17. August 2022 / 20:05 Uhr

"Nicht zufrieden": Max Kruse motzt über Joker-Rolle beim VfL Wolfsburg – und schließt Abschied nicht aus

"Nicht zufrieden": Max Kruse motzt über Joker-Rolle beim VfL Wolfsburg – und schließt Abschied nicht aus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Max Kruse (links) gefällt seine Joker-Rolle unter Trainer Niko Kovac beim VfL Wolfsburg nicht.
Max Kruse (links) gefällt seine Joker-Rolle unter Trainer Niko Kovac beim VfL Wolfsburg nicht. © IMAGO/regios24
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Max Kruse und der VfL Wolfsburg: Geht es schon in diesem Sommer nicht mehr weiter? Während seiner Liveübertragung bei der Streaming-Plattform "Twitch" machte der Ex-Nationalspieler deutlich, mit seiner Rolle unter Trainer Niko Kovac nicht zufrieden zu sein. Einen Wechsel schließt der 34-Jährige nicht aus. Über Werder Bremen schwärmt er auffällig.

Auf insgesamt 59 Einsatzminuten kam Max Kruse in den ersten beiden Bundesliga-Spielen des VfL Wolfsburg: Gegen Werder Bremen (2:2) und den FC Bayern München (0:2) wurde der Ex-Nationalspieler in der zweiten Halbzeit von seinem neuen Trainer Niko Kovac jeweils nur eingewechselt. Zu wenig für die Ansprüche des 34-Jährigen, der erst im vergangenen Winter zurück zu den Wölfen gewechselt war. Auf seinem Twitch-Kanal hat sich Kruse nun sogar erstmals auch über einen möglichen Abschied aus Wolfsburg geäußert: "Wir müssen auch ehrlich sein, und ich bin ja ein ehrlicher Typ: Dass ich nicht zufrieden bin mit der Rolle, die ich im Moment habe, ist ganz klar", sprach der Olympia-Teilnehmer von 2021 Klartext.

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Kruse weiter: "Ich bin 34, immer noch im guten Fußball-Alter und es gab noch keine Saison, in der ich wirklich richtig scheiße gespielt habe. Von daher will ich auf dem Platz stehen wie wahrscheinlich jeder andere Fußballer auch." Bedeutet: Die wenigen Minuten unter Neu-Trainer Kovac stellen Kruse keineswegs zufrieden. Jeder könne sich denken, "wie ich mich in meiner Situation jetzt fühle", führte der Routinier aus. Der Angreifer wartet noch immer auf seinen ersten Pflichtspiel-Einsatz in der Startelf, Wadenprobleme und eine Erkältung hatten ihn allerdings am Ende der Vorbereitung im Kampf um die Stammplätze zurückgeworfen.

Kruse wechselte im Januar für fünf Millionen Euro von Union Berlin zum damaligen Abstiegskandidaten aus Wolfsburg. Mit dem inzwischen entlassenen VfL-Coach Florian Kohfeldt schaffte Kruse den Klassenerhalt. Jetzt will er unbedingt spielen. Muss dafür ein Transfer her? Der Wolfsburg-Star hält sich die Option offen – auch wenn er beteuert: "Es gibt im Moment keinen Kontakt zu irgendwelchen Vereinen.“ Und: "Egal, in welchem Verein ich spiele, ich gebe 100 Prozent meine Leistung - ob über mich geredet wird oder ob ich mich mit was anderem beschäftige, spielt keine Rolle." Gleichzeitig schloss Kruse aber nicht aus, dass es bis zum Ende der aktuellen Transferperiode am 1. September noch zu einem Abschied aus Wolfsburg kommen könne. "Die Spekulationen werden erst in zwei Wochen enden, dann können wir uns sicher sein ...", meinte der Profi.

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Werder-Chef spekuliert über Kruse-Aus – Profi schwärmt von Bremen-Leistung

Kruses Vertrag in Wolfsburg läuft noch bis 2023, kann sich aber um ein weiteres Jahr verlängern. Dass es so weit kommt, glaubt Clemens Fritz, Leiter Profifußball und Scouting bei Kruses Ex-Klub Werder Bremen, aber nicht. Vielmehr vermutet er, dass der ehemalige Nationalstürmer mit Abschiedsgedanken spiele, sagte Fritz bei der Fußball-Talkshow Sky90 am Sonntag: "Max hat mit seiner Qualität den Anspruch zu spielen.“ Laut Fritz könnte auch das Verhältnis zwischen Kovac und Kruse zu einer Trennung führen. Er glaube, dass das VfL-Trainerteam "die Zügel anzieht" – und dass der als Freigeist bekannte Kruse damit seine Probleme haben könnte. "Er braucht seine lange Leine."

Eine Rückkehr nach Bremen, wo Kruse zu Beginn seiner Karriere und dann zwischen 2016 und 2019 höchst erfolgreich gespielt hat, schloss Fritz aber aus: "Wir können seine Qualität gut gebrauchen, sind wirtschaftlich aber auch limitiert." Kruse selbst schwärmte bei Twitch auffällig über seinen Ex-Klub: Im ersten Saisonspiel habe ihn Werder "schon beeindruckt, das hat mich positiv überrascht. Die Spielkultur, das Spiel nach vorne, das lief richtig gut. Chapeau." Vor allem Stürmer Niclas Füllkrug habe ihm gefallen. "Der flog bei mir lange unter dem Radar. Was der jetzt gemacht hat, wie der sich noch mal entwickelt hat. Seine Sprungkraft ist brutal. Sein Durchsetzungsvermögen top."