21. April 2020 / 13:17 Uhr

Recken-Meinung: Handballer haben das Wesen ihres Sports nicht preisgegeben

Recken-Meinung: Handballer haben das Wesen ihres Sports nicht preisgegeben

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Dass die Saison für Mait Patrail und die Recken zu Ende ist, ist eine richtige wie alternativlose Entscheidung, meint SPORTBUZZER-Redakteur Carsten Schmidt.
Dass die Saison für Mait Patrail und die Recken zu Ende ist, ist eine richtige wie alternativlose Entscheidung, meint SPORTBUZZER-Redakteur Carsten Schmidt. © Florian Petrow
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Der Handball hat sich in der Corona-Krise verantwortungsbewusst verhalten - und tut das auch mit der Entscheidung zum Saisonabbruch. Geisterspiele hätten den Klubs nicht geholfen - außerdem erhalten sie so auch das Wesen ihres Sports, kommentiert SPORTBUZZER-Redakteur Carsten Schmidt.

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Zum Schluss wurden auch die Handballer zu Getriebenen durch die Covid-19-Pandemie. Der jetzt beschlossene Schlussstrich unter die aktuelle Saison war alternativlos, das würde nicht nur die Bundeskanzlerin so formulieren. Die Beschränkungen des öffentlichen Lebens lassen gar keine andere Wahl zu, wenn nicht die Gesundheit von Sportlern und Zuschauern sehenden Auges gefährdet werden soll.

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Abbruch schon früh als Option im Gespräch

Die Handballer haben sich ungeachtet ihres Zögerns in den vergangenen Tagen verantwortungsbewusst in der aktuellen Krise verhalten. Sie haben schon Mitte März die Saison bis zum 20. April unterbrochen, als andere Sportarten noch über Wettkämpfe trotz Pandemie diskutierten.

Sie haben diesen Zeitraum bis zum 16. Mai verlängert, als die Krise Fahrt aufnahm und das öffentliche Leben deutlich heruntergefahren wurde. Und sie haben schon damals den Saisonabbruch als mögliche Option ins Spiel gebracht.



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Die Handballer haben zudem das Wesen ihres Sports nicht preisgegeben. Bundesligapartien ohne Zuschauer haben etwas Künstliches, das wäre nahezu Labor-Handball. Zudem hätten sogenannte Geisterspiele den Klubs nicht weitergeholfen, da sie auf die Einnahmen aus dem Ticketing zu mindestens einem Viertel in ihre Etats eingestellt haben.

Dank dieser Budgetierung wissen die Vereine noch zu schätzen, wie wichtig der Fan und seine Unterstützung für den Sport sind.

Das sind die zehn besten Torschützen der TSV Hannover-Burgdorf in der Saison 2019/20 (Stand: 14.03.2020)

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Platz 1: Timo Kastening mit 144 Toren (50 Siebenmeter) ©

Es schafft dennoch Betroffenheit, dass diese eher bodenständigen Handballer eher in eine finanzielle Schieflage durch den Abbruch geraten als Sportarten, die auf leere Stadien mit sterilen TV-Übertragungen setzen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sagte bereits: "Wenn diese Mannschaft auseinandergehen müsste, wäre das jammerschade. Es muss unser Ziel sein, so etwas zu verhindern." Es ist zu hoffen, dass die Politik diesen Worten Taten folgen lässt..

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