20. Oktober 2019 / 13:53 Uhr

Mbabu: Stotter-Start, aber ein versöhnliches Ende

Mbabu: Stotter-Start, aber ein versöhnliches Ende

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
LEIPZIG, GERMANY - OCTOBER 19: Timo Werner of RB Leipzig battles for possession with Kevin Mbabu of VfL Wolfsburg during the Bundesliga match between RB Leipzig and VfL Wolfsburg at Red Bull Arena on October 19, 2019 in Leipzig, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)
Hatte gegen Leipzigs Timo Werner keinen leichten Stand: Kevin Mbabu (r.), der beim VfL Wolfsburg im Duell mit RB in der Startelf stand. © 2019 Getty Images
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Die Leipziger sind für ihr temporeiches Spiel bekannt. Wie kann der VfL Wolfsburg das in den Griff bekommen? Diese Frage hatte sich VfL-Trainer Oliver Glasner vor dem Spitzenspiel bei RB gestellt. Seine Antwort: Ein Wechsel in der Abwehr-Dreierkette...

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Kurz vorm Abpfiff gewann Kevin Mbabu den letzten Zweikampf des Spiels in einer brenzligen Situation am eigenen Strafraum – und sorgte so dafür, dass sein Startelf-Debüt in der Fußball-Bundesliga für den VfL Wolfsburg doch noch ein versöhnliches Ende fand. Ein versöhnliches Ende nach einem Stotter-Start in der Abwehrkette, in der er für Dauerbrenner Robin Knoche ran durfte. Das Eigengewächs musste nach 30 Bundesliga-Spielen in Folge auf die Bank.

Geschwindigkeits-Vorteile gegenüber Knoche

Der Reihe nach: Am Mittwochnachmittag hatte VfL-Trainer Oliver Glasner im Training angedeutet, dass er möglicherweise im Spitzenspiel bei RB Leipzig nicht auf Knoche, sondern auf Mbabu baut. Einen Tag später bei der Pressekonferenz hatte der Österreicher das weder bestätigen noch dementieren wollen. „Ich bereite mich immer auf Eventualitäten vor. Ich schaue, dass wir Optionen haben, wenn was passiert. Wir haben sieben Spiele in 23 Tagen - da möchte ich nicht unvorbereitet sein“, hatte Glasner gesagt. In Leipzig ließ er Mbabu dann ran, weil er Geschwindigkeits-Vorteile (Glasner: „Wir wollten gegen Leipzigs unglaubliches Tempo, selbst Speed in die Abwehr bringen“) gegenüber Knoche hat. „Ich hatte es ein bisschen erwartet“, sagte Mbabu, der zuvor elf Minuten in der Liga gegen 1899 Hoffenheim, 15 Minuten im Pokal in Halle und 90 Minuten in der Europa League gegen Olexandrija hatte spielen dürfen. „Der Trainer hat mir unter der Woche schon gesagt, dass ich vielleicht auf der Position spielen werde, aber er war noch nicht sicher“, fügte Mbabu hinzu. Am Samstagvormittag kam dann das Signal von Glasner. Mbabu: „Ich war sehr froh.“

Stimmen zum Spiel: RB Leipzig - VfL Wolfsburg

<b>Oliver Glasner</b>: „Es war ja vorher so ein bisschen die Fragestellung: Können wir auch bei Mannschaften, die um die deutsche Meisterschaft mitspielen können, bestehen? Wir waren ebenbürtig, der Punkt war verdient. Es sagt ja alles aus, wenn der eine oder andere sagt, es wäre vielleicht etwas mehr möglich gewesen. Ich bin heute zu hundert Prozent zufrieden.“ Zur Galerie
Oliver Glasner: „Es war ja vorher so ein bisschen die Fragestellung: Können wir auch bei Mannschaften, die um die deutsche Meisterschaft mitspielen können, bestehen? Wir waren ebenbürtig, der Punkt war verdient. Es sagt ja alles aus, wenn der eine oder andere sagt, es wäre vielleicht etwas mehr möglich gewesen. Ich bin heute zu hundert Prozent zufrieden.“ ©
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Kein Wunder, denn Mbabus erste Wochen in Wolfsburg waren alles andere als leicht. Bei seinem Ex-Klub Young Boys Bern war der Rechtsverteidiger in der Viererkette Stammkraft, in Wolfsburg jedoch war er zweite Wahl. „Das war nicht einfach. Ich wusste, dass es so werden könnte. Wenn man zu einem großen Klub wechselt, sind immer zwei gute Spieler auf jeder Position. Also muss man kämpfen, um dem Trainer die Entscheidung schwerzumachen. Ich habe gearbeitet und auf meine Chance gewartet“, so Mbabu. Gerade zu Beginn der Partie war zu sehen, dass der Nationalspieler der Schweiz zuletzt wenig Spielzeit bekommen hatte. „Da war ich ein bisschen nervös. Ich habe einen schlechten Pass gespielt, dann die frühe Gelbe Karte – das war nicht einfach fürs Selbstvertrauen. Aber es wurde dann besser und besser. Ich denke, ich kann mit meiner zweiten Hälfte zufrieden sein.“ Zufrieden sein bis auf die Szene, die zum Gegentor durch den schnellen Leipziger Top-Star Timo Werner führte. Nach einem langen Ball von RB-Torhüter Peter Gulacsi verlor zunächst VfL-Abwehrchef Jeffrey Bruma das Duell gegen den Yussuf Poulsen - Werner erkannte die Situation blitzschnell, Mbabu wiederum zögerte für einen kurzen Moment, so dass Werner sich einen Vorteil verschaffen konnte. Mbabu selbstkritisch: „Ich hätte früher hinter Jeff sein müssen, um ihm zu helfen.“

Nur eine Eintagsfliege?

Bleibt die Frage: War das mit Mbabu in der Abwehrkette nur eine Eintagsfliege? „Keine Ahnung, ob das etwas für die Zukunft ist. Ich denke, ich kann helfen. Wir schauen mal“, meinte der gut gelaunte Defensivmann, der momentan an William auf der rechten Seite nicht vorbeikommt. Der Brasilianer spielt gut, in Leipzig gehörte der zu den besten Wolfsburgern. Glasner: „Am Ende hat Kevin ganz viele wichtige Bälle gewonnen. Ich bin sehr, sehr zufrieden mit ihm.“ Es sei wichtig, bei drei Wettbewerben in dieser Saison „mehrere Optionen“ zu haben. Denn: „Wir werden rotieren müssen.“

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