18. September 2019 / 13:17 Uhr

Mechelk, Krauskopf, Mann: Gamsen spielt Volleyball mit drei Fußball-Torhütern

Mechelk, Krauskopf, Mann: Gamsen spielt Volleyball mit drei Fußball-Torhütern

Pascal Mäkelburg
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Volleyball, Oberliga MTV Gamsen, Michael Krauskopf, Bastian Mechelk, Foto: Cagla Canidar
Früher hatten sie das Netz hinter sich: Die früheren Torhüter Michael Krauskopf (l.) Bastian Mechelk (r.) konzentrieren sich jetzt auf ihre Volleyball-Karrieren beim Oberliga-Aufsteiger MTV Gamsen. © Cagla Candidar
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Ungewöhnliche Konstellation bei den Oberliga-Volleyballern des MTV Gamsen. Sie haben inzwischen drei Fußball-Torhüter in ihren Reihen. Und auf einen wartet nun das Duell mit dem Klub, mit dem er eigentlich fest verwachsen ist.

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Sind Fußballer die besseren Volleyballer? Durch den Zugang von Michael Krauskopf vom MTV Gifhorn hat Oberliga-Aufsteiger MTV Gamsen neben Bastian Mechelk und Lennart Mann einen dritten Keeper in seinen Reihen. Vor dem Derby in der Flutmulde am Sonntag (12 Uhr) beim MTV Gifhorn sprechen Mechelk und Krauskopf über die Umstellung vom Fußballfeld auf Volleyball-Halle und das erste VolleyballPflichtspiel zwischen den Gifhorner Klubs.

Hoppla: Aus Versehen "Gifhorn" gebrüllt

Ja, etwas Anpassungsprobleme hatte Krauskopf während seines ersten Spiels für Gamsen schon noch. Zumindest beim Jubeln. Beim obligatorischen Kreis, bei dem sich das Team nach jedem Ballwechsel in der Feldmitte trifft und motiviert, rutschte es ihm heraus. „Als jemand ‚MTV‘ rief, habe ich aus Versehen noch laut ‚Gifhorn‘ gebrüllt“, erinnert sich der 39-Jährige lachend. Richtig wäre aber ein lautes „Gamsen“ gewesen. Krauskopf flachsend: „Das kriegst du auch nicht aus mir raus.“

Wer kann es ihm verdenken: Immerhin ist Krauskopf Schwarz-Gelber mit Leib und Seele. Jahrelang als Fußballer, seit vielen Jahren sporadisch und von 2013 bis zum abgelaufenen Sommer fest als Volleyballer. Das Oberliga-Fußballteam betreut er zudem noch heute als Torwarttrainer. Und jüngst hat er erst mit Gifhorns Keeper Tobias Krull einen Schiri-Schein gemacht – und pfeift nun auch für die Schwarz-Gelben. Am Sonntag trifft er erstmals mit dem neuen MTV auf seinen MTV: „Wenn ich sage, dass die Partie am Sonntag normal für mich ist, würde ich lügen“, sagt Krauskopf, der sich aus Respekt vorgenommen hat, sich „mit dem Jubeln nach Punkten zurückzuhalten“.

Nochmal mit Bruder Marco spielen

Warum wechselte er nach Gamsen? Weil sein Bruder Marco, Mittelblocker in Gamsen, seine aktive Laufbahn nach der Spielzeit beenden möchte und die Geschwister noch einmal zusammenspielen wollten. „Leicht ist mir die Entscheidung aber nicht gefallen.“ In Gamsen schließt sich nun der Kreis. Hier trifft er auf weitere Bekannte. Wie Mechelk, mit dem er Anfang des Jahrtausends beim MTV Wittingen zusammen aufschlug – und später unter Trainer Klaus Fricke in Gifhorn auch zusammen Fußball spielte. Krauskopf und Mechelk, der beim VfL Wahrenholz zur Ikone wurde, gehörten zu den Top-Keepern der Region. Warum dann der Sportartwechsel? Fußball sei zeitintensiver, sagen beide. Mit über 30 wollten sie mehr Zeit für die Familie haben. „Außerdem ist der Zusammenhalt und die Mischung in Gamsen total genial“, berichtet der 37-jährige Mechelk. Das sieht auch Krauskopf so: „Es macht großen Spaß in der Truppe.“

Volleyball-Oberliga: MTV Gamsen - SG Salzgitter. Zur Galerie
Volleyball-Oberliga: MTV Gamsen - SG Salzgitter. © Torben Niehs
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Und die Truppe weiß, was sie an ihren Keepern hat: Ihre Größe, ihre Dynamik und die starken Reflexe, die sich schon im Tor ausgezahlt haben, tun nun auch dem Volleyballteam gut. „Die fußballerische Ausbildung hilft einem schon ein wenig weiter“, sagt Krauskopf. Übrigens: Mit Diagonalangreifer Lennart Mann steht ein weiterer Torwart mit im Kader, er half in der abgelaufenen Rückrunde dabei mit, die SG Vollbüttel/Ribbesbüttel immerhin wieder in die 1. Kreisklasse zu führen.

Fußballer eingeladen

Früher war es der Strafraum, nun will das Trio das eigene Feld sauber halten. „Wir freuen uns natürlich mega auf das Derby“, so Mechelk. Jahrzehntelang trennten die beiden Klubs mehrere Ligen. Nun erstmals ein Vergleich in derselben Spielklasse. Krauskopf kündigte an, die Werbetrommel zu rühren und lädt die Gifhorner Fußballer, die um 15 Uhr nebenan die Kickers aus Emden empfangen, vorher zum Zugucken und Anfeuern in die Flutmulde ein.
Mal schauen, wen die Jungs dann anfeuern werden: Ihren Torwarttrainer und Freund Krauskopf oder den eigenen Verein?

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