23. April 2020 / 16:58 Uhr

Mehrheit ist für Saisonabbruch: NFV-Kreis Gifhorn steht fast alleine da

Mehrheit ist für Saisonabbruch: NFV-Kreis Gifhorn steht fast alleine da

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Fußball , 1 Kreisklasse 1,  FC Ohretal, HSV Hankesbüttel
Glaubt nicht, dass eine neue Saison am 1. September starten könnte: Sven Bärensprung, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im NFV-Kreis Gifhorn. © Foto: Michael Franke
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In der nächsten Woche soll seitens des Niedersächsischen Fußball-Verbands eine Entscheidung darüber fallen, wie es im Amateurfußball weitergeht. Der Beschluss soll unter Berücksichtigung der Meinungsbilder fallen, die die Kreisverbände von ihren Vereinen eingeholt haben. Die Mehrheit ist für Abbruch, die Verantwortlichen des NFV-Kreises Gifhorn stehen mit dem Votum ihrer Vereine fast alleine damit da, die Saison fortzusetzen.

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Wie sieht die Zukunft des Amateurfußballs nach der Corona-Krise aus? Diese Frage beschäftigt derzeit viele Vereine und Sportler. Die 33 Kreisverbände haben inzwischen alle Meinungsbilder von ihren Klubs eingeholt - und 27 von ihnen plädieren für Saisonabbruch. Hannover, Braunschweig, Helmstedt, Hildesheim, Peine, Northeim-Einbeck, Cloppenburg, Celle, Wolfsburg, Schaumburg, Stade, der Heidekreis, Heide-Wendland, Göttingen-Osterode, Harburg, Rotenburg, Verden, Osnabrück-Stadt, Jade-Weser-Hunte, Hameln-Pyrmont, Cuxhaven, Nienburg, Emsland, Oldenburg-Land/Delmenhorst, Osterholz, Vechta und Ostfriesland wollen die Saison nicht fortsetzen. Im Kreis Nordharz gab's ein 50:50-Votum der Klubs, Holzminden wollte sein Ergebnis noch nicht kommunizieren.

In Gifhorn ist die Richtung eindeutig: 50 von 52 Vereinsvertreter hatten bereits am Sonntag dafür gestimmt, die Spielzeit bis zum 15., vielleicht sogar bis zum 31. August zu pausieren und dann fortzusetzen. Und genau daran hält der NFV-Kreisverband weiter fest.

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Eine Entscheidung steht immer noch aus: Am Sonnabend bietet der NFV für die Vereine aus Niedersachsen ein Webinar an - zur Erläuterung der möglichen Szenarien ©

Dass die Gifhorner nun weitestgehend allein dazustehen scheinen (nur Diepholz, Osnabrück-Land und Grafschaft Bentheim vertreten dieselbe Meinung), bereitet Sven Bärensprung keine Magenschmerzen. "Dafür sind wir in einer Demokratie. Wir sehen es nach wie vor so, dass unsere Variante viele Vorteile mit sich bringt", so der Referent für Öffentlichkeitsarbeit. Vor einer Woche war es nämlich der NFV-Kreis Gifhorn, der die Idee zur langen Spielpause in einer Videokonferenz mit dem Präsidium in den Raum geworfen hatte - bei den anderen Kreisvorständen war dieser gut aufgenommen worden. Auch der Verband möchte die Saison am liebsten fortsetzen, sollten die Maßnahmen der Bundesregierung entsprechend gelockert werden. Der Bayerische Fußballverband sowie der Fußballverband Mittelrhein brechen nicht ab, sie wollen ihre Spielzeit ab 1. September fortführen.

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In Niedersachsen treffen sich die Kreisvorstände am Freitag um 16 Uhr mit dem Präsidium erneut im virtuellem Raum. Dabei werden sich alle "intensiv mit den Ergebnissen auseinandersetzen und dann das weitere Vorgehen beraten“, erklärt NFV-Präsident Günter Distelrath. In der Sitzung wird es erst mal nur darum geht, ob die Mehrheit der rund 2600 Vereine für oder gegen eine Fortsetzung ist. Zu einer Entscheidung wird es aber noch nicht kommen. Sollte die Mehrheit für einen Abbruch sein, müsste ein außerordentlicher Verbandstag einberufen werden. Nur der könnte über einen Saisonabbruch entscheiden, weil die Satzungen und Ordnungen des DFB keine rechtliche Grundlage dafür enthalten.

Sollte die Saison in Niedersachsen wirklich an dieser Stelle enden, müssten Bärensprung und Co. das akzeptieren. Gleichwohl glaubt er aber auch: "Bricht der NFV ab, sehen wir uns in diesem Jahr nicht mehr auf dem Platz wieder. Wir bräuchten eine große Vorlaufzeit, um eine neue Saison zu planen. Und wir wissen ja jetzt noch gar nicht, ab wann wir überhaupt wieder spielen dürfen." Am Sonntag (10 Uhr) veranstaltet der NFV-Kreis Gifhorn erneut eine Telefonkonferenz mit seinen Vereinen, um über die neuesten Entwicklungen zu sprechen.