21. April 2021 / 17:33 Uhr

Mein Verein: Der TTC Ofenstadt Velten ist eigenständig an den Platten

Mein Verein: Der TTC Ofenstadt Velten ist eigenständig an den Platten

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Eine eingeschworene Gemeinschaft: Der TTC Ofenstadt Velten hat derzeit 74 Mitglieder im Alter zwischen elf und 84 Jahren. 
Eine eingeschworene Gemeinschaft: Der TTC Ofenstadt Velten hat derzeit 74 Mitglieder im Alter zwischen elf und 84 Jahren.  © Verein
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Tischtennis wurde lange Zeit in Velten unter dem Dach des SC Oberhavel gespielt. Doch die Akteure wollten die Sache selbst in die Hand nehmen und sind nun zufrieden, sich ausgegliedert zu haben. 

Tischtennis ist facettenreich. Nicht nur, dass jeder Schlag, jeder Ballwechsel unvergleichlich ist. Tischtennis ist vielmehr auch Individual- und Teamsport zugleich. „Jeder kämpft für sich, aber ebenfalls jeder für jeden in der Mannschaft“, sagt Michael Stahl vom TTC Ofenstadt Velten. Es ist ein Verein, der selbst ein besonderes Verhältnis zum Einzelnen und Kollektiv hat.

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Gründung im Sommer 2019

Einst waren die schlägerschwingenden Spieler nur eine Abteilung des SC Oberhavel Velten, eingegliedert im großen Ganzen, doch erwuchs in ihnen der Gedanke der Eigenständigkeit. „Mit dem SC Oberhavel gab es keine Schwierigkeiten, keine Probleme“, betont Stahl. „Aber wir wollten uns gerne lieber alleine organisieren, Sponsoren akquirieren, Fördergelder direkt für uns einholen. Das gelang als reine Abteilung nicht so einfach, zumal in unserem vorherigen Verein der Fußball äußerst präsent war.“

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Daher wurde im Sommer 2019 der TTC Ofenstadt Velten gegründet, die SCO-Sektion siedelte anschließend komplett über, wobei der alte Verein unterstützt habe. „Dafür sind wir unheimlich dankbar“, sagt Vorstandsmitglied Stahl. Der neue TTC ist einer von derzeit 254 Vereinen für Tischtennis, die laut Landessportbund Brandenburg im märkischen Fachverband organisiert sind. Rund 8200 Mitglieder werden landesweit gezählt – bei den Ofenstädtern sind es aktuell 74, wobei 20 dem Altersbereich Kinder und Jugendliche angehören.

"Klein und familiär"

Es sei der „absolut richtige Schritt“ gewesen, einen eigenen Weg zu gehen, meint Stahl, der als Jugendwart amtiert. Erster Vorsitzender ist Bernd Ewald. Er schwärmt von der vertrauensvollen Arbeit innerhalb des siebenköpfigen Vorstands sowie von der Vereinskultur. „Klein und familiär“ sei der Club, eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich auch von der coronabedingten Pause nicht auseinandertreiben lässt.

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Ein Tischtennis-Schnupperkurs in der Ofenstadthalle – damals noch unter der Fahne des SC Oberhavel Velten. 
Ein Tischtennis-Schnupperkurs in der Ofenstadthalle – damals noch unter der Fahne des SC Oberhavel Velten.  © Robert Roeske

Normalerweise sind in der Ofenstadthalle montags, mittwochs und freitags die Trainingseinheiten angesetzt. Hinzu kommt der Spielbetrieb, der wegen der Pandemie momentan jedoch ebenso ruht. Sieben Veltener Erwachsenen- und drei Nachwuchsmannschaften sind im Spielbetrieb, ergänzt wird das Portfolio durch den Bereich der Freizeitspieler. In der Jugend gehört der TTC zu Oberhavels Kreisbesten.

Durchmarsch von Kreisliga an Landesligaspitze

Das Aushängeschild ist jedoch die erste Erwachsenenmannschaft. Von 2017 bis 2019 gewann sie dreimal in Serie das Double aus Kreismeisterschaft und Kreispokal, dann wurde der Sprung in die nächsthöhere Spielklasse gewagt. Es blieb nur eine Zwischenstation. In der Landesklasse stand das Team vor dem Saisonabbruch als Neuling ungeschlagen an der Tabellenspitze und durfte in die Landesliga aufsteigen. Auch da hatte das Quartett (Andreas Grote, Carsten Schwemmer, Christian Wagner, Daniel Winter) seine fünf Partien ausnahmslos gewonnen, doch wurde die Spielserie 2020/21 aufgrund von Covid-19 dieses Mal gänzlich ohne Wertung beendet.

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Beim Verein aus Velten, der das Hedwig-Bollhagen-Gymnasium bei dessen Tischtennis-AG unterstützt und zusammen mit dem TTC Rotation Leegebruch den Oberhavel-Tischtenniscup veranstaltet, herrscht nun wie überall die Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität. „Wir wollen endlich wieder an die Platten“, sagt der seit dem vergangenen Dienstag 67 Jahre alte Stahl. Das Vereinsleben, die Gemeinschaft, das Zusammensein fehle enorm, findet er. „Das Miteinander zeichnet den Sport doch aus.“ Zudem reize der Vergleich mit Kontrahenten. Und nicht zuletzt stärke das Spiel mit Schläger und Ball den Körper. „Die Kondition wird genauso gefördert wie die Koordination. Das ist für Jung und Alt gut, einfach für alle“, erzählt das Vorstandsmitglied. Tischtennis ist eben facettenreich. Und wird beim TTC Ofenstadt Velten stolz in der Eigenständigkeit gepflegt.

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