06. Juni 2021 / 16:54 Uhr

Maximilian Arnold schreibt der U21 vor dem EM-Finale: "Los, Jungs, holt euch den Titel!"

Maximilian Arnold schreibt der U21 vor dem EM-Finale: "Los, Jungs, holt euch den Titel!"

Maximilian Arnold
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Maximilian Arnold feierte 2017 selbst als Kapitän mit der U21-Nationalmannschaft.
Maximilian Arnold feierte 2017 selbst als Kapitän mit der U21-Nationalmannschaft. © IMAGO/Newsix/regios24 (Montage)
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Mit der U21 gewann er als Kapitän 2017 die Europameisterschaft, jetzt schreibt er für den SPORTBUZZER an seine möglichen Nachfolger. Vor dem EM-Finale gegen Portugal beschreibt Wolfsburg-Star Maximilian Arnold in einem Gastbeitrag, welchen Anteil Trainer Stefan Kuntz am Erfolg der U21 hat und wie er selbst das EM-Finale angegangen ist - mit Tipps an die aktuelle Mannnschaft.

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Maximilian Arnold hat mit dem VfL Wolfsburg eine super Saison hinter sich, in der Bundesliga sind die Wolfsburger Vierter geworden, im nächsten Jahr spielen Arnold und Co. Champions League. Alles Zukunftsmusik, jetzt schaut Arnold gespannt aufs Finale der U21-Europameisterschaft. 2017 hatte er als Kapitän des deutschen Teams den Titel gewonnen, am Sonntagabend (21 Uhr, ProSieben) in Ljubljana (Slowenien) greifen die Deutschen wieder nach dem Titel. Vor dem Finale schreibt der 27-Jährige im SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerk Deutschlands, wie happy er über den erneuten Finaleinzug des Teams ist und welche Tipps er fürs packende Endspiel gegen Portugal hat.

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Die deutsche U21-Nationalmannschaft kann jetzt Geschichte schreiben

Ein Gastbeitrag von Maximilian Arnold

Eines vorweg: Dass unsere U21 zum dritten Mal in Folge im Finale steht, ist eine beachtliche Leistung, das macht man nicht einfach im Vorbeigehen. Und wenn man sieht, wie diese Mannschaft speziell in der ersten Halbzeit im Halbfinale gegen die Niederlande aufgetreten ist, muss man sagen: Das war schon außergewöhnlich gut. Und das nach einer Vorrunde, in der ja nicht alles rund lief, wie mir auch Ridle Baku danach mal erzählt hat. Dass es in diesem Turnier so weit geht, konnte man nicht voraussetzen. Umso schöner ist es, dass die Jungs das geschafft haben.

Dass Deutschland nach unserem Titel 2017 und dem Finale 2019 nun wieder im Endspiel steht, liegt ganz stark an Stefan Kuntz. Der Trainer ist es, der aus so unterschiedlichen Spielertypen auch wirklich eine Mannschaft macht. Und deshalb schlägst du dann auch Teams, die vielleicht bessere Einzelspieler haben, aber nicht diesen Geist, den es braucht, wenn du Großes erreichen willst. Für Kuntz steht der Teamgedanke über allem, er behandelt jeden seiner Spieler gleich. Jeder hat dabei das Gefühl, wichtig zu sein – das ist für mich der ausschlaggebende Punkt, um erfolgreich sein zu können. Das war auch 2017 so, Kuntz und sein Trainerteam leben diesen Zusammenhalt. Und doch kann man unseren Erfolg von damals und den des Teams jetzt nicht komplett miteinander vergleichen. Bei uns war es damals ein durchgängiges Turnier, in diesem Jahr ist es wegen Corona zweigeteilt.

U21-EM: Das wurde aus den deutschen Europameistern von 2017

Vor vier Jahren wurde die deutsche U21-Nationalmannschaft in Polen zum bisher letzten Mal Europameister. Aber wer war eigentlich dabei – und was wurde aus den DFB-Spielern, die den Titel damals nach Deutschland geholt haben? Der <b>SPORT</b>BUZZER klärt auf. Zur Galerie
Vor vier Jahren wurde die deutsche U21-Nationalmannschaft in Polen zum bisher letzten Mal Europameister. Aber wer war eigentlich dabei – und was wurde aus den DFB-Spielern, die den Titel damals nach Deutschland geholt haben? Der SPORTBUZZER klärt auf. ©

So ein Talent wie Florian Wirtz hatten wir 2017 nicht in der Mannschaft

Die Vorrunde wurde im März gespielt, die Endrunde jetzt. Daher tue ich mich schwer, Vergleiche zu ziehen. Aber eines kann ich schon sagen: So ein Talent wie Florian Wirtz hatten wir 2017 nicht in der Mannschaft. Dazu kommt ein Führungsspieler wie Ridle Baku, der bei uns in Wolfsburg eine tolle Saison gespielt hat und seine Qualität jetzt auch in der U21 zeigt. Aber es gibt auch Spieler wie etwa Mergim Berisha oder David Raum, die vielleicht nicht jeder sofort auf dem Schirm hat. Aber Raum zum Beispiel hat in Fürth eine überragende Saison gespielt. Der Trainer haut solche Spieler einfach rein und vertraut ihnen – und die Spieler zahlen es ihm mit tollen Leistungen zurück, wie man ja gerade sieht. Dazu haben sie im Mittelfeld mit Niklas Dorsch einen tollen Taktgeber oder einen Anton Stach, der gerade sein erstes Profijahr in Fürth hinter sich hat. Kuntz hat mal wieder die richtige Mischung gefunden.

Bei uns damals ging es über den Teamgeist, der vergleichbar war mit dem, den wir in diesem Jahr beim VfL Wolfsburg hatten. Wir sind auch nach den Spielen noch kurz zusammengeblieben und haben Quatsch gemacht, wir waren eine echte Einheit. Ganz wichtig ist jetzt, dass man sich vor so einem Finale keinen zu großen Kopf macht, sondern einfach alles auf sich zukommen lässt. Ich persönlich hatte damals gar keinen Druck, weil ich wenige Wochen zuvor mit dem VfL noch in der Relegation gespielt hatte. Das war wirklicher und belastender Druck, das Turnier danach habe ich einfach nur genossen. Ich denke, das hat man ja auch an meinen Leistungen gesehen.

Im Finale war dann auch noch meine Familie da, das hat mir Kraft gegeben, dazu waren wir alle hoch motiviert. Ich wusste einfach: Uns kann in diesem Spiel nichts passieren. Wie die Jungs jetzt denken, weiß ich natürlich nicht genau, aber ich kann ihnen nur raten, dieses Spiel zu genießen, denn so ein Finale ist einfach etwas ganz Besonderes. Sie können jetzt Geschichte schreiben. Daher sage ich: Los, Jungs, holt Euch den Titel. Ich werde mitfiebern und werde Euch fest die Daumen drücken!

aufgezeichnet von Engelbert Hensel