09. Oktober 2020 / 01:31 Uhr

Maxi und Mili: Mit seinem neuen Klub hatte Wolfsburgs Philipp schon immer viel zu tun

Maxi und Mili: Mit seinem neuen Klub hatte Wolfsburgs Philipp schon immer viel zu tun

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburg-Erinnerungen: Maximilian Philipp bei der U21-EM 2017 mit Maximilian Arnold (h.) und im DFB-Pokal 2015 gegen Robin Knoche (r.). 
Wolfsburg-Erinnerungen: Maximilian Philipp bei der U21-EM 2017 mit Maximilian Arnold (h.) und im DFB-Pokal 2015 gegen Robin Knoche (r.).  © imago Images / dpa
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Maximilian Philipp, Neuzugang des VfL Wolfsburg, wäre schon vor einem Jahr gern zu den Niedersachsen gewechselt. Doch der Offensivmann aus Berlin hat noch viel mehr alte Berührungspunkte mit dem VfL - der erste liegt zehn Jahre zurück und hat mit einem anderen Maximilian zu tun.

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Seine erste Begegnung mit dem VfL Wolfsburg ist fast auf den Tag genau zehn Jahre her. Im Oktober 2010 gewann Maximilian Philipp mit der B-Jugend von Tennis Borussia Berlin das Spiel der U17-Bundesliga gegen den VfL mit 3:2. Aus der TeBe-Nachwuchstruppe von damals ist Philipp der Einzige, der als Profi durchstarten konnte - seit dieser Woche als Neuzugang des VfL. In Wolfsburg trifft Philipp dabei auf den einzigen VfLer aus der gegnerischen U17-Mannschaft von vor zehn Jahren, der es ebenfalls geschafft hat: Maximilian Arnold.

Die Wege der beiden Maximilians in die Bundesliga waren sehr unterschiedlich. Während Arnold immer in Wolfsburg blieb, ging Philipp auf Wanderschaft, spielte in der A-Jugend von Energie Cottbus, mit der er wieder auf den VfL traf. „Ich kann mich noch daran erinnern, wie er da mal ein Tor gegen uns geschossen hat, habe seinen Jubel noch vor Augen“, sagt Arnold. Phillip traf und jubelte in der B- und A-Jugend viel, wechselte nach Freiburg und wurde dort vom Nachwuchs- zum Bundesliga-Talent, hatte seinen ersten Einsatz im Oberhaus als Einwechselspieler für den heutigen VfLer Felix Klaus.

Als Philipp bei den Breisgauern zur festen Offensivgröße wurde, kreuzten sich die Wege schon wieder: Auf dem Weg zum Pokal-Triumph 2015 schalteten Arnold und der VfL im Viertelfinale Philipp und den SC Freiburg mit 1:0 aus. Freiburg steig anschließend ab und nicht zuletzt dank Philipp (acht Tore und elf Vorlagen in 31 Zweitliga-Spielen) gleich wieder auf.

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Anschließend spielten die beiden Maximilians erstmals zusammen - in der deutschen U21-Nationalmannschaft, mit der sie 2017 Europameister wurden. Arnold war Kapitän der DFB-Auswahl, mit Yannick Gerhardt war ein weiterer VfLer dabei, Philipp kam in vier der fünf Endrunden-Spiele zum Einsatz. „Ein cooles Erlebnis, über das wir gern reden“, so Arnold. „Wir hatten auch vor seinem Wechsel jetzt Kontakt, haben uns ein bisschen ausgetauscht.“

Weil Philipp vor der U21-EM auch für Freiburg in der 1. Liga aufgefallen war (neun Treffer in 25 Einsätzen), griff der BVB zu, holte den damals 23-Jährigen für 20 Millionen Euro Ablöse nach Dortmund. Sein erstes Bundesliga-Spiel für die Borussia machte er im August 2017 - gegen Wolfsburg. Wieder war Vornamensvetter Arnold beim Gegner dabei. Obwohl ihn eine Patellasehnenverletzung zwischenzeitlich ausbremste, kam Philipp in seinem ersten BVB-Jahr auf neun Liga-Tore, hatte es aber zunehmend schwer, sich gegen die namhafte Stammplatz-Konkurrenz – unter anderem Jadon Sancho, Marco Reus, Paco Alcacer und Mario Götze - durchzusetzen.

Nach zwei Dortmund-Jahren suchte er eine neue Herausforderung - und war sich 2019 mit dem VfL schon einig, in Wolfsburg war er als Ersatz für Josip Brekalo vorgesehen. Weil der Kroate dann doch blieb, wurde nichts aus dem Transfer und Philipp wechselte zu Dinamo Moskau. „Ich hatte schon letztes Jahr große Lust, hierherzukommen“, sagte Philipp jetzt gegenüber Wölfe-TV. Als sich nun mit einem Jahr Verspätung die Chance auftat, diesmal als Leihgeschäft mit Kaufoption für den VfL, „brauchte ich nicht viel zu überlegen“. Was neben der sportlichen Perspektive für Wolfsburg sprach: „Dass ich nah an meiner Heimatstadt bin.“

Dort, in Berlin, lebt Phillips Mutter - und die ist auch dafür zuständig, dass es neben allen Berührungspunkten auch einen großen Unterschied zwischen den beiden Wolfsburger Maximilians gibt. Denn während der eine als Jungprofi oft „Maxi“ genannt wurde, ist Philipps Spitzname „Mili“. Wieso? „Jeder, der Maximilian mit Vornamen heißt, hat den Spitznamen Maxi, Max oder Maxe“, klärt er auf. „Meine Mutter fand dagegen Mili ganz niedlich - jetzt ist es nicht mehr sooo niedlich, aber ich komme damit klar...“

Wichtiger: Dass Mili in Wolfsburg für maximalen Erfolg steht. „Für mich heißt Fußball, offensiv zu spielen. Ich möchte den Ball haben, viele Aktionen haben.“ Und dann „hoffe ich, dass es nächstes Jahr zurück nach Europa geht und dass ich dem Verein dabei helfen kann.“ Dass der 26-Jährige das tatsächlich kann, davon ist sein zwei Monate jüngerer Vornamensvetter überzeugt: „Er hat eine wahnsinnige Ruhe am Ball und einen extrem präzisen und harten Schuss“, lobt Arnold, „und er hat ja nicht umsonst bei Borussia Dortmund gespielt...“