20. Juli 2021 / 08:18 Uhr

Nach Eklat um Torunarigha: Olympia-Star Max Kruse fordert härteres Vorgehen gegen Rassismus

Nach Eklat um Torunarigha: Olympia-Star Max Kruse fordert härteres Vorgehen gegen Rassismus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Max Kruse fordert ein vehementeres Eintreten gegen Rassismus.
Max Kruse fordert ein vehementeres Eintreten gegen Rassismus. © IMAGO/Hartenfelser
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Beim Olympia-Test gegen Honduras verließ die deutsche Auswahl nach einer vermeintlich rassistischen Beleidigung gegen Jordan Torunarigha vorzeitig den Platz. DFB-Routinier Max Kruse hat in einem Instagram-Video nun ein härteres Vorgehen gegen Rassismus – und vor allem gegen Anonymität im Netz – gefordert.

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Der einzige Test der deutschen Fußball-Mannschaft für die Olympischen Spiele endete mit einem Eklat: Wegen einer vermeintlichen rassistischen Beleidigung hatten die DFB-Profis beim Stand von 1:1 gegen Honduras vorzeitig den Platz verlassen. Das Spiel, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfand, wurde abgebrochen. Ein Profi der Honduraner soll Deutschlands Jordan Torunarigha laut DFB rassistisch verunglimpft haben. Max Kruse, der Routinier im deutschen Team, hat die Entscheidung der Mannschaft nun noch einmal verteidigt: "Wir haben als Team ein Zeichen gegen Rassismus gesetzt, was ich sehr befürworte und von der gesamten Mannschaft sehr gut finde, weil es wichtig ist, dass wir die Werte, für die wir stehen auch nach außen vermitteln", sagte er in einem Instagram-Video.

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Der Stürmer von Union Berlin zweifelt aber daran, ob die Geste nachhaltige Wirkung hat: "Welche Veränderung haben wir dadurch bewirkt?", fragte er. Er wünscht sich mehr gesamtgesellschaftliches Engagement gegen Rassismus: "Ich habe das Gefühl, dass der Rassismus eher mehr als weniger wird in den letzten Wochen und Monaten." Einfache Lösungen gebe es allerdings nicht – schon gar nicht ein "Patent-Rezept gegen Rassismus", so der 33-Jährige.

Kruse fordert Identity-Checks in den Sozialen Netzwerken

Allerdings hat Kruse konkrete Vorschläge, wie man schärfer gegen Fremdenhass eintreten könnte: "Warum kriegen wir es nicht hin, mehrere Millionen in die Hand zu nehmen, um Rassismus zu bekämpfen?", fragt er sich. Insbesondere gegen Hass im Netz will er ein härteres Vorgehen: "Warum kriegen wir es nicht hin, Identity Checks zu machen? Das Internet ist das größte Medium, das kontrollierbar ist. Damit können wir den Rassismus nicht beenden, ganz klar. Aber wenn wir nirgendwo anfangen, wird sich auf der Welt nichts verändern", sagte er.

Indes sei er auch persönlich Opfer von Rassismus in den Sozialen Netzwerken geworden: Nachdem die Aktion der DFB-Spieler, den Platz zu verlassen, öffentlich geworden war, sei seine Freundin im Netz zum wiederholten Male rassistisch beleidigt worden. Sie habe Nachrichten bekommen die "unter aller Sau" gewesen und teilweise auch an ihn selbst gerichtet gewesen seien.

Der honduranische Verband hatte die deutschen Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, es habe sich um ein "Missverständnis" gehandelt. Auf SPORTBUZZER-Nachfrage stellte der zuständige Bundestrainer Stefan Kuntz hinterher auf einer Pressekonferenz klar: "Ich weiß nicht, wie es Ihnen ging, wenn Sie mit einer Sechs nach Hause kamen. Da habe ich zu meiner Mutter auch immer gesagt: 'Das war ein Missverständnis zwischen der Lehrerin und mir.' Das lassen wir am besten mal unkommentiert."