29. April 2022 / 17:02 Uhr

Maximilian Lukas Neujahr: Nachwuchshoffnung des FSV Eintracht

Maximilian Lukas Neujahr: Nachwuchshoffnung des FSV Eintracht

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Maximilian Lukas Neujahr traf in seinem ersten Spiel für die Eintracht aus Königs Wusterhausen von Beginn an gleich doppelt. 
Maximilian Lukas Neujahr traf in seinem ersten Spiel für die Eintracht aus Königs Wusterhausen von Beginn an gleich doppelt. © Oliver Schwandt
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Landesklasse Ost: Der 18-jährige Abwehrspieler ist ein Beispiel dafür, wie gut die Talentförderung in Königs Wusterhausen funktioniert.

Mit 5:0 konnte der FSV Eintracht Königs Wusterhausen am 22. Spieltag der Fußball-Landesklasse Ost die Begegnung beim FSV Rot-Weiß Luckau klar gewinnen. Mit seinen beiden Toren und einer Vorlage avancierte A-Juniorenspieler Maximilian Lukas Neujahr ganz klar zum Matchwinner – und das gleich bei seiner ersten Partie für die FSV-Männer von Beginn an. Erst wenige Tage zuvor erfuhr er, dass er mit der Eintracht nach Luckau reisen wird. „Ich musste für dieses Match noch einige Termine umändern, da ich nach der Schule noch nebenbei bei Rewe arbeite“, erzählt der 18-jährige Schüler, der die 12. Klasse des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums besucht. Eigentlich spielt Neujahr als Rechtsverteidiger noch bei den A-Junioren des FSV. Doch wenn Not am Mann ist, dann ist er sich nicht zu schade, erste Sporen bei den Männern zu verdienen. „Gerade in den vergangenen Wochen sah es ja personell beim Landesklasse-Team alles andere als rosig aus, da viele Spieler gesperrt oder durch Corona verhindert waren“, erzählt der Nachwuchskicker.

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So richtig nervös wurde er, als sein Name in der Startformation für die Luckau-Partie fiel. „Ich sollte im rechten Mittelfeld auflaufen, eine für mich eher ungewohnte Position.“ Aber es lief für ihn von Beginn an perfekt. Bereits nach 120 Sekunden staubte er einen abgewehrten Abschluss von Mitspieler Justin Wisocki im Stile eines Torjägers zur Eintracht-Führung ab. „Ich musste die Pille nur noch über die Linie drücken. Als der Ball im Tor war, konnte ich es erst nicht glauben – aber der Treffer zählte“, berichtet Neujahr freudestrahlend. Sechs Minuten später war der Nachwuchs-Akteur auch am zweiten Tor beteiligt. Nach einem Pass von Michael Kresse schlug er eine perfekte Flanke auf den Kopf von Wisocki, der nicht viel Mühe hatte, auf 2:0 zu erhöhen.

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„In diesem Moment dachte ich, so stark sind die Spieler von Luckau jetzt aber nicht. Ich habe aber bei den Männern auch schon andere Erfahrungen gemacht, denn bei einem Spiel mit dem zweiten Eintracht-Team wurde ich in der dritten Minute schon einmal richtig weggehauen. Da wurde mir gezeigt, wie es bei den Herren manchmal langgeht.“ In Luckau wurde Neujahr nicht umgehauen, sodass er nach einer knappen halben Stunde einen schnell nach vorne getragenen Konter über Elvis Amabo zu seinem zweiten Landesklasse-Treffer abschloss.

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Viel Lob gab es nach der Begegnung von Chefcoach Noro Schwarz: „Er meinte zu mir, ich habe es wirklich Klasse gemacht. Ich habe das super umgesetzt, was wir im Training geübt haben. Er war stolz darauf, was ich beim Spiel in Luckau geschafft habe“, erinnert sich der 18-Jährige an die Worte seines Trainers nach dem 5:0-Erfolg bei Rot-Weiß im Süden des Bundeslandes.

„Max steht stellvertretend für die gute Nachwuchsarbeit, die bei uns im Verein geleistet wird. Die A-, B- und C-Junioren sind alle im Land unterwegs. Ich sehe in diesen Mannschaften sehr viel Potenzial für die Zukunft“, sagt Noro Schwarz und kommt noch auf einmal auf seinen Schützling zurück: „Er ist ein richtig guter Junge, dem ich sehr gerne beim Kicken zusehe. Ich habe ihn beim Training ins kalte Wasser geworfen. Er hat sich richtig gut ins Team eingefügt und dementsprechend auch seine Einsätze in der Landesklasse bekommen. Gerade im Offensiv- und Defensivbereich hat Max seine Aufgabe in Luckau überragend erfüllt. Jetzt müssen wir sehen, ob er auch am Ball bleibt. Wenn ja, dann freue ich mich jetzt schon, in der kommenden Saison mit ihm zusammenzuarbeiten.“

Für Neujahr ist jetzt schon felsenfest klar, dass er in der kommenden Serie so richtig bei den Eintracht-Männern Fuß fassen will. „Hier spielen meine Freunde und ich habe derzeit auch so richtig Bock auf Fußball“, sagt er. „Ich denke, Noro ist auch der richtige Trainer für mich, der in der Lage ist, einen gestandenen Männerspieler aus mir zu machen. Ich freue mich jetzt schon auf den Vorbereitungsstart im Juli. Diese Zeit muss ich nutzen, um zu zeigen, dass ich ein Spieler für die Startelf von Noro Schwarz bin.“

Neujahr hat sich auch schon als Ruderer versucht

Das sah in der Vergangenheit des am 25. November 2003 in Königs Wusterhausen geborenen Abwehrspielers nicht immer so aus. Obwohl er schon im Grundschulalter bei der Eintracht bei Wolfram Hentschel mit dem Kicken anfing, zog es ihn einige Jahre später zum Rudersport. „Als ich zwölf Jahre alt war, schloss ich mich dem RC KW an, da mein Opa, meine Oma und meine Mutter allesamt aus dem Rudersport kommen. Mir hat diese Sportart auch sehr viel Spaß gemacht. Ich konnte sogar einige regionale Titel und beim Bundeswettbewerb in Salzgitter einen vierten Rang einfahren“, berichtet Neujahr stolz. „Nach drei Jahren als Ruderer juckte es wieder derart in den Füßen, sodass ich wieder zum FSV zurückkehrte. Diesen Schritt habe ich nicht bereut, da mir das Kicken unheimlich viel Freude bereitet.“

Am Sonnabendnachmittag empfängt der FSV Eintracht um 15 Uhr zum Derby den MTV Wünsdorf. Leider ohne Neujahr, der bereits um 13 Uhr mit den A-Junioren beim SV Blau-Weiß Dahlewitz die Tabellenführung in der Landesklasse verteidigen muss. „Ich hätte auch gerne gegen Wünsdorf gespielt. Aber mit den A-Junioren habe ich noch die Chance, die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Landesliga zu feiern und das Kreispokalfinale zu gewinnen. Darauf liegt aktuell mein Fokus.“