25. März 2020 / 08:24 Uhr

Meister-Trainer der Frauen: "Man könnte auf die Winterpause verzichten"

Meister-Trainer der Frauen: "Man könnte auf die Winterpause verzichten"

Andreas Pahlmann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Das nächste Spiel ist noch lange nicht in Sicht: VfL-Trainer Stephan Lerch und das Team verzichten weiter auf gemeinsames Training.
Das nächste Spiel ist noch lange nicht in Sicht: VfL-Trainer Stephan Lerch und das Team verzichten weiter auf gemeinsames Training.
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Anders als die Männer werden die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg noch mindestens eine Woche kein gemeinsames Training absolvieren. Die Fortsetzung der Saison ist ungewiss. Trainer Stephan Lerch sagt: "Es sind viele Dinge zur Nebensache geworden, da zählt auch der Fußball dazu."

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Während die Männer auf dem Gelände der VW-Arena wieder gemeinsam trainieren, geht für die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg die "Heimarbeit" weiter. Der eigentlich für Montag vorgesehene Trainingsneustart wurde um zunächst eine Woche verschoben, Trainer Stephan Lerch geht aber davon aus, dass es "wohl mindestens noch eine weitere Woche dauern wird", ehe wieder gemeinsame Übungen anstehen.

Offiziell ist der Spielbetrieb im Frauenfußball nur bis zum 19. April ausgesetzt, dass es dann bereits weitergeht, ist aber extrem unwahrscheinlich. Vereine, Behörden und DFB sind im Austausch, verschiedene Szenarien werden diskutiert - bis hin zu der Frage, ob die Saison ganz oder teilweise (DFB-Pokal) abgebrochen wird. Verkündet wurde bisher lediglich, dass das Champions-League-Finale der Frauen in Wien nicht wie geplant am 24. Mai stattfinden wird. Das teilte die UEFA in dieser Woche mit.

So läuft beim VfL das Training mit Abstand

Koordinationstraining im Kraftraum: Yannick Gerhardt Zur Galerie
Koordinationstraining im Kraftraum: Yannick Gerhardt ©
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"Wir hoffen natürlich, dass die Saison fortgesetzt wird", so Lerch, "womöglich mit vielen englischen Wochen hintereinander." Seine Anregung: "Wenn es bis weit in den Sommer geht, könnte man am Ende des Jahres die Winterpause verkürzen oder ganz auf die Winterpause verzichten." Aber: "Solche Fragen sind im Moment absolut nebensächlich." Die Corona-Ausbreitung sei "ein großes gesellschaftliches Problem, eine große Krise - da sind viele Dinge zur Nebensache geworden, da zählt auch der Fußball dazu."

Ein Saison-Stopp würde den VfL hart treffen - denn sowohl in der Liga wie auch im Pokal und in der Champions League sind die Wolfsburger Titelsammlerinnen sehr aussichtsreich im Rennen. "Wir wissen", so der Trainer des amtierenden Meisters und Pokalsiegers, "dass wir bisher eine fast perfekte Saison gespielt haben. Wenn aber Wettbewerbe nicht zu Ende geführt werden können, dann ist das so - und da vertraue ich dann denen, die das entscheiden. Es gibt eben momentan wichtigere Fragen."

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Gepostet von VfL Wolfsburg Frauenfußball am Dienstag, 24. März 2020

Sollte es erste Klarheiten zur Fortsetzung des Spielbetriebs geben, könnte der VfL auch das Training relativ kurzfristig wieder aufnehmen. Das VfL-Gelände am Elsterweg bietet ähnlich wie die ein paar hundert Meter weiter nördlich gelegene Arena dafür genug räumliche Möglichkeiten. Lerch: "Wir haben dazu vergangene Woche zusammengesessen und haben ein Konzept entwickelt. Auch wir könnten in Kleingruppen trainieren, diese Option - inklusive Sondergenehmigung der Stadt - stünde uns auch offen." Die sportliche Leitung bewerte dabei "die Situation von Tag zu Tag oder von Woche zu Woche - und wir orientieren uns auch daran, was von der Stadt empfohlen wird."

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Aktuell läuft die Kommunikation mit den Spielerinnen über die internen digitalen Kanäle, die beim VfL ohnehin schon seit einiger Zeit etabliert sind. Mit den Kapitäninnen Alexandra Popp, Pernille Harder und Almuth Schult ist der Trainer zudem regelmäßig telefonisch in Kontakt.

Lerch hat derweil auch noch mit ganz persönlichen Einschränkungen zu kämpfen. Beim Eignungstest für den Fußballlehrer-Lehrgang zog er sich in Hennef eine Achillessehnenverletzung zu, wurde vor zwei Wochen operiert und ist zurzeit auf Krücken angewiesen. "Wäre ich aktiver Fußballer, müsste ich sagen: Ich kann erst in einem halben Jahr wieder spielen. Als Trainer ist es nicht ganz so gravierend. Läuft alles nach Plan, kann ich in der nächsten Woche die Gehhilfen weglegen, und habe dann zumindest bei mir daheim wieder ein bisschen mehr Bewegungsfreiheit."

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