26. März 2020 / 13:40 Uhr

Mehrere Millionen Euro für bedürftige Clubs: RB Leipzig zeigt sich in der Krise großzügig

Mehrere Millionen Euro für bedürftige Clubs: RB Leipzig zeigt sich in der Krise großzügig

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig greift mit anderen deutschen Top-Clubs hilfsbedürften Konkurrenten unter die Arme.
RB Leipzig greift mit anderen deutschen Top-Clubs hilfsbedürften Konkurrenten unter die Arme. © dpa
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Bundesliga-Herbstmeister RB Leipzig lässt seiner Ankündigung Taten folgen und bringt gemeinsam mit den anderen deutschen Champions-League-Teilnehmern ein millionenschweres Hilfspaket auf den Weg. Damit sollen Clubs unterstützt werden, die durch die Coronakrise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind.

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Leipzig. RB Leipzig stellt gemeinsam mit Bayern München, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung, um Clubs aus der ersten und zweiten Bundesliga zu unterstützen, die durch die Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnten. Die vier Champions-League-Teilnehmer verzichten auf ihren Anteil der noch nicht verteilten nationalen Medienerlöse der DFL in der kommenden Saison in Höhe von rund 12,5 Millionen Euro und stocken den Betrag noch einmal um 7,5 Millionen Euro aus eigenen Mitteln auf.

„Wir sind in guten und konstruktiven Gesprächen mit Bayern, Dortmund und Leverkusen übereingekommen, dass wir trotz der schwierigen Situation für jeden einzelnen Verein einen Beitrag leisten wollen für die Klubs, die es noch härter als uns getroffen hat und treffen wird“, so RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. „Die Bundesliga ist ein großartiger Wettbewerb und besteht aus einer Vielfalt von 36 Vereinen, die in der Krise an einem Strang ziehen müssen.“ Mintzlaff will einerseits sicherstellen, dass RBL stabilisiert wird und keine Personaleinschnitte vornehmen muss –– und zeitgleich „den Erhalt der Bundesliga gewährleisten und solidarisch unterstützen, wo wir können“.

Solidarität "kein Lippenbekenntnis"

RB Leipzig hat sich zum solidarischen Handeln entschlossen, obwohl auch der finanzstarke Bundesliga-Dritte von fehlenden Spieltagseinnahmen betroffen ist. „Auch wir kommen irgendwann in eine Situation, dass wir das wirtschaftlich nicht auffangen können“, sagte Mintzlaff vergangene Woche. Durch drastische Einsparungen, Kürzungen und Streichungen von Investitionen und Kampagnen soll Geld gespart werden. Oberstes Ziel sei es, dass niemand der über 400 Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz verliert.

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Für Christian Seifert, Sprecher des DFL-Präsidium, unterstreicht diese Aktion, „dass Solidarität in der Bundesliga und 2. Bundesliga kein Lippenbekenntnis ist“. Das DFL-Präsidium sei den vier Champions-League-Teilnehmern im Sinne der Gemeinschaft aller Clubs „sehr dankbar“.

Vor einer Woche war Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke noch stark kritisiert worden, als er sich geweigert hatte, aus seiner Sicht finanziell fragwürdig geführten Fußball-Klubs durch die von der Ausbreitung des Coronavirus ausgelöste Krise zu helfen.