08. Mai 2022 / 19:26 Uhr

Meister-Party mit Schönheitsfehlern: Bayern müht sich zu Remis gegen Stuttgart – Hertha muss weiter zittern

Meister-Party mit Schönheitsfehlern: Bayern müht sich zu Remis gegen Stuttgart – Hertha muss weiter zittern

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Der FC Bayern München ist im letzten Heimspiel der Saison gegen den VfB Stuttgart nicht über ein 2:2 hinausgekommen.
Der FC Bayern München ist im letzten Heimspiel der Saison gegen den VfB Stuttgart nicht über ein 2:2 hinausgekommen. © IMAGO/Nordphoto
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Der FC Bayern München hat beim letzten Heimauftritt der laufenden Saison und kurz vor der Übergabe der Meisterschale den Sieg verpasst. Gegen den VfB Stuttgart reichte es am Sonntag nur zu einem Remis. Die Schwaben erhalten damit ihre Hoffnungen auf den Klassenerhalt am Leben. Hertha BSC muss weiter zittern.

Der FC Bayern München hat einen versöhnlichen Heim-Abschluss der laufenden Bundesliga-Saison verpasst. Vor der Übergabe der Meisterschale mussten sich die Münchener am Sonntag gegen den VfB Stuttgart mit einem 2:2 (2:1) begnügen. Für die Treffer der Bayern sorgte ein Eigentor von Konstantinos Mavropanos (35.) und ein Piken-Tor von Thomas Müller (44.). Für den VfB, der durch das Remis die Hoffnungen auf den Klassenerhalt am Leben erhielt, trafen Tiago Tomas (8.) und Sasa Kalajdzic (52.). Bayern-Star Kingsley Coman sah in der Nachspielzeit aufgrund einer Tätlichkeit noch die Rote Karte (90.+5).

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Vor dem letzten Spieltag in der kommenden Woche hat der Tabellen-16. aus Stuttgart drei Zähler weniger als Hertha BSC auf dem Konto und kann mit einem Sieg gegen den 1. FC Köln dank des um 14 Tore besseren Torverhältnisses noch ans rettende Ufer springen. Voraussetzung dafür ist eine Niederlage der Hertha gegen Vize-Meister Borussia Dortmund. Der FC Bayern hatte indes bereits am 31. Spieltag durch ein 3:1 gegen den BVB die zehnte deutsche Meisterschaft in Serie perfekt gemacht.

Die Bayern begannen im letzten Heimspiel der Saison mit Tanguy Nianzou. Nagelsmann bot den 19 Jahre alten Franzosen im Abwehrzentrum neben seinem Landsmann Dayot Upamecano auf. Der vor dem Spiel offizielle verabschiedete Nationalspieler Niklas Süle, den es im Sommer zu Liga-Konkurrent Borussia Dortmund zieht, saß bei seinem letzten Heimspiel als Bayern-Profi zunächst auf der Ersatzbank. Stuttgart konnte indes mit dem angeschlagenen Abwehrspieler Konstantinos Mavropanos in der Startformation antreten.

Der FC Bayern begann nach dem umstrittenen Ibiza-Trip einiger Profis im Anschluss an die 1:3-Pleite gegen Mainz 05 am vergangenen Spieltag verhalten. Stattdessen wirkten die Gäste aus dem Schwabenland zunächst weitaus spritziger und störten den Favoriten früh in seinem Aufbauspiel. Auch selbst setzte der mutige VfB erste Ausrufezeichen: Ein geblockter Abschluss von Omar Marmoush (7.) sowie ein Versuch von Wataru Endo (7.) fanden jedoch zunächst nicht das gewünschte Ziel. Nur rund 60 Sekunden später schürten die Stuttgarter dann doch Hoffnungen auf die Sensation: Eine scharfe Hereingabe von Marmoush verwertete Tiago Tomas per Direktabnahme zum 1:0 für die Gäste (8.).

Die Bayern antworteten mit wütenden Angriffen. Erst traf Thomas Müller nur die Latte (12.), dann verzog Leon Goretzka aus aussichtsreicher Position (13.) – und auch ein weiterer Kopfballversuch von Thomas Müller wurde von VfB-Schlussmann Florian Müller glänzend vereitelt (28.). Bis zur Pause hielt Stuttgart dem Dauerdruck der Bayern dann aber doch nicht stand. Nach einer Einzelaktion von Serge Gnabry lenkte VfB-Verteidiger Mavropanos den Ball beim Rettungsversuch ins eigene Tor (35.), kurz vor dem Seitenwechsel drehte Thomas Müller das Spiel in typischer Manier mit der linken Pike sogar noch gänzlich (44.).

In Hälfte zwei spielten die Bayern auf das nächste Tor, Müller traf erneut das Aluminium (51.). Der Treffer fiel jedoch auf der anderen Seite. Stuttgart-Stürmer Kalajdzic übersprang Nianzou nach einer Flanke von Borna Sosa im Kopfballduell deutlich und nickte zum überraschenden Ausgleich ein (52.). Kurz darauf hatte der Angreifer nach einem kapitalen Schnitzer von Gnabry sogar die Chance, die Partie komplett auf den Kopf zu stellen, vergab jedoch frei vor Bayern-Keeper Manuel Neuer leichtfertig (53.). Stattdessen erhöhten die Münchener noch einmal die Schlagzahl. Mehr als einen Schuss an die Querlatte durch Robert Lewandowski (76.) sprang jedoch nicht mehr heraus. Coman sah in der Nachspielzeit aufgrund einer Tätlichkeit sogar noch die Rote Karte (90.+5). Stuttgart erkämpft den Punkt, Hertha muss weiter zittern – und die Bayern feiern ihre Meister-Party mit gemischten Gefühlen.