06. August 2021 / 12:12 Uhr

Mecklenburg Schwerin setzt auf viele Eigengewächse

Mecklenburg Schwerin setzt auf viele Eigengewächse

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Trainer Stefan Lau
Trainer Stefan Lau © FCM Schwerin
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Der Klub aus der Landeshauptstadt ist nach drei Jahren zurück in der NOFV-Oberliga Nord. Der FC Mecklenburg Schwerin sprüht vor Tatendrang, dass es diesmal ein längeres Abenteuer werden soll.

Im Juli 2018 trat Stefan Lau sein Amt mit einem eindeutigen Plan an. Er wollte als Trainer mit dem FC Mecklenburg Schwerin innerhalb von drei Jahren in die NOFV-Oberliga Nord zurückkehren. Die Landeshauptstädter waren zu dem Zeitpunkt gerade in die Verbandsliga abgestiegen. Das Vorhaben von Lau und seinen Mitstreitern ging trotz einiger Strapazen auf. Sie sind seit diesem Sommer wieder auf der überregionalen Fußballkarte zu finden.

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„Das ist die stärkste Oberliga der vergangenen Jahre“, meint Lau. Seine Auswahl wird eines von sieben MV-Teams in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse sein. Die Konkurrenz für die Schweriner im Kampf um den Klassenverbleib ist größer denn je. Mit 19 Mannschaften ist die Liga so aufgebläht wie nie zuvor. „Daher ist unser Ziel, drin zu bleiben. Alles andere wäre vermessen“, erklärt Lau.

Das sind die wichtigsten Transfers im kommenden Sommer in MV (Stand: 06. August 2021):

Justus Guth (zur TSG Neustrelitz), Matej Jazvic (zum MSV Pampow) und Stefan Voß (zum SFV Nossentiner-Hütte) sind nur einige von schon mehreren Transfers im MV-Amateurfußball. Zur Galerie
Justus Guth (zur TSG Neustrelitz), Matej Jazvic (zum MSV Pampow) und Stefan Voß (zum SFV Nossentiner-Hütte) sind nur einige von schon mehreren Transfers im MV-Amateurfußball. ©

Er hat eine junge und spielstarke Elf (Altersdurchschnitt: 23,3 Jahre) beisammen. Die wenigen erfahrenen Kräfte wie Kapitän Tino Witkowski sind wichtige Stützen. Die Schweriner haben sich mit vielen jungen Kräften verstärkt. Arne Borchardt Noah Sitter, Mattis Kurow, Fiete Pawandenat, Till Roloff (alle aus der U 19) und Claas-Erwin Kullak (U 23) rückten aus den eigenen Reihen auf. Zudem gibt es mit Gerome Gartz (FC Energie Cottbus U 19), Jan-Eric Frank (FC Hansa Rostock II), Marvin Finkenstein (MSV Pampow), Arnold-Marius Lietz (FC Erzgebirge Aue U 19) und Hendrik Wurr (VfB Auerbach) fünf externe Neuzugänge.

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Bis auf die Abgänge Vincent Janelt (SV Curslack-Neuengamme), Markus Studier (FSV Bentwisch), Nauhan Barbosa Dos Santos und Marcos André (beide Ziel unbekannt) ist das Gros des Kaders zusammengeblieben. „Wir haben viele gute Kicker im Team. Die Jungs sind willig und heiß auf die Saison – das ist eine gute Grundlage“, sagt Lau.

Das große Credo in seiner Arbeit als Coach ist das Einbinden von Eigengewächsen in den Männerbereich. Seit 2018 haben die Schweriner 16 Talente aus dem eigenen Nachwuchs hochgezogen. „Solange ich Trainer beim FCM sein darf, werde ich diese Grund-Idee weiter verfolgen. Wenn man sieht, welche Gehälter in der Oberliga zum Teil gezahlt werden, ist das für unseren Verein finanziell nicht anders machbar“, kommentiert Lau. Der ehemalige Torhüter fügt hinzu, dass es jedoch ab und an auch externe Zugänge brauche, um eine Mannschaft sportlich voranzubringen.

Dass die Zusammenarbeit mit aufrückenden Talenten vor allem Zeit benötige, stellte Lau immer wieder klar. Nach dem Absturz in die Verbandsliga setzten die Schweriner vermehrt auf den eigenen Nachwuchs, leiteten einen großen Umbruch ein. Es galt sich zunächst zu stabilisieren – die Mannschaft landete auf Platz fünf.

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Im zweiten Jahr wollte der Lau seinen Kader schlagkräftiger formen und wieder oben mitspielen. Als zu Saisonbeginn die Leistungen schwankten, kam Unruhe im Schweriner Umfeld auf. Der Übungsleiter musste an die Geduld appellieren und verwies auf seinen Dreijahresplan.

Anschließend folgte Corona, die Spielzeit 2019/20 wurde vorzeitig beendet. Der FCM landete auf Platz vier. Auch die vergangenen Saison wurde pandemiebedingt abgebrochen. Die Schweriner wurden Erster und schafften damit den Oberliga-Aufstieg – mit nur acht absolvierten Ligaspielen.

Nach der kurzen Vorsaison wird es für den FCM umso mehr eine Herausforderung, sich in der Oberliga zu behaupten. Leckerbissen werden die vielen MV-Duelle sein. Besonders das Aufeinandertreffen mit dem Nachbarn MSV Pampow elektrisiert die Schweriner Region. Stefan Lau selbst sieht den Derbys gegen die grünen Piraten mittlerweile etwas entspannter entgegen. „Von der Distanz her sind die Spiele mit den vielen Zuschauern noch brisant. Aber es nicht mehr das, was es mal war. Die Spieler kennen sich untereinander nicht mehr so wie vor ein paar Jahren.“

MV-Heimduelle vom FC Mecklenburg Schwerin

12. Sp., 30.10.21, 14 Uhr, Torgelow

15. Sp., 27.11., 14 Uhr, Greifswald

19. Sp., 28.1.22, 19 Uhr, Hansa II

22. Sp., 20.2., 13 Uhr, Pampow


35. Sp., 29.5., 14 Uhr, Neustrelitz

37. Sp., 12.6., 14 Uhr, Rostocker