01. Oktober 2020 / 17:52 Uhr

Mehr Qualität, neue Ziele: VfB/SC will ins gesicherte Mittelfeld

Mehr Qualität, neue Ziele: VfB/SC will ins gesicherte Mittelfeld

Peter Konrad
Peiner Allgemeine Zeitung
VfB/SC-Coach Heiner Brandes (rechts) und Lukas Behme müssen zum Zweitliga-Auftakt in Köln und Bonn antreten – Ziel ist es, drei Punkte mit nach Peine zu nehmen.
VfB/SC-Coach Heiner Brandes (rechts) und Lukas Behme müssen zum Zweitliga-Auftakt in Köln und Bonn antreten – Ziel ist es, drei Punkte mit nach Peine zu nehmen. © Foto: ISABELL MASSEL
Anzeige

Eine Horrorsaison wie vor zwei Jahren, als die Peiner aus der 2. Bundesliga abgestiegen waren, soll es nicht wieder geben. Mit zwei starken Neuzugängen und hoffentlich ohne Verletzungen wollen sich die Peiner Badminton-Spieler einen Platz im Mittelfeld sichern. Die Corona-Krise spielt dem VfB/SC dabei sogar ein wenig in die Karten.

Anzeige

Was einst Otto Rehhagel für den SV Werder Bremen war, das ist Heiner Brandes für den VfB/SC Peine. Denn so viel Konstanz gibt es bei kaum einem anderen Verein im Kreis Peine – die Kontinuität ist das Markenzeichen des Badminton-Zweitligisten: Brandes geht in sein 25. Trainerjahr beim VfB/SC und hat ihn in dieser Zeit von der Bezirksklasse bis in die zweite Bundesliga geführt.

Anzeige

Zwar stiegen die Peiner im Frühjahr 2019 aus der zweithöchsten deutschen Spielklasse ab, doch nur zwölf Monate später gelang äußerst souverän der sofortige Wiederaufstieg . „Weil der Zusammenhalt bei uns grandios ist – das ist unsere ganz große Stärke“, betont Brandes und verweist darauf, dass es trotz des Abstiegs keine Abgänge gegeben hat. „Das macht deutlich, wie groß die Identifikation mit diesem Verein ist“, sagt Brandes, dessen Team zum Auftakt bei Mitaufsteiger 1. CfB Köln (Samstag, 17 Uhr) und beim 1. BC Beuel II (Sonntag, 14 Uhr) antreten muss – und die Peiner haben sich zum Start viel vorgenommen. „Mindestens drei Punkte wollen wir insgesamt holen“, erklärt Brandes. Mit der PAZ sprach er über...

Mehr zum Peiner Badminton

... die Zugänge: „Mit Lucas Bednorsch und Larina Tornow haben wir super sinnvolle Verstärkungen dazu bekommen. Lucas wird an der Seite von Lucas Gredner Doppel spielen – und die beiden sind eine Macht, so dass wir immer mit einem guten Gefühl in die jeweiligen Spiele gehen können. Und Larina ist unsere Geheimwaffe, weil sie eine absolute Allrounderin ist. Aufgrund der beiden Zugänge, die wir auch schon jahrelang kennen, hat der Kader einiges an Qualität dazu gewonnen. Mir stehen jetzt mehr Alternativen zur Verfügung, zudem können wir Ausfälle wesentlich besser kompensieren, als das in den vergangenen Jahren der Fall war.“

... die Rolle als Außenseiter:„Ich sehe uns gar nicht als Außenseiter, und das hat auch mit der Corona-Krise zu tun. Denn bei allen anderen Teams stehen im Aufgebot ausländische Spieler oder Spielerinnen, die jeweils zu den Partien eingeflogen werden. Doch wegen der Pandemie ist überhaupt nicht klar, ob diese Spieler nun kommen oder nicht, da sich viele anschließend in Quarantäne begeben müssten – und darauf haben sicherlich die meisten keine Lust. Wir dagegen haben nur Spieler und Spielerinnen, die aus dem eigenen Verein oder aus der Region kommen. Das ist für uns sehr beruhigend und in dieser Saison auf jeden Fall ein Vorteil für uns. Hinzu kommt, dass die Spieler in dieser Serie zwischen der ersten und zweiten Mannschaft nicht mehr beliebig hin- und herwechseln dürfen. Das war in der Saison, als wir abgestiegen sind, noch anders. Da sind wir teilweise auf Reserve-Teams getroffen, in denen fast nur Erstliga-Spieler aufgelaufen sind – dem hat der Verband nun einen Riegel vorgeschoben.“

... die Finanzen: (lacht) „Wir sind mit Sicherheit in dieser Liga das, was der 1. FC St. Pauli in der zweiten Fußball-Bundesliga ist: Einen großen finanziellen Rahmen haben wir nicht. Allerdings sind unsere Kosten auch nicht so hoch wie bei den anderen Badminton-Teams, weil wir eben konsequent auf den eigenen Nachwuchs gesetzt haben oder aber auf Spieler und Spielerinnen, die hier aus der Nähe kommen. Aber es ist schon so, dass wir noch Sponsoren gebrauchen können, schließlich steigt durch die weiten Auswärtsfahrten auch die Anzahl der Übernachtungen – über jede finanzielle Unterstützung sind wir sehr dankbar.“

... die Ziele:„Ganz klar, wir wollen schnellstmöglich ins gesicherte Tabellenmittelfeld kommen. Denn eine solche Horrorsaison wie in dem Abstiegsjahr braucht keiner. Da mussten wir fast in jedem Spiel eine Kamikaze-Aufstellung machen, um überhaupt eine kleine Chance zu haben. Für meine Nerven war das alles andere als gut – das möchte ich auf gar keinen Fall noch einmal durchmachen.“

... den besten Fall: „Das ist der, wenn wir in den ersten vier Spielen viele Punkte holen, so dass wir uns gleich ein kleines Polster aufbauen können. Das bringt nicht nur Ruhe rein, sondern würde auch das Selbstvertrauen aller wachsen lassen. Und ich bin durchaus zuversichtlich, dass wir einen guten Start hinlegen, da das Team über viel Qualität verfügt.“

Das Aufgebot des VfB/SC Peine

Zugänge: Lucas Bednorsch (SG BW Wittorf/Neumünster), Larina Tornow (BV Gifhorn).

Abgänge: Krzysztof Jakowczuk.

Das Aufgebot: Lucas Gredner, Lukas Behme, Niklas König, Frank Juchim, Mirco Ewert, Lucas Bednorsch, Hannes Kamin, Florentine Schöffski, Larina Tornow, Nadine Cordes, Laura Gredner.

Trainer: Heiner Brandes.

Ziel: Platz im gesicherten Mittelfeld.