28. Januar 2022 / 20:23 Uhr

"Typ mit richtig großen Eiern": So reagieren Spieler und Klubs auf den Rücktritt von Gladbach-Manager Eberl

"Typ mit richtig großen Eiern": So reagieren Spieler und Klubs auf den Rücktritt von Gladbach-Manager Eberl

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Max Eberl bekommt für seine offenen Worte bei seiner Rücktrittsverkündung viel Zuspruch.
Max Eberl bekommt für seine offenen Worte bei seiner Rücktrittsverkündung viel Zuspruch. © IMAGO/Revierfoto/Twitter/Toni Kroos/Schalke 04 (Montage)
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Der sofortige Abgang von Sportchef Max Eberl trifft Borussia Mönchengladbach hart. Nachdenklich stimmt der Grund für Eberls Aus nach fast einem Vierteljahrhundert im Verein. Der 48-Jährige erhält aus der Branche viel Zuspruch für seine Entscheidung.

Das Ende der 23 Jahre langen Ära von Max Eberl bei Borussia Mönchengladbach kam einem Hilferuf gleich. Kein neuer Verein, kein Corona-Frust, kein sportlicher Niedergang seines in Abstiegsnot geratenen Herzensklubs - das Fußballgeschäft habe ihn krank gemacht, begründete der 48 Jahre alte langjährige Sportchef der Borussia seinen sofortigen Abgang am Freitag. "Es war mir eine Ehre, hier zu arbeiten", sagte Eberl mit Tränen in den Augen, fiel zunächst Vize-Präsident Rainer Bonhof um den Hals und umarmte dann weitere langjährige Mitarbeiter. "Ich beende etwas, was mein Leben war."

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Aus der Branche bekam Eberl sogleich Zuspruch nach dem emotionalsten Auftritt in Gladbach seit vielen Jahren. "Bei aller Rivalität: Respekt für diese Entscheidung, Max Eberl. Gesundheit steht über allem. Der #effzeh wünscht alles Gute für die Zukunft", twitterte der Gladbacher Erzrivale 1. FC Köln und Real Madrids Toni Kroos verbreitete: "Chapeau Max Eberl. Überragender Manager und Typ mit richtig großen Eiern. Gute Erholung, Max!"

Dietmar Hamann über Max Eberl: "Er war immer ein Kämpfer"

Respektsbekundungen erhielt der langjährige Sportdirektor der "Fohlen", der nach eigener Aussage vorerst keine Kraft mehr für den Job hat, von vielen Seiten. Auch Kroos' ehemaliger Nationalmannschaftskollege Ilkay Gündogan twitterte: "Meinen größten Respekt vor Max Eberl für diese sicherlich sehr schwierige Entscheidung. Dazu gehört sehr viel Mut! Alles Gute für die Zukunft, Max - und vor allem viel Gesundheit." Spieler wie Gladbachs Lars Stindl und Vereine wie der FC Bayern, der VfL Bochum oder Werder Bremen schlossen sich an. Grundtenor: "Respekt für die offenen Worte und deinen Dienst für den deutschen Fußball." Schalke 04 erklärte via Twitter: "Max Eberls Entscheidung zeigt, dass es noch eine Gesundheit und ein Wohlbefinden abseits von Muskeln und Faserrissen gibt, um die wir uns stärker kümmern müssen. Respekt vor deiner Offenheit und Entscheidung, Max!"

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Via Sky meldeten sich Rekordnationalspieler Lothar Matthäus und Ex-Bayern-Profi Dietmar Hamann zu Wort: "Er hat Wahnsinniges geleistet für die Borussia in verschiedenen Positionen“, lobte der einstige Gladbach-Profi Matthäus. Dafür gebühre Eberl Dank. Auf Eberl sei viel eingebrochen, erklärte Matthäus unter Verweis auf die derzeit schwierige sportliche Situation. Hamann ergänzte: "Ich kenne Max seit 40 Jahren, habe als Zehnjähriger gegen ihn gespielt. Max war immer ein Kämpfer", sagte Hamann. „Wir verlieren heute - auf Zeit - nicht nur einen hervorragenden Manager, sondern auch hervorragenden Menschen", fügte der 48-Jährige hinzu.

Eberl: "Alles, was ich hatte, habe ich dem Verein gegeben"

Ein neuer Klub, über den bereits seit Donnerstagabend spekuliert worden war, als erste Gerüchte über einen Rücktritt Eberls publik wurden, scheidet nun erstmal aus. "Ich werde mir die Zeit und die Ruhe nehmen", kündigte Eberl an. "Ich werde wie Hape Kerkeling einfach mal weg sein und dann mal sehen, was die Zukunft bringt." Für die Borussia kommt der Abgang des 48-Jährigen, der erst vor gut einem Jahr seinen Vertrag bis 2026 verlängert und dabei von "Visionen" gesprochen hatte, einer Zäsur gleich. Seit dem Wirken von Helmut Grashoff bis 1991 hat kein anderer Manager den stolzen Klub vom Niederrhein so sehr geprägt wie Eberl. Seit Januar 1999 war er im Verein, zunächst als Spieler, später als Nachwuchskoordinator und schließlich als Sportdirektor und Geschäftsführer. "Alles, was ich hatte, habe ich dem Verein gegeben", sagte Eberl pathetisch.

Der Vorstand muss nun einen Nachfolger für Eberl finden. Eile ist geboten. "Wir geben uns nicht viel Zeit. Wir haben die Möglichkeiten intern schon abgesteckt, wir werden uns extern umschauen", kündigte Klub-Präsident Rolf Königs an. Ein aussichtsreicher Kandidat ist laut Bild der ehemalige Trainer Dieter Hecking. Mit dem aktuellen Sportvorstand des Zweitligisten 1. FC Nürnberg hatte Eberl vor gut drei Jahren in Gladbach erst verlängert, dann aber die Zusammenarbeit zur Saison 2019/2020 beendet, um Marco Rose zu holen.