01. Februar 2022 / 16:45 Uhr

Mehr Fans in Leipzigs Stadien: Bundesligist RB will weiter klagen, andere Clubs zufrieden

Mehr Fans in Leipzigs Stadien: Bundesligist RB will weiter klagen, andere Clubs zufrieden

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig will endlich wieder seinen 12. Mann hinter sich wissen.
RB Leipzig will endlich wieder seinen "12. Mann" hinter sich wissen. 25 Prozent Stadionauslastung reichen den Verantwortlichen dafür nicht. © dpa
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Sachsens Regierung will ab 6. Februar die Auslastung von Stadien und Hallen zu 25 Prozent erlauben. Während sich Clubs wie der 1. FC Lok und die IceFighters erst einmal zufrieden zeigen, geht RB Leipzig der Öffnungsschritt nicht weit genug. Man sei "nicht zufrieden mit der Entscheidung des Kabinetts". Der Bundesligist will die Red Bull Arena zur Hälfte füllen und klagt gegen die Corona-Notfall-Verordnung.

Leipzig. "Das ist für alle ein sehr gutes Zeichen", so Sven Gerike, Trainer und Geschäftsführer von Eishockey-Drittligist IceFighters Leipzig. Was er meint? Sachsen macht einen Schritt in Richtung Zuschauerrückkehr, eine zurück in Richtung Normalität. Von einer Vollauslastung der Stadien und Arenen kann allerdings auch weiterhin keine Rede sein. Die neue Corona-Notfall-Verordnung des Freistaats ermöglich beginnend ab Sonntag (6. Februar) 25 Prozent der eigentlichen Kapazität. Einlass gibt es nur für Geimpfte, Genesene mit zusätzlichem negativen Test sowie Geboosterte (2G-Plus). Wer seine Spielstätte zur Hälfte auslasten will, kann das tun, darf dann aber höchstens 2000 Leute einlassen. Diese neuen Regeln stellte die Landesregierung am Dienstag in Dresden vor.

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RB fordert weiterhin Auslastung zu 50 Prozent

Während sich Gerike freut, ist die erste Reaktion von RB Leipzig nur teilweise positiv. Der Fußball-Bundesligist dürfte künftig rund 12.000 Fans einlassen. Aktuell sind lediglich 1000 erlaubt. Es handele sich zwar um eine Verbesserung. "Dennoch sind wir angesichts der Tatsache, dass wir in Sachsen derzeit bei der entscheidenden Kennziffer, der Auslastung der Krankenhausbetten, sogar unterhalb der so genannten Vorwarnstufe liegen, nicht zufrieden mit der Entscheidung des Kabinetts. Weder auf den Intensiv- noch auf den normalen Stationen ist derzeit eine kritische Belastung festzustellen", teilte RB auf LVZ-Nachfrage mit. Stand Dienstag lagen 419 Covid19-Patienten in Sachsens Kliniken auf Normalstation sowie 154 auf Intensivstation. Die Grenzwerte für die Vorwarnstufe liegen bei 650 und 180, für die Überlastungsstufe bei 1300 und 420. Die neuen Regeln gelten, solange die Überlastungsstufe nicht an drei Tagen in Folge überschritten wird.

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"Wir haben mit der Initiative Teamsport Sachsen einen überaus schlüssigen Stufenplan auf Basis sachlicher und vernünftiger Erwägungen ausgearbeitet und eingereicht, der angelehnt an die aktuell pandemische Situation in Sachsen eine fünfzigprozentige Auslastung unseres Stadions gefahrenfrei möglich macht, ohne Probleme und ohne Risiko", hieß es weiter seitens RB. "Aus den genannten Gründen erwarten wir, dass die Politik der Gesellschaft und den Großveranstaltern unter sachlichen Gesichtspunkten einen Lichtblick in Richtung Normalität vermitteln sollte und muss."

Auf eine Auslastung der Red Bull Arena zur Hälfte zielt auch die Klage gegen die Corona-Notfall-Verordnung, die der Erstligist in der vergangenen Woche beim Oberverwaltungsgericht in Bautzen eingereicht hat. Nach LVZ-Informationen wird der Club diese zwar an die sich nun ändernden Regeln anpassen, aber dem Grunde nach aufrechterhalten. Munition dafür könnte den RB-Verantwortlichen ausgerechnet die Landesregierung selbst liefern. Denn die sieht, solange die Überlastungsstufe nicht erreicht wird, zum Beispiel für Messen keinerlei Kapazitätsbeschränkungen mehr vor, obwohl diese im Unterschied zum Profifußball in geschlossenen Räumen stattfinden.

Freude bei SC DHfK, Lok Leipzig und Co.

Während man am Cottaweg den juristischen Weg weiterbeschreiten will, herrscht beim SC DHfK erst einmal Erleichterung. "Es ist erfreulich, dass die Staatsregierung den Deckel wegnimmt und in großen Hallen sowie den Stadien 25 Prozent Auslastung ohne Deckelung zulässt. Unsere Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt, das ist ein Erfolg für uns als Gemeinschaft aller Vereine. Damit bekommen wir wieder Stimmung in die Bude", meinte der Geschäftsführer des Handball-Bundesligisten, Karsten Günther. Er vertritt auch die Initiative "Teamsport Sachsen". Trotz aller Freude, mahnt Günther: "Das ist definitiv ein Schritt in die richtige Richtung - es darf aber nicht der letzte sein."

Den Blick nach vorn richtet der 1. FC Lok Leipzig. "Wir freuen uns über die positiven Signale aus Dresden, die 25-prozentige Stadionauslastung und die Berücksichtigung des Stufenplans von Teamsport Sachsen zur Zulassung von Zuschauern. Es ist hoffentlich der erste Schritt zurück zur Normalität", erklärte Geschäftsführer Alexander Voigt unmittelbar nach Bekanntwerden der Infos aus der Landeshauptstadt. "Wir in Leipzig-Probstheida sind zuversichtlich, dass bald alle Lok-Fans wieder Fußball gemeinsam im Bruno-Plache-Stadion bejubeln können." Ortsrivale BSG Chemie zeigte sich ebenso erfreut über die Öffnung, die in Leutzsch erstmals beim Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz am 9. Februar greifen wird. "Wir haben mit dem Ordnungs- und Gesundheitsamt abgesprochen, dass wir aufgrund der räumlichen Größe des Alfred-Kunze-Sportparks von einer Kapazität von 12.000 Zuschauern ausgehen. Somit dürfen wir bei einer Auslastung von 25 Prozent mit 3000 Zuschauern ab der kommenden Woche planen", teilten die Leutzscher mit.


Mit diesen Zuschauer-Zahlen planen Leipzigs größere Clubs:

RB Leipzig: rund 12.000

SC DHfK Leipzig: 2500 bis 3000

BSG Chemie Leipzig: 3000

Lok Leipzig: 3400

IceFighters Leipzig: 1250

HC Leipzig: 500

Gemeinsam mit: Frank Schober