zwar nur 83 Millionen Euro Ablöse, erhöhten die Ausgaben für Gehälter mit ablösefreien Transfers der Superstars Lionel Messi, Sergio Ramos, Georginio Wijnaldum oder Gianluigi Donnarumma aber deutlich. Und dem Vernehmen nach lehnte PSG auf der Zielgeraden noch ein Angebot von bis zu 200 Millionen Euro Ablöse für den kommendes Jahr ablösefreien Kylian Mbappé ab. Bei vielen anderen Vereinen sorgte das Agieren der Pariser für Kritik. BVB-Berater und TV-Experte Matthias Sammer sieht allerdings auch Vorteile in den Mega-Transfers.

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"Klar, im ersten Moment ruft das ein Kopfschütteln hervor. Die Gehaltsstruktur bei vielen Klubs ist Wahnsinn. Dementsprechend ist das in einer gewissen Art und Weise Wettbewerbsverzerrung, es wird nicht mit gleichen Säbeln gefochten" kritisierte Sammer gegenüber der Sport Bild. "Gleichzeitig bin ich der Meinung: Geld im Markt zu haben und damit umzugehen – gerade in Zeiten der Pandemie – ist etwas Positives für den Fußball." Dass der Zeitgeist anders geht, ist dem Berater des Dortmunder Managements bewusst. "Auch wenn das keiner hören will. So bleibt das System in Bewegung und im Gespräch", verteidigt Sammer die schillernden Mega-Transfers. "Eine gewisse Aktivität ist nicht schadhaft, das muss man mit aller Brutalität so sagen."

Sammer: Im deutschen Fußball "lief in den vergangenen Jahren einiges verkehrt"

Die Bundesliga konnte auf dem Transfermarkt mit den finanzstarken Klubs aus der Premier League oder PSG zuletzt nur schwer mithalten. "Es gab immer wieder Epochen, in denen bestimmte Länder herausragend waren. Wellenbewegungen in Verbindung mit der wirtschaftlichen Situation. Natürlich können wir da nicht mit England mithalten", erklärt Sammer. In Schutz nehmen will er den deutschen Fußball aber nicht: "Im Hinblick auf Ausbildung, Entwicklung, Individualisierung oder Positionierung lief bei uns in den vergangenen Jahren einiges verkehrt."

Gegen die Investoren-Klubs aus dem europäischen Ausland könnten die deutschen Vereine anders aber kaum bestehen, meint Sammer: "Wenn wir schon nicht so viel Geld wie die anderen zur Verfügung haben, dann müssen wir diese Bereiche, speziell die Ausbildung, wieder verbessern", so der 54-Jährige. Wir haben zu wenig definiert, was in der Ausbildung und individuell persönlich für die Jungs wichtig ist. Wir haben die eigene Identität in den vergangenen Jahren etwas verloren."