15. Dezember 2019 / 08:52 Uhr

Gladbach-Manager Eberl warnt vor Wettbieten um TV-Rechte: "Wenn du zu gierig bist, verschluckst du dich"

Gladbach-Manager Eberl warnt vor Wettbieten um TV-Rechte: "Wenn du zu gierig bist, verschluckst du dich"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Max Eberl kritisierte das Wettbieten um die TV-Rechte von Bundesliga, Champions League und Co.
Max Eberl kritisierte das Wettbieten um die TV-Rechte von Bundesliga, Champions League und Co. © imago images/ActionPictures/Nordphoto
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Sportdirektor Max Eberl von Borussia Mönchengladbach hat das Wettbieten um die TV-Rechte von Bundesliga, Champions League und Co. scharf kritisiert. Der Gladbach-Manager fordert mehr Rücksicht auf die Fans und verurteilt die Gier im Fußball.

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Die Zeiten, in denen noch ein Abo reichte, um Fußball aus der ganzen Welt verfolgen zu können, sind längst vorbei. Mittlerweile streiten sich auf dem deutschen Markt gleich mehrere finanzstarke Anbieter um die Rechte für Bundesliga, Champions League, Länderspiele und Co. Eine Entwicklung, die Max Eberl Sorgen bereitet. Der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach verurteilte die Gier im Fußball und sieht die Fans als Benachteiligte.

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Juan Arango, Marko Marin und Mo Idrissou - nur drei ehemalige Gladbach-Stars, die nicht nur "Fohlen"-Fans ein Begriff sind. Der SPORTBUZZER zeigt 50 Ex-Borussen und was aus ihnen wurde. ©

"Als Fan will ich wissen, wo ich meine Spiele im Fernsehen sehen kann. Wenn das nicht mehr gegeben ist, weil es vier, fünf Anbieter gibt, kann das nicht gut sein", kritisierte Eberl im Interview mit der Bild und erklärte: "Ich würde mir da eine größere Stabilität bei Champions League und Europa League wünschen, so wie es die DFL in den letzten Jahren in der Bundesliga geschafft hat." Am Donnerstag wurde bekannt, dass die Champions League ab 2021 nicht mehr hauptsächlich bei Sky zu sehen ist, sondern von DAZN und Amazon übertragen wird. Die Rechte an der Europa League liegen in der aktuellen Saison bei DAZN und Nitro.

2020 werden Bundesliga-Rechte neu vergeben

Brisant: Im Frühjahr 2020 werden auch die Rechte an der Bundesliga neu vergeben. Neben dem bisherigen Platzhirsch Sky gibt es mit DAZN, Amazon oder der Telekom starke Konkurrenz. Ein derartiges Wettbieten kann Eberl allerdings nicht mehr nachvollziehen. "Bei der Champions League reden wir schon über Milliarden. Muss es dann wirklich unbedingt noch der letzte Euro mehr sein? Oder reicht uns nicht auch irgendwann mal ein Niveau, auf dem es uns gut geht? Und es geht uns derzeit sehr gut! Man muss auch immer das Gesamte sehen - und nicht nur den letzten Cent", mahnte der Gladbach-Manager.

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In der laufenden Saison belaufen sich die Einnahmen aus TV-Geldern allein bei den fünf Klubs an der Spitze des Verteilungsschlüssels (FC Bayern, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, Gladbach, TSG Hoffenheim) auf insgesamt 324 Millionen Euro - immer noch deutlich weniger, als selbst die "kleinen" Klubs in der Premier League kassieren. So bekamen die Schlusslichter der Verteilung in England - namentlich Southampton, Brighton, Cardiff, Fulham und Huddersfield - in der letzten Spielzeit mit insgesamt 612,7 Millionen Euro beinahe das Doppelte.

Eberl: "Und ich würde mich ungern verschlucken"

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Über Jahre hinweg war Borussia Mönchengladbach der große Konkurrent des FC Bayern München - später wurde es der BVB. Der SPORTBUZZER blickt auf die großen Rivalitäten. ©

Ähnliche Verhältnisse wünscht sich Eberl für den deutschen Fußball aber nicht. "Es ist wie im wahren Leben: Wenn du zu gierig bist, verschluckst du dich. Und ich würde mich ungern verschlucken. Dafür ist dieses Spiel viel zu schön", betonte der Gladbacher Sportdirektor, gab aber zu: "Auch wenn ich mich als Manager natürlich über mehr TV-Gelder freue. Auch bei uns spielt ja niemand für Nüsse."