08. März 2018 / 09:54 Uhr

Mega-Beben beim HSV: Bruchhagen und Todt gefeuert!

Mega-Beben beim HSV: Bruchhagen und Todt gefeuert!

Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Müssen beim HSV gehen: Heribert Bruchhagen und Jens Todt.
Müssen beim HSV gehen: Heribert Bruchhagen und Jens Todt. © imago
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Der Hamburger SV startet noch im laufenden Spielbetrieb eine komplette Neuausrichtung - und feuert seine sportliche Führung. Wer wird Nachfolger?

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Führungswechsel an der Elbe: Der Hamburger SV greift hart durch! Der Aufsichtsrat des strauchelnden Bundesliga-Dinos hat Vorstandschef Heribert Bruchhagen mit sofortiger Wirkung freigestellt. Das gaben die Hamburger am Donnerstagmorgen bekannt. Sportdirektor Jens Todt wurde darüber hinaus beurlaubt.

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Kommentar
HSV stellt Heribert Bruchhagen und Jens Todt frei

"Wir haben uns nach eingehender Analyse der Gesamtsituation zu diesem Schritt entschieden und widmen uns nun der Neuausrichtung", erklärte e.V.-Präsident Bernd Hoffmann, der gleichzeitig zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt wurde. Nachfolger Bruchhagens ist Frank Wettstein, der bisher als Finanzvorstand agierte. Hoffmann: "Heribert Bruchhagen hat sich stets schützend vor unseren Club gestellt. Ihm war und ist sehr daran gelegen, dass der HSV die aktuelle sportliche Talsohle überwindet."

Alle Macht bei Bernd Hoffmann

Alle Macht liegt nun bei Hoffmann, der wieder starker Mann in Hamburg ist. Der ehemalige Vorstandsboss ist seit einer Woche Präsident des e.V. und sollte zunächst nur als Vize im Aufsichtsrat agieren, übernahm nun aber im Zuge des Umbaus auch dort die alleinige Macht. Der bisherige Aufsichtsratsboss Michael Krall stellt sein Amt zur Verfügung, ist nur noch einfaches Mitglied des Kontrollgremiums. Die operative Führung obliegt nun Frank Wettstein.

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"Er genießt unser volles Vertrauen", sagt Hoffmann, der mit dem Aufsichtsrat die Suche nach geeigneten Kandidaten für die Komplettierung des Vorstandes beginnt. "Wir erstellen ein konkretes Anforderungsprofil und werden einen geordneten Prozess angehen, mit dem wir den besten Kandidaten für den HSV finden wollen", erklärte Hoffmann.

Der Grund für die Beurlaubung von Vorstandschef und Sportdirektor sei die Erkenntnis, dass der „HSV jetzt unmittelbar“ mit dem Umbruch beginnen müsse. Die Trennung von Bruchhagen und Todt war erst zum Saisonende erwartet worden. Bruchhagens Vertrag war bis Sommer 2019 datiert, Todts bis zum Ende dieses Jahres.

Skandale, Absturz, Misswirtschaft: Die Peinlich-Akte des Hamburger SV

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Todt muss auch gehen

Bruchhagen ist nicht der einzige, der gehen muss: Wettstein hat sofort die Demission von Jens Todt bekanntgegeben. Der Sportdirektor war erst im Januar 2017 gekommen und hatte es nicht geschafft, einen bundesligatauglichen Kader zusammenzustellen. Sein Vertrag lief noch bis Jahresende.

Die Aufgaben des Ex-Karlsruhers sollen aufgeteilt werden, gab Wettstein bekannt. "Wir wollen uns für die Zukunft neu aufstellen", sagte der neue alleinige Vorstand. Die aktuellen Aufgaben Todts inklusive aller Vertragsverhandlungen werden im Fachbereich Sport aufgeteilt, sodass keine operative Lücke entsteht. "Wir sind voll handlungsfähig", sagt Wettstein.

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Als Kandidaten für die Nachfolge Todts gelten Jörg Schmadtke, der in der Bundesliga zuletzt für den 1. FC Köln arbeitete und Hannovers Sportchef Horst Heldt, der allerdings gerade von 96-Boss Martin Kind befördert wurde.