01. Mai 2021 / 07:01 Uhr

Bericht: Medizinische Versorgung von Maradona zuletzt unzureichend

Bericht: Medizinische Versorgung von Maradona zuletzt unzureichend

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der ehemalige argentinische Fußballspieler Diego Maradona bei der Weltfußballer-Gala im Jahr 2016.
Der ehemalige argentinische Fußballspieler Diego Maradona bei der Weltfußballer-Gala im Jahr 2016. © dpa
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Nach dem Tod von Diego Maradona gibt es weiter einige Unklarheiten. Wie eine Expertenkommission mitteilt, sei die medizinische Versorgung "unzureichend, mangelhaft und rücksichtslos" gewesen.

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Gut fünf Monate nach dem Tod von Diego Maradona hat eine Expertenkommission schwere Vorwürfe gegen die Ärzte und Pfleger der argentinischen Fußball-Legende erhoben. "Das Verhalten des medizinischen Teams von Diego Armando Maradona war unzureichend, mangelhaft und rücksichtslos. Der Patient wurde seinem Schicksal überlassen", zitierte die Zeitung La Nación am Freitag aus einem Bericht der Ärztekommission über die letzten Tage des Stars. Zwar lasse sich nicht mit Sicherheit sagen, dass er bei einer besseren medizinischen Betreuung nicht gestorben wäre, aber zumindest hätte er eine bessere Überlebenschance gehabt, hieß es in dem Report weiter.

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Maradona war am 25. November 2020 im Alter von nur 60 Jahren in einer privaten Wohnanlage nördlich von Buenos Aires an einem Herzinfarkt gestorben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mindestens sieben Mitglieder des medizinischen Teams wegen fahrlässiger Tötung. Unter den Verdächtigen sind Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque, seine Psychiaterin Agustina Cosachov und mehrere Pflegekräfte.

Viele Komplikationen bei Maradona

Maradona war zwei Wochen vor seinem Tod aus dem Krankenhaus entlassen worden, wo er sich einer Gehirnoperation unterzogen hatte. Offenbar lehnte er die ständige Betreuung durch Pflegekräfte in dem gemieteten Haus ab. Allerdings kam es während der Reha-Phase auch immer wieder zu Komplikationen, wie aus in örtlichen Medien veröffentlichten Chatprotokollen der Pfleger hervorgeht.



"Die pflegerische Versorgung war von Mängeln und Unregelmäßigkeiten geprägt", hieß es nun im Bericht der Experten. "Maradona wurde durch das ärztliche, pflegerische und therapeutische Personal nicht korrekt kontrolliert und unterstützt, weder in der Zeit noch in der Form, wie es den Regeln der guten Praxis entspricht. Es gibt keinen Hinweis auf eine psychologische Betreuung zu Hause."